09.07.2021

Franchise: ein bewährtes Geschäftsmodell

Franchise ist eine besondere Unternehmensform, bei der du auf ein etabliertes Geschäftsmodell zurückgreifen und schnell starten kannst. Was Franchise genau ist, wie es abläuft, welches Franchisesystem zu dir passt und was für finanzielle Anforderungen an dich gestellt werden, haben wir für dich zusammengestellt.

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Franchise: ein bewährtes Geschäftsmodell

Was ist Franchise?

Franchise ist eine besondere Unternehmensform, bei der du ein bereits etabliertes Geschäftsmodell übernehmen darfst und damit eigenverantwortlich als Unternehmer agieren kannst. Du bekommst dabei von einem Franchisegeber ein fertiges Geschäftskonzept zur Verfügung gestellt, welches du als Franchisenehmer selbständig umsetzt.

Somit stellt Franchise eine attraktive Möglichkeit für dich als Existenzgründung dar, einfach in die Selbständigkeit zu starten. Aber auch als Unternehmer der sich erweitern oder verändern möchte, stellt Franchise eine lukrative Alternative zum eigenständigen Geschäftsaufbau dar.

Franchise bringt dabei für beide Vertragspartner Vorteile. Du als Franchisenehmer bekommst aufgrund der bereits bestehenden Vertriebs- und Marketingstrukturen den Weg auf den Markt geebnet. Dein Franchisegeber verzichtet auf einen aufwändigen Filialaufbau und kann mit dir schneller Expandieren.

Damit das Franchising für Franchisegeber und Franchisenehmer reibungslos funktioniert, wird ein umfassender Vertrag geschlossen indem der Ablauf der Geschäftsprozesse sowie die finanziellen Absprachen definiert sind.

Existenzgründung mit Franchise

Startest du mit einem Franchise-System in die Selbstständigkeit, bekommst du von deinem Franchisegeber ein fertiges Geschäftskonzept gegen Auflagen und Entgelte zur Verfügung gestellt. Der Franchisegeber stellt dir seine Marke, die Geschäftsprozesse von Einkauf bis Werbemassnahmen und vermittelt dir das Know-How.

Als Franchisenehmer bist du dann sehr stark an das Vertriebssystem deines Franchisegebers gebunden. Mit der Verwirklichung des Franchise-Konzeptes verkaufst du die Dienstleistungen und Erzeugnisse deines Franchisegebers. Für die Benutzung der einheitlichen Ausstattung, den Namen, das äußerliche Auftreten, das einheitliche Vertriebssystem sowie oft eine gemeinsame Buchführung, zahlst du als Franchisenehmer gewisse Gebührensätze.

Die Existenzgründung mittels Franchise-System bringt für dich einige Vorteile mit sich. Das von dir ausgesuchte System ist bereits am Markt etabliert und beschleunigt somit deine Geschäftsgründung. Von deinem Franchisegeber bekommst du ein komplettes unternehmerisches Setup zur Verfügung gestellt. Ausserdem kannst du entsprechend mit einer höheren Kreditwürdigkeit rechnen, da das Unternehmerrisiko beim Franchise als geringer angesehen wird.

Obwohl du eine am Markt schon bekannte Marke nutzt, führst du als neuer Franchisenehmer dann selbstständig dein eigenes Unternehmen.

Unternehmenserweiterung mit Franchise

Als gestandener Unternehmer möchtest du dich erweitern oder verändern? Anstatt selbst ein eigenes Geschäftsmodell zu entwerfen, an den Markt zu bringen und dort zu etablieren, kannst du dich auch einem Franchising bedienen.

Als Franchisenehmer bekommst du von deinem ausgewählten Franchisegeber die Möglichkeit, ein bestehendes Geschäftskonzept zu nutzen. Dies wird in einem umfangreichen Franchise-Vertrag geregelt. Dieser enthält besondere Auflagen sowie die finanziellen Aspekte eurer Franchise-Partnerschaft.

Als Franchisenehmer bekommst du von deinem Franchisegeber umfassenden Support. So etwa in Bezug auf die Geschäftsausstattung, Lieferanten, die geschäftsführenden Aufgaben wie Buchführung und das Marketing. Oft beinhalten die Leistungen des Franchisegebers auch Schulungen und Coachings für dich.

Als Gegenleistung zahlst du als Franchisenehmer diverse Franchisegebühren. Diese werden meist einmalig und auch fortlaufend entrichtet.

Die Gründungskosten für dein Franchise

Dafür das dir dein Franchisegeber sein Geschäftsmodell überlasst, möchte er natürlich auch entlohnt werden. Dabei fallen einmalige Aufwandspauschalen für deinen Start und fortlaufende Kosten und Gebühren an. Im folgenden zählen wir die wichtigsten auf:

  1. Einstiegsgebühr
  2. Franchisegebühr
  3. Werbegebühr
  4. Eigenkapital
  5. Investitionskosten

1. Franchise: Einstiegsgebühr

Für den Start in die Franchise-Partnerschaft musst du gut vorbereitet und unterstützt werden. Du musst die Geschäftsabläufe von Lieferanten bis Werbung kennen. Entsprechend deiner individuellen Situation fallen dafür Schulungen, Coachings von dir und ggf. deinem eingesetzten Personal an. Unter Umständen wird ein gemeinsamer Businessplan für deinen Markteintritt entworfen und Fremdkapitalquellen aufgezeigt. Dafür verlangt der Franchisegeber eine sogenannte Einstiegsgebühr von dir. Welche je nach Aufwand oder Franchisegeber unterschiedlich hoch sein kann. 

2. Franchise: Franchisegebühr

Da dein Franchisegeber dir fortlaufend sein Geschäftsmodell zur Verfügung stellt und damit auf eigene Umsätze an deinem Standort verzichtet, möchte er natürlich eine Vergütung dafür haben. Gleichzeitig entwickelt er seine Marke und damit auch die Geschäftsprozesse weiter. Auch dafür möchte der Franchisegeber eine fortlaufende Entlohnung von dir haben. Insgesamt deckt dies die meist monatliche Franchisegebühr ab.

Somit hast du einen bestimmten Prozentsatz meist von deinem Umsatz an den Franchisegeber abzuführen. Geregelt wird dies oft über eine einheitliche Buchführung, welche dir dein Franchisegeber zur Verfügung stellt.

3. Franchise: Werbegebühr

Die Werbemassnahmen entsprechend des "Corporate Design" deines Franchisegebers werden meist zentral von ihm verwaltet. So wird die einheitliche Strategie zum Markenwachstum abgesichert. Individuelle Druckentwürfe bis Onlinewerbung erstellt somit dein Franchisegeber und setzt sie auf Markenebene auch selbständig um. Dafür verlangen viele Franchisegeber von ihren Franchisenehmern eine Werbegebühr. Diese variiert stark in Höhe und Ratierlichkeit. Einige Franchisegeber preisen diese Massnahmen in die Franchisegebühr mit ein. Andere verlangen dafür extra eine pauschale monatliche Gebühr oder einen monatlich fixen Prozentsatz für die gemeinsamen Werbeaktivitäten. Dies wird dann als Werbegebühr ausgezeichnet.

4. Franchise: Eigenkapital

Um als Franchisenehmer die anfallenden Kosten in der meist holprigen Anfangszeit einer Geschäftsgründung zu bedienen, brauchst du entsprechend deines unternehmerischen Risikos genügend Eigenkapital. Dies sichert dir auch mal eine Durststrecke und dem Franchisegeber seinen Einsatz für dich.

Entsprechend des Geschäftsmodells und der Aufwendungen für dich, verlangen einige Franchisegeber daher einen gewissen Betrag an Eigenkapital von dir. Es gibt aber auch Franchisegeber welche darauf ganz verzichten. Als Neuling im Franchisebusiness solltest du aber dein benötigtes Startkapital, unabhängig von der Franchisegeber-Vorgabe, genauestens berechnen.

5. Franchise: Investitionen

Die meisten Franchise-Systeme kommen ohne grosse Investitionen aus. Möchtest du aber ein Markenprodukt nach strikten Vorgaben herstellen oder etwa eine Franchise-Gastronomie eröffnen, benötigst du entsprechende Räumlichkeiten, Maschinen bis hin zur einheitlichen Geschäftsaustattung. Dann können deine Investitionen schnell in die hunderttausende Euro gehen. Je nachdem, musst du diese vom Franchisegeber festgeschriebenen Sachen finanzieren.

Bei der Finanzierung, also bei Kreditaufnahme und auch beim Leasing erhältst du zwar meist Unterstützung von deinem Franchisegeber, jedoch stehst du für die Verbindlichkeiten dann selbstständig gerade.

Verlangt dein Franchise bestimmte Anfangs- und Folgeinvestitionen, sind diese meist vertraglich festgehalten. Ein fairer Franchisepartner wird dir die Höhe und Fälligkeit deiner Investitionen auch vorab genau benennen.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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