30.07.2021

Wie du deinen Geschäftsplan erstellst

Ein Geschäftsplan zeigt Stärken und Schwächen in deiner Existenzgründung oder in deinem bestehenden Unternehmen auf. Was du bei der Erstellung deines Geschäftsplans beachten solltest, was die Inhalte sind, wie du am besten vorgehst und für wen du deinen Geschäftsplan speziell ändern solltest, haben wir für dich zusammengestellt.

Du suchst Businessplan Vorlagen und Muster?

Geschäftsplan erstellen: Der Leitfaden für Dein Unternehmen

Der Zweck deines Geschäftsplans

In einer Geschäftsplanung überdenkst du Teilbereiche oder dein gesamtes Unternehmen. Wie detailliert du dabei deinen Geschäftsplan ausgestaltest, hängt maßgeblich von deinem Vorhaben sowie dem damit verfolgten Unternehmensziel ab.

Entwirfst du eine Geschäftsplanung für das Einwerben von Investoren für die Finanzierung deines neuen Unternehmens, solltest du dafür eine leicht verständliche Beschreibung deiner Geschäftsidee mit den finanziell ermöglichten Wachstumsszenarium anfertigen. Hast du einen Investor an der Angel, wird dieser dann deinen umfangreichen Geschäftsplan sehen wollen.

Mit deinem umfangreichen Unternehmenskonzept gehst du auch bei Ämtern und Institutionen wie dem Arbeitsamt, den Jobcenter oder staatliche Förderbanken auf Jagd nach Fördermitteln. Deine Geschäftsplanung passt du dabei an die jeweilige Förderung an, um deren individuellen und gesellschaftlichen Zweck zu treffen.

Dein übergordneter Geschäftsplan setzt im weiteren Verlauf deiner Existenzgründung, aber auch bei deiner erfolgreichen langjährigen Unternehmensführung die wichtigen Leitplanken deines unternehmerischen Handelns. Innovationen deiner Dienstleistungen und Produkte oder Neuerungen in deinen Geschäftsabläufen sind wichtig für deinen Erfolg als moderner Unternehmer. Diese Schritte sollten aber immer im Kontext zu deinem Geschäftsplan stehen. Eventuell ist dieser dann von dir an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Eine vorgeschriebene Länge für deinen Businessplan existiert nicht. Auch kannst du die Inhalte deines Geschäftsplanes selbst festgelegen. Jedoch sollten nachfolgend aufgezählte Punkte in deinem Geschäftsplan vorkommen:

Geschäftsplan: die Zusammenfassung

Zu Anfang deines Geschäftsplanes empfielt es sich eine kurze Zusammenfassung zu pitchen. Dabei solltest du einen einfachen Überblick über deine Geschäftidee präsentieren und Neugier auf Details wecken.

Jeder fremde Leser deines Geschäftsplanes möchte sich vor Beschäftigung mit deiner Geschäftsidee einen ersten Eindruck verschaffen. Die erste Zusammenfassung dient daher der Vorschau und ist kurz und sehr simpel zu halten. Eineinhalb DIN A4 Seiten sollten dabei das Maximum darstellen.

Kleiner Tipp: Diese Zusammenfassung, auch wenn sie am Anfang deines Geschäftsplanes steht, solltest du als Letztes in deinem Geschäftsplan anfertigen. So sparst du dir Zeit und Mühe, falls du in den nachfolgenden Punkten doch noch Änderungen vornimmst.

Geschäftsplan: Konkurrenz und Markt

Einer der Grundpfeiler deines Geschäftsplans ist es, aufzeigen zu können, in welchem Marktumfeld du dich mit deiner Geschäftsidee bewegst. Dabei gilt es mehrere Fragen zu beantworten, wie etwa:

  • Agierst du in einem Wachstumsmarkt?
  • Oder stagniert er?
  • Wie sieht es mit der Marktsättigung aus?
  • Gibt es viele Konkurrenten?

Diese und weitere Fragen solltest du in der Wettbewerbs- und Marktanalyse sicher klären. Denn in diesem Punkt wird auch deine persönliche Kompetenz als Unternehmer deutlich. Kennst du dich in deinem Markt, deiner Branche, deiner Nische aus. Sprich, bist du in der Lage, sicher auf dem Markt zu agieren und Alleinstellungsmerkmale für dein Unternehmen zu finden, welche dir deinen langfristigen Markterfolg sichern.

Geschäftsplan: deine Ziele

Ein weiterer wichtiger Punkt in deinem Geschäftsplan ist die Darstellung deiner Unternehmensziele. Hier solltest du neben den marktspezifischen Zielen klären, für was dein Unternehmen noch steht und in welche Richtung es die nächsten Jahre gehen soll.

Dabei sollte das Brennen für deine unternehmerische Vision zu erkennen sein

Wie du deine Vision schliesslich erreichst, welche Zwischenziele du auf den Weg dahin anpeilst und welchen gesellschaftlichen Mehrwert du dabei entwickeln möchtest, was du dafür persönlich mitbringst, all dies solltest du in diesem Abschnitt deines Geschäftsplanes aufzeigen.

Geschäftsplan: Marketing

Eine wichtige Frage in deinem Geschäftsplan ist die Frage nach dem sinnvollen Marketing. Hierbei solltest du vorab nochmal gewisse Marktspezifika hinsichtlich folgender Punkte klären:

  • Was macht deine Zielgruppe
  • Wie alt ist deine Zielgruppe
  • Welche Kaufkraft hat deine Zielgruppe
  • Welche sonstigen Besonderheiten hat deine Zielgruppe

Hast du deine Zielgruppe genau fokusiert, erklärst du in deinem Marketing-Mix mit welchen Instrumenten du diese erreichen und deine Angebote absetzen gedenkst. Dabei spielen Punkte wie etwa Markenbildung, Werbung, Preisdifferenzierung, Lieferwege eine Rolle.

Geschäftsplan: Unternehmensstruktur

Wie du dein Unternehmen und Teilbereiche strukturierst, zeigst du in diesem Punkt deines Geschäftsplanes auf. Dabei solltest du dir stets im Bilde sein, wie du dies umsetzen möchtest. Denn zu klärende Fragen wie die etwa die nach der Rechtsform, haben weitläufigere Auswirkungen wie etwa auf Buchhaltung, Steuern bis hin zu Haftungsfragen.

Im Grunde solltest du hinsichtlich deiner Unternehmensstruktur insbesondere folgende Punkte beleuchten:

  • Unternehmenssitz
  • Rechtsform
  • Geschäftsführung
  • Buchhaltung/ Steuern
  • Beschäftigung/ Outsourcing
  • Produktionsprozesse
  • Dienstleistungen
  • usw.

Die Struktur deines Unternehmens sollte aus effizienten Systemen bestehen, welche unterstützend und kostensparend ineinandergreifen und somit das Unternehmensrisiko auch für dich als Inhaber oder Gesellschafter minimieren helfen.

Geschäftsplan: Finanzierung

Auch wenn es für deinen Geschäftsplan keine vorgeschriebene Form gibt, eine Sache sollte immer darin auftauchen und das ist die Finanzierung deines Unternehmens.

Wie du deine Geschäftsplanung finanziell absichern möchtest, ist ein zentraler Punkt. Selbst wenn du deinen Geschäftsplan nur für dich selbst schreibst und nicht für für die Arbeitsagentur, einen Businessplanwettbewerb, die Bank oder Investoren. Du solltest in einer sogenannten Rentabilitätsvorschau so genau und realistisch wie möglich aufzeigen, wie du dein Vorhaben anschiebst und wie es sich im weiteren Verlauf selbst trägt.

Dabei solltest du die voraussichtlichen Gewinne und Verluste anfangs monatsweise berechnen. So ermittelst du den vorraussichtlichen Finanzierungsbedarf deiner Geschäftsidee. Diesen gilt es dann durch Eigenkapital oder Fremdkapital zu hinterlegen. Fremdkapital will bis auf eventuell gewährte staatliche Zuschüsse immer mit "Zinsen" zurückbezahlt werden. Dies musst du dann in deiner Rentabilitätsvorschau mit einberechnen.

Schliesslich gilt es das finanzielle Risiko deines Geschäftsplanes in diesem Punkt zu klären. Dies sollte dir schon ein Grundanliegen sein. Denn gerade als Einzelunternehmer haftest du für unternehmerische Schieflagen auch mit deinen Privatvermögen. Aber auch als etwaiger Gesellschafter einer GmbH möchtest du dein eingelegtes Stammkapital wachsen sehen.

Geschäftsplan: Chancen und Risiken

In diesem Teil deines Geschäftsplanes solltest du die Stärken und Schwächen deiner Geschäftsidee aufzeigen. Es geht darum, objektiv darzustellen, wo dein Unternehmen eventuell Probleme haben wird und wie du diese zu meistern gedenkst. Gleichzeitig gilt es auch Chancen richtig darzustellen.

Auch solltest du in dem Abschnitt auf deine persönliche Eignungen eingehen und wie du dich selber weiterentwickeln möchtest. Denn mit dir steht und fällt der gesamte Geschäftsplan auch in der Zukunft. 

Wichtig hierbei ist die ausserst objektive Darstellung der Chancen und Risiken. Als Verfasser kannst du hier beweisen, dass du die Siituation realistisch einschätzt und auf Eventualitäten bestens vorbereitet bist.

weitere News zum Thema Geschäftsplanung:

Businessplan kostenfrei erstellen, Muster und Vorlagen

Ein Businessplan ist Muss für jeden Gründer und Unternehmer, denn er legt den Grundstein sowie die Richtschnur für das eigene Unternehmen. Dabei gilt es ihn ständig anzupassen. Zusätzlich wird er für die Beantragung von Finanzhilfen und anderen Massnahmen benötigt. Schritt für Schritt begleiten wir dich auf dem Weg zu deinem eigenen Businessplan.

So findest du die beste Rechtsform

Als Gründer und Unternehmer bist du verpflichtet einen Rechtsrahmen für dein Unternehmen festzulegen, woraus sich entsprechende Anforderungen an dich ableiten. Je nach Rechtsform unterscheiden sich demnach Gründungskosten, Anmeldeformalitäten, Mindestkapital, Haftung, Besteuerung, innere Organisation bis Buchführung. Wir geben dir einen Überblick.

Finanzierung

Die Finanzierung deines Unternehmens, egal ob zur Existenzgründung, in Krisenzeiten oder zum Geschäftswachstum, ist ein umfangreiches Thema mit vielen möglichen Playern. Neben dem klassischen Kredit von deiner Hausbank kannst du dir benötigte Liquidität für dein Unternehmen über Beteiligungen bis Fördermittel besorgen.

Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

Bild-Urheber:
iStock.com/andresr