05.04.2019

Coworking

Zielgruppen, Bedeutungskonzepte, Pro & Contra, Trends

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Als Freiberufler oder Gründer zu Beginn eines Geschäftsaufbaus ist das home office entweder elementar und/oder finanziell oft noch geboten. Der mangelnde Austausch mit Kollegen oder anderen Gründern kann mittelfristig allerdings kontraproduktiv sein. Digitale Geschäftsideen mit viel Spielraum für Work & Travel haben ebenfalls dazu geführt, dass das Modell des Coworking und Coworking Space eine kostengünstige Alternative zur festen Büroadresse sein kann. Wie hat sich Coworking von "nur" freiem W-LAN-Zugang in noch zweckentfremdeten Räumen hin zu attraktiven teils branchenspezifischen Metropolstandorten entwickelt? Welche Modelle für welche Personen- und Berufsgruppen bieten sich aktuell an?

Werkstudenten, Kleinunternehmer, Freiberufler, Start-Up-Gründer und der allgemeine Wunsch nach mehr Mobilität am Arbeitsplatz

Werkstudenten, Kleinunternehmer, Freiberufler, Start-Up-Gründer und der allgemeine Wunsch nach mehr Mobilität am Arbeitsplatz

Fast 15 Jahre sind vergangen, seitdem der Begriff Coworking 2005 in San Francisco von Brad Neuberg zuerst geprägt wurde. Dem dortigen initialen Spiral Muse Coworking Space innerhalb eines Kunst- und Kulturzentrums sollen laut Statista geschätzt im Jahr 2020 mehr als 26.000 Coworking Spaces folgen. Der klassische Freelancer und Entrepreneur aus dem kreativen Start-Up-Umfeld ist zwar nach wie vor Hauptklientel. Prinzipiell hat sich aus dem Trend flexibler Arbeitszeiten mit Homeoffice-Modulen mittlerweile jedoch ein Arbeits- und Geschäftsmodell innerhalb breiter Wirtschaftszweige entwickelt. Dieses Bedürfnis bedienen Coworking Spaces mittlerweile weltweit mit unterschiedlich buchbaren Mietoptionen.

Neben den wichtigsten Stationen von der Ursprungsidee bis hin zu aktuellen Konzepten, zeigen wir Vor- und Nachteile von Coworking als Arbeitsform auf und verfolgen Trends einer rund um den Globus agilen Bewegung.

Coworking Spaces in Ihrer Region

New Work – Arbeit 4.0 gemeinsam nachhaltig gestalten
Anlässlich seiner Jahrestagung veranstaltet der Bundesdeutsche Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management e.V. (B.A.U.M) am 2. September ein interaktives Trainingsevent zum Schwerpunktthema „New Work – Arbeit 4.0 gemeinsam nachhaltig gestalten“. Interessierte KMUs sind hierfür in das Hamburger Coworking Space BEEHIVE eingeladen für Praxistipps zu den Themen Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Gemeinwohlbilanzierung oder Design Thinking. Hier finden Sie alle Informationen zum Anmeldeverfahren, Tickets & Preisen.
New Work
Ist der Wunsch nach freier Selbstverwirklichung ein Monopol der StartUp-Kultur oder kann ein Produktionsmitarbeiter eines mittelständischen Betriebs seinen Arbeitsplatz gleichsam kreativ gestalten? Welche New Work-Methoden nutzt man in Zeiten der Digitalisierung? Wir folgen dem Begriff New Work zu seinen Ursprüngen und staunen darüber, welche Berufsgruppe tatsächlich die Pioniere der New Work-Bewegung sind.
Neue Arbeitswelten: Coworking Spaces für KMUs
Der in Q2 2019 von Cushman & Wakefield Research veröffentlichte European Coworking Hotspot Index unterstreicht die wachsende Bedeutung von Coworking als flexibles Arbeitsmodell im gesamteuropäischen Vergleich. Immer mehr kleinere Unternehmen und mittelständische bis größere Unternehmen entdecken die Vorzüge voll ausgestatteter Büroflächen zu kurzen Mietlaufzeiten an attraktiven Standorten mit einem vielschichtigen Netzwerk-Angebot. Dies gilt für deutsche Metropolen und kleine Kommunen gleichermaßen.
Coworking in Köln
Köln ist die viertgrößte Stadt Deutschlands mit mehr als 1 Mio. Einwohnern. Neben großer historischer Tragweite innerhalb einer über 2000-jährigen Stadtgeschichte, überliefert in bedeutenden Denkmälern wie dem UNESCO-Weltkulturerbe Kölner Dom, ist die Stadt Köln außerdem moderne Wirtschaftsmetropole. Bedeutende Standorte führender Unternehmen aus der Medien-, Automobil- oder chemisch-pharmazeutischen Branche kennzeichnen die Stadt. Wer in Köln einen flexiblen Arbeitsplatz sucht, findet ihn in einem der zentralen Coworking Spaces mit teils attraktiven Zusatzleistungen.
Coworking in Frankfurt am Main
Die Mainmetropole mit mehr als 750.000 Einwohnern ist mehr als nur wichtiger europäischer Finanzplatz. Mehr als 7000 Existenzgründungen im Jahr 2018 und mehrere StartUp-Inkubatoren dokumentieren Unternehmergeist und Visionskraft der Stadt. In der größten Stadt Hessens finden Freiberufler, Einzelunternehmer und StartUps an vielen attraktiven innerstädtischen Punkten moderne Coworking-Flächen.
Coworking in München
Im Rahmen einer Studie von Deloitte aus dem Jahr 2018 zur Bewertung und Einschätzung digitaler Tech-Hubs in Deutschland anhand von ökonomischen Indikatoren und Kennziffern des Arbeitsmarktes hat München zuletzt den 1. Platz unter insgesamt 30 deutschen Metropolregionen erzielt. Und auch sonst sind die Werte der bayrischen Landeshauptstadt herausragend. Im Europäischen Wirtschaftsvergleich von 295 Regionen in 32 europäischen Ländern durch LaSalle Investment Management konnte München 2018 einen ebenfalls beachtlichen 5. Platz verbuchen. Trotz angespannter Immobilienlage bleibt die Stadt nach wie vor als Arbeits- und Lebensmittelpunkt attraktiv. Zahlreiche Coworking Spaces bieten hierfür die optimale Infrastruktur. Eine Auswahl von zentralen Coworking Spaces haben wir Ihnen mit ihrem jeweiligen Angebot gelistet.
Coworking in Hamburg
Mit 1,7 Mio. Einwohnern ist Hamburg nach Berlin die zweitgrößte deutsche Stadt. Im Sustainable Cities Index 2018, der weltweit 100 Metropolen bezüglich Ökologie, Lebensqualität und Wirtschaftlichkeit untersucht hat, ist Hamburg auf Platz 17 anzutreffen. Geringe CO2-Emissionen, eine unverwechselbare Naturlandschaft und prosperierende Wirtschaft können im internationalen Vergleich überzeugen. Dienstleister, Digitalpioniere oder Remote Worker aller Branchen finden mittlerweile an vielen attraktiven Standorten bezahlbare Coworking-Strukturen. Wir stellen Ihnen einige ausgewählte Coworking Spaces vor.
Coworking in Berlin
Mit seiner kreativen, innovativen und lebhaften Start-Up-Szene schafft es Berlin im europaweiten Vergleich der Coworking-Szene 2019 auf Platz 7. Deutschlandweit liegt die Hauptstadt sogar auf Rang 1, wenn es um die Ausschöpfung vorhandener und noch zu gestaltender Coworking-Strukturen geht. Zwischen St.Oberholz in Mitte und dem betahaus in Kreuzberg hat sich in mehr als 10 Jahren Coworking-Geschichte ein weites Netzwerk von Anbietern etabliert, wie an keinem anderen Standort in Deutschland.
Coworking in Leipzig
Mehr als 20 Coworking-Spaces hat Leipzig zu bieten. Große Anbieter wie Design Offices oder rent24 eignen sich besonders für eine mobile internationale Klientel und befinden sich an innerstädtischen Knotenpunkten. Klassische Coworking Spaces mit weitreichendem Vernetzungs- und Förderangebot richten sich an Freiberufler und Start-Up´s der aufstrebenden Metropole. Wir geben Ihnen einen Überblick über die Leipziger Coworking-Szene.
Die Digital HUB Initiative
Das Bundeswirtschaftsministerium sowie verschiedene namhafte Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft stehen hinter der Digital Hub Initiative, die 2017 ins Leben gerufen wurde. Das Netzwerk fördert an deutschlandweiten Standorten Gründer und Startups bei der Entwicklung innovativer Projektideen zu Digital- und Technologiethemen. Als Kernziel verfolgt die Initiative ein Vorantreiben der Digitalisierung in den Kernbereichen der deutschen Wirtschaft. Wir stellen Ihnen ausgewählte Coworking Spaces der Digital HUB Initiative vor.

Coworking von den Anfängen bis zum Expansionsboom in den Jahren 2005 bis 2008

Gab es bereits in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts Coworking-ähnliche Strukturen wie das c-base in Berlin oder das 42West24 in New York, so wurde der Begriff Coworking tatsächlich erst von Brad Neuberg 2005 für das Spiral Muse in San Francisco geprägt. Neuberg, der als Freelancer in verschiedenen Bereichen kreativ tätig sein wollte, suchte sich damals zu diesem Zweck ein sowohl personell als auch räumlich inspirierendes Umfeld zu gestalten: „I decided to create a new kind of space to support the community and structure that I hungered for and gave it a new name: coworking.“ In Deutschland eröffnete mit dem St. Oberholz ungefähr zeitgleich das 1. Coworking Café in Berlin, das seinen Gästen aus der digitalen Kreativwirtschaft bewusst offene W-Lan-Nutzung zur Verfügung stellte. Eine Professionalisierung und regelrechter Boom der Coworking Spaces ist ab 2007/2008 nachzuzeichnen. Das Citizen Space in Zürich öffnet seine Pforten 2007 und 2009 kann auch Deutschland mit dem betahaus in Berlin den 1. offiziellen Coworking Space des Landes vorweisen.

Damit steigt die Zahl weltweiter Coworking Spaces 2008 auf 160 zum Jahresende. Ende 2010 hat sich diese Zahl bereits fast vervierfacht auf über 600 Coworking Spaces weltweit. Dies bildet eine günstige Ausgangslage für neue teils großvolumige Coworking Space-Ideenkonzepte, die sich zu dieser Zeit Bahn brechen.

Coworking in Expansion 2008 bis heute - Design Offices, WeWork und rent24

Inmitten des Coworking Boom 2008 gründet sich unter dem Konzept „New Work“ und der Forderung nach „selbstbestimmter Arbeit“ bei freier Zeiteinteilung in angenehmem Ambiente Design Offices in Nürnberg. 11 Jahre danach operiert das Unternehmen 2019 bereits an 20 deutschlandweiten Standorten. Kurz danach betritt 2010 mit WeWork aus New York ein weiterer BigPlayer die Coworking-Bühne. Mehrere millionenschwere Fundings 2013 und 2014 erleichtern zunächst den Einstieg in den US-Markt. 4,4 Mrd. USD Investition vom Großinvestor Softbank fließen 2017 schließlich in die EU-Expansion. Mit Eröffnung des WeWork Atrium Towers am Potsdamer Platz eröffnet das mittlerweile auf 20 Mrd. USD geschätzte Unternehmen 2018 auf 14 Etagen und 13.000qm schließlich den größten Coworking Space Deutschlands. Der Anbieter rent24 baut ab 2015 in Berlin mit seinem Konzept von Coworking und Coliving das Anbieter-Portfolio weiter aus. Neben flexiblen Arbeitsplätzen können außerdem „Wohnumgebungen“ angemietet werden. Dieses „Arbeite auf der ganzen Welt. Wir kümmern uns um den Rest“-Sorglospaket steht 2018 bereits in sechs Ländern an 35 Coworking Spaces zur Verfügung. Bis Ende 2019 auf soll es auf 120 Standorte anwachsen.

Dass diese Expansion Coworking als Geschäftsmodell und nicht als Lebensform ins Zentrum stellt, wird vielfach kritisiert. Tatsächlich weisen die Zahlen laut Deskmag Survey aktuell jedoch noch in eine andere Richtung:

  • 55 Prozent der deutschen Coworking Spaces werden von Individualnutzern und Unternehmen mit weniger als 10 Angestellten als Hauptkundenstamm genutzt
  • Mehr als 50 Prozent aller Spaces haben immer noch weniger als 50 Mitglieder
  • Nur etwas mehr als 20 Prozent hat 150+ Mitglieder
  • Mehr als 70 Prozent aller Coworking Spaces wollen allerdings weiter expandieren bei insgesamt steigender Nachfrage nach sowohl Einzelarbeitsplätzen, als auch Privatbüros

Die Vor- und Nachteile von Coworking

Die Vor- und Nachteile von Coworking

Bevor man als Freelancer oder Gründer seinen Arbeitsplatz definiert - Home Office, fixe Anmietung eigener Geschäftsräume oder flexibles Coworking - sollte man sich die Vor- und Nachteile vergegenwärtigt haben.

Infrastrukturelle Nachteile im ländlichen Raum, Begrenzter Platz & Mangel an Konzentration als mögliche Probleme

  • Coworking Spaces finden sich vorwiegend in mittelgroßen bis Großstädten; vergleichsweise geringes Angebot in kleineren Städten
  • Coworking bedeutet immer Kosten; Home Office ist immer for free
  • günstige Konditionen für einen Hot Desk auf offener Fläche (variabler Arbeitsplatz) wiegen unpersönliche Atmosphäre und Geräuschkulisse u.U. nicht auf
  • Coworking bedeutet ein hohes Maß an Kommunikation und Absprache gegenüber der eigenen jederzeit nutzbaren Wohnung oder konstant angemietetem Büro
  • Arbeiten in Stille ist auf offenen Coworking-Flächen kaum möglich
  • Im Gegensatz zum Home Office entstehen beim Coworking Kosten

Günstige Miete, Infrastruktur, Vernetzung und Förderangebote als klare Vorteile

  • flexible Miete von nur tatsächlich genutzten Flächen
  • zumeist an attraktiven innerstädtischen Standorten der jeweiligen Metropole
  • volle technische Ausstattung bei kleiner Mitmiete; Meetingräume flexibel buch- und nutzbar; auf Wunsch geschlossene Büros
  • Austausch und Vernetzung mit anderen Gründern und Investoren möglich
  • Coworking Spaces mit Förderangeboten, Investorenvermittlung für Gründer

Coworking Spaces bieten besonders für Freelancer und Seed-Unternehmungen finanzielle Erleichterung in der Anmietung günstiger flexibler Arbeitsplätze und repräsentativer Räumlichkeiten inklusive technischer Ausstattung. Ein inspirierendes Umfeld aus teils thematisch affinen Branchen animiert zum Netzwerken und dem berühmten Blick über den Tellerrand.

Klaus-Peter Stiefel, Co-Autor der Fraunhofer-Studie "Faszination Coworking" aus dem Jahr 2014 und der Folge-Studie "Coworking - Innovationstreiber für Unternehmen" behauptet sogar, "dass die Community in einem Co-Working Space Leute fasziniert und motiviert und sich positiv auf Innovationen auswirkt, weil Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten gemeinsam und temporär an Projekten arbeiten".

Mit einem gelungenen Pitch besteht oft zudem Aussicht auf sehr lukrative finanzielle oder Coaching-Förderung für Gründer bzw. ein an die Einmietung bereits geknüpftes Investitionsprogramm.

Digitale Nomaden profitieren von Coworking Visa

Digitale Nomaden profitieren von Coworking Visa

Immer neue an attraktiven innerstädtischen Knotenpunkten entstehende Coworking Spaces mit hoher Flexibilität in den buchbaren Optionen bzw. thematischen Schwerpunkten und Incentives sorgen aktuell dafür, dass sich der Markt für unterschiedliche Bedürfnisse weiter ausdifferenzieren wird. Mit Coworking Visa ist es z.B. schon jetzt möglich als Mieter eines Coworking Spaces, der an der Initiative beteiligt ist, auch andere Coworking Spaces weltweit für einen begrenzten Zeitraum kostenlos mitzunutzen. Damit kommt man nicht nur weg vom Home Office der eigenen 4 Wände, sondern außerdem an einige der schönsten Orte der Welt.

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