Businessplan Freelancer: Frei und erfolgreich dank einem guten Plan

Gerade als Freelancer solltest du dein Business genau planen und schriftlich formulieren, damit du sicher deine Selbständigkeit gründen und dein Unternehmen zum Laufen bringen kannst. Wie du deine Geschäftsidee in einen Businessplan strukturierst, welche wichtigsten Inhalte dieser haben sollte und was du dabei zu beachten hast, erfährst du in unserem Beitrag.

Du suchst Businessplan Vorlagen und Muster?

Businessplan Freelancer: 100% kostenfreies Muster

Warum brauche ich als Freelancer einen Businessplan?

Der Gang in die Selbständigkeit ist immer verbunden mit einer Businessplanung. Gerade als Freelancer solltest du einen konkreten, schriftlichen Businessplan haben. Denn bei wechselnden Auftraggebern gilt es genau dein Soll zu planen und dann mit dem Ist zu vergleichen. Zu Erstellung helfen dir Businessplan Muster.

Bei Gründung möchtest du wissen, ob es für deine Freelance-Tätigkeit auch wirklich einen Markt gibt und ob du in diesem bestehen kannst. Im Verlauf deiner freien Tätigkeiten dient dir dein Businessplan dann als roter Faden in Sachen Kerntätigkeit, Honorarberechnung und vor allem als objektiver Finanzplan.

Als Freelancer musst du für mehrere Auftraggeber arbeiten, damit du nicht mit der Scheinselbständigkeit in Konflikt gerätst. Je nachdem in welcher Branche du antreten möchtest und wie du deine Freelancetätigkeit umsetzt, kannst du als einfacher Freiberufler vom Finanzamt eine Genehmigung bekommen. Als Freiberufler wirst du anerkannt, wenn du in einer der folgenden Berufsarten aktiv bist:

  • heilkundlichen Berufe
  • rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Berufe
  • naturwissenschaftliche und technische Berufe
  • Kulturberufe

Darüber hinaus gelten wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende Tätigkeiten und ähnliche Berufe als freiberufliche Tätigkeiten. Wobei du dich vor Beantragung deiner Freiberuflichkeit genau mit dem Zweck deiner Freelance-Tätigkeit befassen solltest. Denn die genehmigenden Finanzämter wollen klare Merkmale einer Freiberuflichkeit erkennen.

Möchtest du dich in anderen Bereichen wie etwa dem Bau, dem Vertrieb oder der Programmierung als Freelancer selbständig machen, musst du in der Regel ein Gewerbe anmelden. Dies erfolgt meist beim Gewerbeamt an dem Ort, wo du deinen Wohnsitz oder gar Geschäftsräumlichkeiten hast.

Brauchst du für Investitionen externe Geldgeber oder kannst gar Fördermittel als Freelancer beantragen, dann musst du meist auch einen Businessplan vorweisen. Dieser unterscheidet sich dann jedoch von deinem eigenen Businessplan. Für eine Bankfinanzierung oder für die Beantragung von Fördermitteln musst du also einen speziell auf die geldgebende Institution ausgerichteten Businessplan erstellen.

Auch neudeutsch als Executive Summary bezeichnet, bildet dieser erste Abschnitt von deinem Businessplan eine kurze Vorschau auf die kommenden Kapitel. Ein Leser lernt dich und deine Geschäftsidee hier kurz und prägnant kennen. Dieser entscheidet aufgrund der Zusammenfassung, ob es sich lohnt deinem Businessplan mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Während einer Businessplanerstellung ergeben sich meist konzeptionelle Änderungen. Je nachdem können diese unterschiedlich umfangreich und detailliert sein. Damit du alle Änderungen in der Zusammenfassung erfasst, empfiehlt es sich, diese erst ganz am Ende abzufassen.  So kannst du am ehesten gewährleisten, dass du alle wesentliche Fakten berücksichtigst und Leser schlüssig die Einzigartigkeit und gleichzeitige Tragfähigkeit deiner geplanten Gründung deutlich erfassen.

Deine Freelance-Geschäftsidee ist das Herzstück deiner Gründung. Umreisse hier kurz und klar die Vision deines Freelance. Was für Freelanceistungen, in welchem Bereich möchtest du anbieten? Welches Bedürfnis am Markt kannst du mit deiner Freelance-Tätigkeit erfüllen? Welchen Nutzen hat deine Zielgruppe durch dein geplantes Freelance? Was sind deine diesbezüglichen Leistungsversprechen?

Als Freelancer, gilt es deine eigene Persönlichkeit und nachgewiesene Ausbildungsqualität als starkes Argument für oder gegen den Erfolg deiner geplanten Selbständigkeit abzuwägen. Dabei solltest du folgende Fragen beantworten:

  • Warum willst du dich selbstständig machen?
  • Welche fachlichen Kenntnisse besitzt du?
  • Musst du betriebswirtschaftlichen Kenntnisse auffrischen?
  • Kannst du dich selbst begeistern und Projekte ins Ziel bringen?
  • Wie ist deine Lösungsbereitschaft beim Auftreten von Herausforderungen? 
  • Erfüllst du alle rechtlichen Voraussetzungen, um in deinem Bereich als Freelancer tätig zu werden?

In einigen Berufsgruppen bedarf es einer speziellen Zulassung. Dies gilt insbesondere für die 12 verkammerten freien Berufe: Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Apotheker, Psychotherapeuten, Notare, Rechtsanwälte, Patentanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Architekten und Beratende Ingenieure. 

Beschreibe hier auch, was dich als Person vor deinen Mitbewerbern auszeichnet und welche Mängel du wie wettmachen möchtest.

Dieses Kapitel ist eines der wichtigsten Abschnitte von deinem Geschäftsplan. Denn es geht um die Analyse deiner Zielgruppe. Dessen genaue Beschreibung ist für die weitere Betrachtung enorm wichtig. Dabei solltest du alles zusammentragen, was du über deine künftigen Kunden oder Mandanten weisst. Ordne sie in klar abgrenzbare Gruppen und stelle deine Dienstleistungen für sie vor.

Willst du etwa für Personen oder Unternehmen tätig werden. Auf dem Bau gelten dabei andere Kriterien als bei einem Programmierer.

In diesem Abschnitt erstellst du eine branchenspezifische Sondierung der Marktsituation, einschließlich einer genauen Analyse deiner Mitbewerber. Je nach deinem Freelance-Modell muss dies bezogen auf den Standort oder entsprechend der digitalen Erreichbarkeit deiner Zielgruppe machen. Dabei gilt es auch deine direkten und indirekten Konkurrenten genau aufzuzählen. Analysiere deren Best Practices und wie du diese noch besser machen wirst. In diesem Punkt solltest du nochmals dein Alleinstellungsmerkmal als Freelancer herausarbeiten und am Markt überprüfen.

Deine Marketingmassnahmen als Freelancer sind stark abhängig von deinem genauen Tätigkeitsfeld.

Als Gewerbetreibender planst du hier entsprechend deiner analysierten Zielgruppe deine Angebote, von Lieferanten bis Werkzeugeinsatz. Danach beschreibst du deine bewerbenden Massnahmen. Wirst du auf Freelancer-Plattformen aktiv, bewirbst du eine eigene Website oder influenct oder vloggst du mit deinen eigenen Social Media-Channels? Welche Serviceangebote benötigen deine Leistungen als Freelancer?

Bei manchen freiberuflichen Tätigkeiten etwa ist Obacht bei der sogenannten "berufswidrigen Werbung" geboten. Dies betrifft besonders die heilkundlichen Berufe, denen eine anpreisende, irreführende oder vergleichende Werbung untersagt ist.

Für deine Selbstständigkeit als Freelancer ist eine Vielzahl an Rechtsformen denkbar. In der Regel wirst du als Einzelunternehmen gründen. Hierbei musst du dich beim Gewerbeamt oder als Freiberufler beim Finanzamt anmelden. Dazu musst du weder ins Handelsregister noch ins Partnerschaftsregister eingetragen werden. Du benötigest auch kein Mindeststammkapital, haftest jedoch bei Ansprüchen gegenüber deinem Unternehmen auch mit deinem Privatvermögen.

Zur Absicherung von Risiken solltest du auf jeden Fall auch entsprechende Gewerbeversicherungen abschliessen. Diese greifen immer dann, wenn Dritte einen Schaden erleiden, den du als Freelancer innerhalb deiner selbstständigen Tätigkeit verursacht hast oder du bekommst bei Unfall oder Krankheit Leistungen aus diesen. Als Finanzmakler oder Steuerberater musst du per Gesetz eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschliessen. 

In diesem Punkt von deinem Unternehmenskonzept geht es aber nicht nur um die Wahl deiner Rechtsform und deine Versicherung, sondern vielmehr um die Strukturierung der Geschäftsabläufe, im Speziellenm: wer macht was, wie, wann und wo? Somit musst du hier auch die Fragen zu einzusetzenden Hilfskräften, Outsourcing und Onlinetools klären.

Auf englisch wird dieser Punkt auch SWOT genannt. Hierbei musst du die Stärken und Schwächen, Chancen und Risiken deines Freelance-Unternehmens darlegen. Dabei geht es auch um die Beantwortung folgender Fragen:

  • Wie ralistisch kannst du deine Gründung abschätzen?
  • Welche innerern und äußeren Risiken könnten den Erfolg deines Unternehmens verzögern oder gar vereiteln?
  • Was kann im schlimmsten Fall passieren? Wie bist du auf Eventualitäten vorbereitet?

Schwächen und Risiken sollten hierbei klar angesprochen und Lösungen wie entsprechende Weiterbildungen, eigene Coachings, den Einsatz von Mitarbeitern und Technik angebracht werden.

In den vorangegangenen Kapiteln hast du schon viele Zahlen erarbeitet und gesammelt. Diese gilt es in diesem Abschnitt nun zu vervollständigen und klar darzustellen. Dabei solltest du auch folgende wichtige Fragen klären:

  • Wie willst du den Start in deine Selbstständigkeit finanzieren?
  • Welche Grundausstattung an Fahrzeugen, Material und Technik brauchst du dazu?
  • Bist du zunächst mobil tätig, nutzt du Coworking Spaces oder planst du einen eigenen Standort mit Kundenverkehr?
  • Welche Investitions- und laufenden Betriebskosten musst du zum Zeitpunkt der Gründung und in den ersten drei Jahren finanzieren?
  • Welches Honorar wirst und musst du im Gegenzug für deine Dienstleistung aufrufen?
  • Wieviele Kunden bzw. Aufträge benötigst du, um gemessen daran mindestens kostendeckend zu arbeiten?
  • Welche Margen müssen erreicht werden, um erste Gewinne zu erzielen.

Kalkuliere nicht zu optimistisch und am besten in verschiedenen Fallszenarien. In einigen Branchen gilt auch für Freelancer eine staatlich festgelegte Gebührenordnung, etwa für Ärzte, Steuerberater, Rechtsanwälte oder Architekten. Alle anderen Gewerke sollten den eigenen Markt und die Preise der unmittelbaren Konkurrenz bei der eigenen Preisgestaltung hinzuziehen.

Trotz der vielen Businessplan Beispiele ist die Erstellung eines Businessplans als Existenzgründern aber auch als erfahrener Unternehmer oft mühsam.

Mit unserem Businessplan Tool kommst du einfacher und dazu kostenfrei zu deinem Plan. Dabei wirst du Schritt für Schritt durch alle Bereiche eines Businessplans geleitet. Am Ende erhältst du ein rund 10-seitiges Dokument, welches du vollformatiert als PDF downloaden und ausdrucken kannst. Dieser Businessplan ist dann auch sofort etwa für die Förderprogramme der Agentur für Arbeit einsatzbereit.

Weiteres zum Businessplan Freelancer:

Businessplan Muster kostenfrei, für alle Branchen

Ein Businessplan Muster spart dir Zeit und Unannehmlichkeiten bei der Erstellung deines individuellen Businessplans für deine eigene Geschäftsidee. Was gehört in meinen Businessplan? Was muss ich bei den einzelnen Abschnitten beachten? Wie ist die Anordnung? All diese Fragen bekommst du einfach durch unsere Businessplan Muster beantwortet.

Businessplan kostenfrei erstellen

Ein Businessplan ist Muss für jeden Gründer und Unternehmer, denn er legt den Grundstein sowie die Richtschnur für das eigene Unternehmen. Dabei gilt es ihn ständig anzupassen. Zusätzlich wird er für die Beantragung von Finanzhilfen und anderen Massnahmen benötigt. Schritt für Schritt begleiten wir dich auf dem Weg zu deinem eigenen Businessplan.

Businessplan Freiberufler: Kostenloses Muster für deinen Plan

Als Freiberufler wie etwa Heilpraktiker, Berater, Ingenieur, Journalist oder Yoga-Guru solltest du auch dein Business planen und schriftlich formulieren. Wie du deine freiberufliche Geschäftsidee in einen Businessplan verwandelst, welche wichtigsten Inhalte dieser haben sollte und was du dabei beachtest, haben wir für dich zusammengestellt.

Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

Bild-Urheber:
iStock.com/Wavebreakmedia