Corona-Krise: Was Unternehmer jetzt wissen müssen

Kurzarbeitergeld, Liquiditätssicherung, Soforthilfen, Notkredite, mit diesen Maßnahmen überstehst du die Corona-Krise. Für Soloselbstständige, Freiberufler, kleine und mittelständische Unternehmen haben wir die wichtigsten Liquiditätshilfen sowie Maßnahmen für ein effektives Krisenmanagement zusammengefasst.

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Konjunkturpaket

Am 3. Juni hat die Koalition ein Konjunktur- und Krisenbewältigungspaket beschlossen, das insgesamt 130 Milliarden Euro umfasst. Darin enthalten sind weitere Liquiditätshilfen für besonders betroffene Branchen, steuerliche Erleichterungen für Unternehmen, Investitionsanreize in Zukunftstechnologien und Klimaschutz, Maßnahmen zur sozialen Sicherung sowie Nachfrageimpulse für Verbraucher.

Die für KMU in der Praxis mit erheblichem Mehraufwand verbundene befristete Mehrwertsteuersenkung hat das BMWi im Nachgang relativiert. Unter Ausnutzung von  § 9 Absatz 2 Preisangabenverordnung (PangV) kannst du eine komplette Neuauspreisung deines Sortiments umgehen, indem du pauschale Rabatte an der Kasse gewährst. 

Für die Umsetzung der Mehrwertsteuersenkung durch Pauschalrabatt sind drei Voraussetzungen maßgeblich. Welche das sind, liest du hier.

Überbrückungshilfen

Ebenfalls Bestandteil im größten Konjunkturpaket der deutschen Nachkriegsgeschichte sind die als Nachfolger der Soforthilfen konzipierten Überbrückungshilfen für besonders betroffene Branchen. Dazu zählen vor allem Gastronomen, Hoteliers, Veranstalter, Messebauer, Kultur- und Kreativeinrichtungen, Bars und Clubs u.v.m. 

Die Eckpunkte zur Beantragung der Soforthilfen hat die Bundesregierung nurmehr veröffentlicht. 

Deine Registrierung zum Antrag auf Überbrückungshilfen kannst du jetzt gemeinsam mit deinem Steuerberater vornehmen. Die Antragstellung für die nicht rückzahlbaren Zuschüsse ist bis zum 30. September 2020 möglich.

Soforthilfe-Programme

Die Bundesregierung hat einen Schutzschirm in Milliardenhöhe verabschiedet, der Soloselbstständige und Kleinstunternehmen in der Corona-Krise mit zahlreichen Betriebsmittelhilfen unterstützen soll. Die Einzelheiten zum Schutzschirm für die deutsche Wirtschaft haben wir zusammengefasst.

Bund und Länder arbeiten in dieser für die deutsche Wirtschaft historischen Krise eng zusammen. Die Landesregierungen haben den beschlossenen Schutzschirm des Bundes um vielfältige Soforthilfen als Zuschüsse, zinsvergünstigte Betriebsmitteldarlehen oder Expressbürgschaften ergänzt. Welche Hilfen du in deinem Bundesland in Anspruch nehmen kannst und wo du deinen Antrag stellst, erfährst du in unserem Überblick zu länderspezifischen Liquiditätshilfen.

Kredite für Unternehmen

KfW Unternehmerkredit

Der KfW-Unternehmerkredit ist wesentlicher Bestandteil der Liquiditätshilfen für von den Auswirkungen der Coronakrise betroffene Unternehmen. Die KfW hat in diesem Zusammenhang einige Konditionen für Antragsteller verbessert. Wer und was wird gefördert? Wie und wo stellst du den Antrag? Hier findest du die Antwort auf deine wichtigsten Fragen.

KfW Gründerkredit

Um jungen Unternehmen in der Corona-Krise mit Liquiditätshilfen beizustehen, verbessert die KfW die Konditionen des ERP Gründerkredit Universell. Wir haben die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst.

Finanzrechtliche- und steuerliche Erleichterungen

Juristisch absichern

Wenn die behördlich angeordnete Schließung von Betriebsstätten und die Einschränkungen des wirtschaftlichen Regelverkehrs in der Corona-Krise dein Unternehmen vor die drohende Insolvenz stellen, profitierst du von den am 23. März im Bundeskabinett beschlossenen Verbesserungen im Insolvenzrecht.

Insofern deine drohende Insolvenz ursächlich auf die Auswirkungen der Corona-Epidemie zurückzuführen ist und du im Zuge der Beantragung öffentlicher Hilfen bzw. ernsthafter Finanzierungs- oder Sanierungsverhandlungen "begründete Aussichten auf Sanierung" hast, kannst du eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 30. September 2020 beantragen.

Die Maßnahme kann auf dem Verordnungsweg höchstens bis zum 31.03.2021 verlängert werden.

Die Möglichkeit zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht ist Teil eines umfassenden Katalogs juristischer Maßnahmen, die das BMJV auf den Weg gebracht hat, um dich als Unternehmer zu unterstützen. In unserem Beitrag zur Abmilderung weiterer Folgen der COVID-19 Pandemie erfährst du alle Details des Gesetzesentwurfs im Hinblick auf den Kündigungsschutz von Mietverhältnissen oder die Stundung von Darlehensverbindlichkeiten. 

Steuererleichterungen nutzen

Wenn du als Freiberufler oder KMU aktuell keine Einnahmen verzeichnest, solltest du außerdem den Kontakt zu deiner Finanzbehörde suchen, um von der eingeräumten Möglichkeit zur zinslosen Stundung von Steuerzahlungen (u.a. der Einkommen-, Körperschaft- und Umsatzsteuer) Gebrauch zu machen. Du hast außerdem die Wahl deine Vorauszahlungen entsprechend deiner aktuellen Einkommenssituation anzupassen.

Darüber hinaus verzichtet das Finanzamt auf die Vollstreckung überfälliger Steuerschulden bis Ende 2020. Wende dich an deine Finanzbehörde am Unternehmensstandort für deine individuelle Vereinbarung.

Kurzarbeitergeld

Unternehmen, die aus wirtschaftlichen Gründen oder aufgrund unabwendbarer Ereignisse die Arbeitszeit unter ihren Mitarbeitern zeitweise reduzieren müssen, können Kurzarbeitergeld beantragen. Wir zeigen dir, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen, wie hoch die Förderung ist und wo du deinen Antrag stellst.

Du hast weitere Fragen? In diesem FAQ zum Kurzarbeitergeld beantworten wir alle relevanten Fragen zur Kurzarbeit. 

Entschädigungsansprüche nach IfSG

Viele Unternehmen haben im Zuge der aktuellen Corona-Krise aufgrund behördlicher Anordnung ihr Tagesgeschäft einstellen müssen. Unklar ist, ob du in diesem Fall einen Entschädigungsanspruch nach § 56 Infektionsschutzgesetz geltend machen kannst. Wir erläutern in unserem Beitrag die wichtigsten Voraussetzungen und warum die Einzelfallprüfung so wichtig ist.

19.01.2022

Urteil zu Mietzahlungspflicht in Krisenzeiten

Seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 konnten von den Krisenmassnahmen betroffene Unternehmen kurzzeitig die Mietzahlung aussetzen und diese mindern. Der Aufschub der Mietzahlungen endet im Sommer 2022. Über die mögliche Höhe der Mietminderungen hat jetzt der Bundesgerichtshof erstmals geurteilt. Wir zeigen dir, was du dabei beachten musst.
24.11.2021

Corona-Arbeitsschutzverordnung: Was du als Unternehmer jetzt beachten musst

Die Corona-Arbeitsschutzverordnung ist trotz Wegfall der epidemischen Lage von nationaler Tragweite mit Änderungen nun in die fünfte Runde bis 19en März 2022 gegangen. Das Homeoffice wurde reaktiviert. Das Testgeschehen wird komplexer. Was du als Unternehmer weiterhin im Sinne dieser Verordnung beachten musst, haben wir für dich zusammengefasst.
12.11.2021

Krisenauflagen für Unternehmen bis Ende März 2022 verlängert

Auch wenn die epidemischen Lage von nationaler Tragweite aufgehoben wird, will die neue Bundesregierung an den Massnahmen bis März 2022 festhalten und diese zum Teil noch verschärfen. Für Unternehmer geht es damit wieder in eine ungewisse Zukunft. Schliesslich sollen individuelle Massnahmen auf regionaler Ebene schneller möglich sein. Wir berichten.
14.09.2021

Unternehmer verklagt elf Bundesländer auf Entschädigung

Eine Klage über fehlende Krisenhilfen für die Wirtschaft nach dem Infektionsschutzgesetz sowie dem Grundgesetz wird heute im Berliner Landgericht eröffnet. Einem Unternehmer aus der Veranstaltungsbranche wurden diese Hilfen abgesprochen, wodurch er in elf Bundesländern vor Gericht ziehen muss. Dazu zeigen wir dir die Fallstricke bei Subventionen.
31.08.2021

Unternehmer geben über eine Milliarde Euro Hilfsgelder zurück

Deutsche Unternehmer haben trotz gravierender Umsatzverluste und existenzieller Sorgen mittlerweile rund 1,3 Milliarden Euro an Corona-Hilfsgeldern zurückgegeben. Wenn du auch Fördergelder beantragt hast oder dies planst, informiere dich genau dazu und prüfe eine Strafrechtsschutzversicherung abzuschliessen. Wir zeigen dir, warum dies besser ist.
17.08.2021

6 x mehr Selbstständige im Hartz4-Bezug als vor Corona

Die Anzahl der Unternehmer, welche aufgrund der politischen Marktschliessungen ihre Existenz nicht mehr absichern können, hat sich seit April letzten Jahres um das Sechsfache erhöht. Damit hängen 134.000 Unternehmer am Tropf der Grundsicherung. Wir zeigen dir die Gründe dieser Misere, was dich als Betroffener erwartet und wie du da wieder raus kommst.
07.08.2021

Strafrechtsschutz bei Fördermitteln: Jetzt absichern

Bist du dir sicher, dass du bei der Beantragung der Krisenhilfen rechtlich sauber vorgegangen bist? Selbst wenn du versehentlich Falschangaben gemacht hast, musst du mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen. Viele Unternehmer haben deshalb unangenehmen Kontakt mit Verfolgungsbehörden. Wie du dem rückwirkend vorbeugen kannst, zeigen wir dir.
24.07.2021

Update: Überbrückungshilfen 3 Plus

Die Überbrückungshilfen 3 Plus als Krisenausgleich bis September 2021 können jetzt direkt auf einer Website des Bundeswirtschaftsministeriums über einen dich prüfenden Dritten beantragt werden. Was die Überbrückungshilfen beinhalten und wie es mit ihnen weitergeht, haben wir zusätzlich nochmal für dich zusammengefasst.
08.07.2021

Gastgewerbe braucht weiter Überbrückungshilfen

Das Gastgewerbe mit seinen Hotels, Restaurants, Bars, Clubs bis Diskotheken steht trotz stufenweiser Öffnungen sowie Freiluftsaison weiter vor anhaltenden, gravierenden Herausforderungen und massiven Umsatzverlusten, welche eine Fortführung der Krisenhilfen wie die der "Überbrückungshilfen 3 Plus" nötig macht.
12.06.2021

Überbrückungshilfe III Plus kommt

Die Überbrückungshilfe III für betroffene Unternehmen wird als sogenannte Überbrückungshilfe III Plus bis zum 30. September 2021 verlängert. Eingegliedert darin kommt eine neue Restart-Prämie, mit der Unternehmen einen höheren Zuschuss zu ihren Personalkosten beantragen können sowie die Neustarthilfe Plus.