Rechtsformen für Gründer und Unternehmer

Je nach Rechtsform, in der Sie Ihr Unternehmen gründen, unterscheiden sich Gründungskosten, Anmeldeformalitäten, Mindestkapital, Haftung, Besteuerung, innere Organisation, Buchführung und Kapitalbeschaffung

Wenn Sie ein Unternehmen gründen möchten, haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Rechtsformen. Je nachdem, unter welchen Bedingungen Sie starten und welches Ziel Ihr Unternehmen hat, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Die Wahl der Rechtsform hängt z.B. davon ab, ob Sie einzeln oder im Team gründen und wie Entscheidungen im Unternehmen getroffen werden sollen.

Je nach Rechtsform haften Sie gegenüber Geschäftspartnern in unterschiedlichem Umfang, entweder mit dem Vermögen des Unternehmens oder mit dem persönlichen Vermögen. Auch die Frage, wie viel Kapital Sie zum Start in die Selbständigkeit zur Verfügung haben und welche Beteiligungsformen es geben soll, beeinflusst die Wahl. Nicht zuletzt unterscheiden sich die Unternehmensformen darin, wie sie besteuert werden und welche rechtlichen Bestimmungen jeweils eingehalten werden müssen.

Am häufigsten wählen Gründer die Form des Einzelunternehmens. Wer kein Einzelunternehmen gründet, muss sich zwischen einer Rechtsform aus dem Kreis der Personen- oder Kapitalgesellschaften entscheiden. Außerdem hängt die Wahl der Rechtsform auch davon ab, ob die Tätigkeit als Gewerbe oder freiberuflich ausgeübt wird.

Personengesellschaft oder Kapitalgesellschaft

Vor allem an der Frage der Haftung entscheidet sich häufig, welche Rechtsform Unternehmensgründer wählen. Grundsätzlich unterscheidet man in Deutschland nach Personen- und nach Kapitalgesellschaften.

Personengesellschaften

An Personengesellschaften sieht das deutsche Recht unter anderem die GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts), die OHG (Offene Handelsgesellschaft) und die KG (Kommanditgesellschaft) vor. Wer Gesellschafter in einer dieser Unternehmensformen ist, haftet nicht nur mit dem Gesellschaftsvermögen, sondern auch mit dem privaten Vermögen.

Kapitalgesellschaften

In den Unternehmensformen UG (Unternehmergesellschaft), GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) und AG (Aktiengesellschaft) haften die Gesellschafter nur mit dem Gesellschaftsvermögen. Da das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH mit 25.000 Euro für manche Gründungsvorhaben recht hoch ist, gibt es seit 2008 die UG, die schon mit einem Euro Kapital gegründet werden kann. Neben den reinen Kapital- und Personengesellschaften existieren auch Mischformen, wie die GmbH & Co. KG.

Gewerbe oder freiberufliche Tätigkeit?

Zu Beginn Ihrer Selbständigkeit klären Sie außerdem, ob Ihre Tätigkeit zu den Freien Berufen zählt oder ob Sie sie als Gewerbe anmelden müssen. Auch davon hängt ab, welche Rechtsform Sie wählen. Freiberuflern stehen beispielsweise die Rechtsformen Einzelunternehmen, GbR oder Partnerschaftsgesellschaft offen.

Wer ein Gewerbe betreibt, kann das unter anderem in der Form eines Einzelunternehmens, einer OHG, einer GmbH, UG, KG oder AG tun. Als Kaufleute müssen Gewerbetreibende ihr Unternehmen – gleich welcher Form – ins Handelsregister eintragen lassen. Allerdings sind Kleingewerbetreibende von dieser Pflicht ausgenommen und können als Einzelunternehmer oder GbR agieren.

In unterschiedlichen Gründungssituationen kommen unterschiedliche Rechtsformen in Frage. Sie alle haben steuerliche, rechtliche und finanzielle Eigenheiten und auch Vor- und Nachteile. Die Entscheidung für eine bestimmte Rechtsform sollten Sie deshalb gründlich abwägen und sich kompetente Beratung suchen.

Häufigste Rechtsformen bei der Gründung in Deutschland

Mit fast 74 Prozent wurden 2016 die meisten Unternehmen in Deutschland als Einzelunternehmen gegründet. Dahinter rangieren mit 13,5 Prozent die GmbH und die GbR mit etwa 5 Prozent der Gründungen. Die haftungsbeschränkte UG und die GmbH & Co. KG machen etwa 4 Prozent bzw. fast 3 Prozent der Gründungen aus. Alle anderen Rechtsformen rangieren bei den Gründungen unter Werten von 1 Prozent.

Rechtsformen

Einzelunternehmen
Gründer in Deutschland entschieden sich 2016 mit 73,8 Prozent am häufigsten für die Rechtsform des Einzelunternehmens. Sie ist die einfachste Art, ein Unternehmen zu gründen und daher sehr typisch für den Einstieg.
PartG | Partnerschaftsgesellschaft
Partnerschaftsgesellschaft
stille Gesellschaft
stille Gesellschaft
GmbH & Co KG
GmbH & Co KG
Verein
Verein
Ltd. | Limited
Ltd. | Limited
1 Euro GmbH
Mit der Rechtsform der ein Euro GmbH ist zum 01.11.2008 eine existenzgründerfreundliche Variante der bisherigen GmbH an den Start gegangen. Mit einem Mindestkapital von einem Euro
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