Einzelunternehmen

Gründer in Deutschland entschieden sich 2016 mit 73,8 Prozent am häufigsten für die Rechtsform des Einzelunternehmens. Sie ist die einfachste Art, ein Unternehmen zu gründen und daher sehr typisch für den Einstieg.

Unbürokratische Anmeldung

Im Vergleich zu anderen Rechtsformen, gibt es nur wenige Anmeldeformalitäten für ein Einzelunternehmen. Wer freiberuflich tätig wird, zeigt das beim Finanzamt an und erhält dann von der Finanzbehörde eine Steuernummer.

Gewerbetreibende melden sich beim lokalen Gewerbeamt an und lassen sich gegebenenfalls ins Handelsregister eintragen. Bei Kleingewerbetreibenden genügt die Anmeldung des Gewerbes.

Keine oder niedrige Gründungskosten und kein Mindestkapital

Für Freiberufler, die als Einzelunternehmer gründen, fallen keine Gründungskosten an. Gewerbetreibende zahlen bei der örtlichen Gewerbeaufsichtsbehörde eine Gebühr. Kleingewerbetreibende können auf eine Eintragung ins Handelsregister und damit auf den Status von Kaufleuten verzichten. Dagegen müssten gewerbetreibende Kaufleute sich ins Handelsregister eintragen lassen, wofür Notarkosten anfallen.

Ein Mindestkapital ist bei der Gründung eines Einzelunternehmens nicht notwendig. Die Inhaber von Einzelunternehmen entscheiden selbst, wie viel Kapital sie ins Unternehmen einbringen.

Haftung auch mit dem Privatvermögen

Ein Einzelunternehmen ist nicht haftungsbeschränkt. Der Inhaber haftet also über das Betriebsvermögen hinaus für seine Schulden bis zu den gesetzlich geregelten Pfändungsgrenzen auch mit dem Privatvermögen.

Geschäftsführung, Buchführung und Steuern

Im Einzelunternehmen entscheidet der Inhaber allein über die Geschäfte seines Betriebs und vertritt sein Unternehmen nach Außen. Damit bietet diese Rechtsform einen sehr großen Gestaltungsspielraum und Unabhängigkeit.

Freiberuflich tätige Einzelunternehmer und Kleingewerbetreibende müssen ihren Gewinn lediglich mittels einer Einnahmenüberschussrechnung ermitteln. Gewerbetreibende, die ins Handelsregister eingetragen sind, müssen dagegen eine doppelte Buchführung nachweisen.

Als Freiberufler führen Sie folgende Steuern ab: Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Lohnsteuer (bei Angestellten) und Umsatzsteuer. Gewerbetreibende entrichten darüber hinaus die Gewerbesteuer.

Typische Rechtsform für Einstiege in die Selbständigkeit

Die Rechtsform Einzelunternehmen ist sowohl für Gewerbetreibende als auch für Freiberufler geeignet, die sich allein selbständig machen. Oft wählen Einsteiger in die Selbständigkeit diese Rechtsform, wenn sie anfangs nur geringe Umsätze und Gewinne erwarten und ein noch überschaubares Geschäftsrisiko haben.

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Rechtsformen für Unternehmen |  unternehmenswelt.de
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Je nach Rechtsform, in der Sie Ihr Unternehmen gründen, unterscheiden sich Gründungskosten, Anmeldeformalitäten, Mindestkapital, Haftung, Besteuerung, innere Organisation, Buchführung und Kapitalbeschaffung
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