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10.07.2020

Franchise Story mit Berndt Kienmeyer von SONNENTOR

SONNENTOR gehört im deutschsprachigen Raum zu den Top-3-Marken im Biofachhandel und führt seine Franchisenehmer auch in Krisenzeiten zum Erfolg. Mit welchen konkreten Maßnahmen SONNENTOR den stationären Handel unterstützt und wie das Franchiseunternehmen weiter nachhaltig wachsen will, erzählt uns Franchise Manager Berndt Kienmeyer im Gespräch.

Zur Neukundengewinnung in deiner Region

Berndt Kienmeyer, Leitung Franchise, SONNENTOR

Hallo Berndt. Sonnentor ist als Lizenzsystem seit 2008 in Deutschland und Österreich am Markt. Welche Herausforderungen stellen sich eurem Unternehmen in Zeiten von Corona?

Natürlich hat der Lockdown – wie den gesamten stationären Handel – auch die SONNENTOR Geschäfte und vor allem die selbständigen Franchise-Partner getroffen. Die größte Herausforderung war die fehlende Kundenfrequenz in den Geschäften und die daraus resultierenden Umsatzeinbußen.

Wie reagiert ihr auf die noch immer andauernden Beeinträchtigungen? Wie hat sich euer Tagesgeschäft verändert?

Wir haben vor allem versucht, mit konkreten Maßnahmen den stationären Handel zu unterstützen. Das ist uns mit einem Click & Collect Gewinnspiel und der Kampagne #supportyourlocals auf Facebook und Instagram, wo die Franchise-Partner in den Mittelpunkt gerückt wurden, gut gelungen. Man merkt, dass Kunden gezielter und bewusster einkaufen. Das zeigt sich an einem höherem durchschnittlichem Bonumsatz pro Kunde pro Einkauf. Dafür kommt der Kunde seltener.

Wie geht es euren Franchisenehmern mit diesen Veränderungen? Macht ihr ihnen besondere Unterstützungsangebote? 

Wir haben für Mai und Juni die laufende Franchise-Gebühr erlassen und für Juli und August reduzieren wir die Gebühr um die Hälfte. Zusätzlich wurden alle offenen Rechnungen – wie beispielsweise Warenrechnungen – um 90 Tage gestundet. Auch die konkreten Maßnahmen zur Unterstützung des stationären Handels wurden zu 100 % von der Zentrale getragen. Wir haben zudem die Franchise-Partner bei Verhandlungen mit den Vermietern zumeist erfolgreich unterstützt.

Nehmt ihr als Lizenzgeber staatliche Hilfen in Anspruch?

Wir als Zentrale haben bei einigen Mitarbeitern von der Kurzarbeit Gebrauch gemacht. Die Franchise-Partner haben neben der Möglichkeit der Kurzarbeit auch staatliche Förderungen genutzt.

Vor einem Jahr hast du uns erzählt, dass ihr euch als Franchisesystem in Deutschland in der Startphase befindet. Wie sieht es denn derzeit aus mit der Partnergewinnung, macht ihr besondere Angebote?

Wir haben im letzten Jahr unser Ladenbaukonzept komplett neu entwickelt und an unserer Expansionsstrategie gearbeitet. Der Fokus liegt in der ersten Phase der Expansion darauf, Partner in Süddeutschland zu gewinnen, da dort die Markenbekanntheit höher ist. Es gibt auch immer wieder potentielle Kandidaten. Wir brauchen aber auch passende und leistbare Standorte dafür. Wir bieten ein einzigartiges, unverwechselbares Konzept in einem Wachstumsmarkt, in dem sich Nachhaltigkeit, regionale Entwicklung und wirtschaftlicher Erfolg miteinander gut verbinden lassen.

Ladenbau SONNENTOR

Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst: Wie geht es SONNENTOR in sechs Monaten? Werdet ihr von der aktuellen Stärkung regionaler Produktion profitieren können?

Auf alle Fälle hat man in der Phase des Lockdowns ein anders Einkaufsbewusstsein der Kunden bemerkt. Davon haben auch Nahversorger und regionale Anbieter profitiert. Hoffentlich ist das auch langfristig spürbar. 

SONNENTOR gesamt hat den Vorteil, dass wir nicht nur von einem Vertriebskanal abhängig sind. Das ermöglicht uns, ein Franchise-System in dieser Qualität betreiben zu können. Davon profitieren auch die Franchise-Partner. Speziell in und nach dieser Zeit achten Kunden mehr auf Nachhaltigkeit, Regionalität und fairen Handel. Da sind wir mit unserem Konzept und unseren Produkten aktueller denn je und sicher gut aufgestellt.

Habt ihr eure Marketingstrategie aktuell verändert? 

Generell haben wir unsere Marketingstrategie nicht geändert, sondern kurzfristig an die geänderte Situation angepasst!

Du hast schon vor Corona über Digitalisierung als zwingende Strategie in eurem Business gesprochen. Ist Digitalisierung für euch aktuell noch wichtiger geworden?

Es hat uns zumindest bestärkt, dass wir hier am richtigen Weg sind. Speziell in dieser Phase hat man auch gesehen, welche Vorteile digitale Tools haben. Wir konnten mit Homeoffice und Webkonferenzen unsere Arbeit fast uneingeschränkt weiterführen. Im Vertrieb haben wir verstärkt die Click & Collect Möglichkeit beworben, um den stationären Handel zu unterstützen. Auch in unserem neuen Ladenbaukonzept haben wir Screens in der Auslage eingesetzt. Das erspart uns viele ständig wechselnde Plakate und erzeugt Aufmerksamkeit.

SONNENTOR Sortimentsauswahl

Bewertet ihr die Corona-Krise als eure bisher schwierigste unternehmerische Herausforderung?

SONNENTOR gibt es mittlerweile über 30 Jahre. Da sind wir schon durch einige Krisen gegangen. Daher sind wir überzeugt, dass wir langfristig durch nachhaltiges Wirtschaften, ein Wirtschaften miteinander und im Sinne der Umwelt, auf einem guten Weg sind.

Welchen Rat gibst du anderen Unternehmern für diese Zeiten mit auf den Weg?

Das einzige Beständige in der Wirtschaft ist die Veränderung. Jede Krise bietet auch Chancen. SONNENTOR sieht Krisen als Chancen, es ist nicht unsere erste Krise und wir haben jede Krise gestärkt überstanden. Wir haben diese Zeiten immer dafür genutzt, wichtige Strukturen zu stärken und Ballast abzuwerfen. Hier kommt uns auch unser Gemeinwohl-Tun zu Gute – Kooperation über die Konkurrenz stellen.

Vielen Dank für deine Zeit, Berndt, und weiterhin viel Erfolg mit SONNENTOR!

Wir haben euch SONNENTOR im Juni 2019 bereits ausführlich vorgestellt. Hier kannst du das ursprüngliche Interview nachlesen.

Sende uns eine Mail und wir stellen dein Franchise-System in den Fokus!

Du willst mit deinem Unternehmen expandieren und suchst interessierte Franchisenehmer? Dann schreib uns eine E-Mail mit dem Betreff "Franchise-Interview" an service@unternehmenswelt.de und stell dein Geschäftskonzept vor. Wir melden uns anschließend bei dir.

Know-how Vorsprung nutzen: Franchisenehmer werden

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Franchise-Interview mit SONNENTOR

1988 hatte der erst 23-jährige Johannes Gutmann eine Idee, für die er damals wenig Anerkennung erntete. Er wollte Bio-Produkte aus seiner Heimat in einem Portfolio und unter dem Logo einer lachenden Sonne vertreiben. Mittlerweile ist das Ein-Mann-Startup zu einem Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern angewachsen und zählt zu den erfolgreichsten Unternehmen in Österreich. 2014 wurde das SONNENTOR Geschäftskonzept in Deutschland mit dem Green Franchise Award ausgezeichnet. Franchise-Verantwortlicher Berndt Kienmeyer gibt im Interview Einblicke in die Geschichte von SONNENTOR und welche persönlichen und finanziellen Anforderungen Franchise-Partner erfüllen sollten.

Know-how Transfer

Franchise Handbuch: Erfolgreicher Know-how Transfer für Franchisepartner

Das Franchise-Handbuch bündelt das gesamte Wissen einer Franchise-Marke. Franchisepartner genießen einen Wettbewerbsvorteil, wenn ihnen ein erfolgreicher Know-how Transfer gelingt. Franchisegeber wiederum können mit einem gut strukturierten Handbuch schneller expandieren.

Franchise Trends 2020

Franchise Trends 2020

Der Trendbarometer für die Franchise Branche zeigt 2020 in eine deutliche Richtung. Die Top-Performer der Franchise Systeme bieten ihren Kunden gesunde, grüne und gebrauchsfertige Lösungen. In welchen Wachstumsbranchen interessierte Franchisenehmer besonders erfolgversprechend gründen können, erfährst du hier.

Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.