18.10.2018

Arbeiten an Heiligabend, Weihnachten und Silvester

Für einige Berufsgruppen sind die Feiertage zum Jahresende nicht frei

Heiligabend und Silvester sind keine Feiertage. Es hängt vom jeweiligen Arbeitgeber ab, ob sie frei sind, einen halben oder einen ganzen Urlaubstag erfordern. Dagegen sind der 25. und 26. Dezember gesetzlich festgelegte Feiertage, an denen das Arbeiten generell untersagt ist. Doch in einigen Branchen müssen Mitarbeiter auch in der vermeintlich besinnlichen Zeit den Betrieb am Laufen halten.

Unternehmer in der Pflege, Gastronomie oder Landwirtschaft kennen das: Auch an Feiertagen muss der Betrieb aufrecht erhalten werden. Zuschläge verschaffen hier Mitarbeitern einen finanziellen Anreiz, auch an unbeliebten Tagen zu arbeiten. Eine Pflicht, Zuschläge in bestimmter Höhe zu zahlen gibt es allerdings nicht. Erfahren Sie, was für die Arbeit an den Feiertagen gilt.

Wahrscheinlich wollen die Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen die Feiertage zu Weihnachten und dem Jahreswechsel gemütlich zu Hause verbringen und es sich bei Plätzchen und anderen Leckereien gut gehen lassen. Doch in einigen Branchen müssen Mitarbeiter auch in der vermeintlich besinnlichen Zeit den Betrieb am Laufen halten. Im Arbeitszeitgesetz (ArbZG § 9-13) ist geregelt, wer unter welchen Bedingungen an Feiertagen arbeiten muss.

Wer muss trotz Weihnachtszeit und Jahreswechsel wann arbeiten?

Heiligabend und Silvester sind keine Feiertage. Ob sie frei sind, einen halben oder einen ganzen Urlaubstag erfordern, hängt von den Abmachungen in Ihrem Unternehmen ab. Dagegen sind der 25. und 26. Dezember sowie der 1. Januar gesetzlich festgelegte Feiertage, an denen das Arbeiten generell untersagt ist. Allerdings sind im ArbZG § 10 Ausnahmen vom Beschäftigungsverbot aufgeführt. So muss beispielsweise in Pflege, Gastronomie, Landwirtschaft und Verkehrswesen auch an Feiertagen eine Versorgung gewährleistet sein.

Feiertagszuschläge müssen vertraglich geregelt sein

Einen gesetzlichen Anspruch auf sogenannte Feiertagszuschläge gibt es nicht. Lediglich für geleistete Nachtarbeit an solchen Tagen gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Aufschlag. Ansonsten steht an Sonn- oder Feiertagen arbeitenden Mitarbeitern laut § 11 des ArbZG lediglich ein Ersatzruhetag zu.

Finanzielle Anreize für die Feiertagsarbeit helfen Unternehmern aber, ihre Mitarbeiter für die Arbeit auch an Feiertagen zu gewinnen. Da per Gesetz kein Anspruch auf Zuschläge existiert, gelten stattdessen die Abmachungen entweder aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag.

Diese Zuschläge sind einkommensteuerfrei

Wenn Ihre Mitarbeiter an einem Feiertag arbeiten und einen vertraglich vereinbarten Zuschlag erhalten, dann lohnt sich das für sie auch steuerlich. Denn laut Einkommensteuergesetz § 3b sind für tatsächlich geleistete Arbeit an folgenden Tagen Zuschläge bis zu dieser Höhe im Verhältnis zum Grundlohn steuerfrei:

– am 24. Dezember ab 14 Uhr und am 25. und 26. Dezember: 150 Prozent

– am 31. Dezember ab 14 Uhr: 125 Prozent

Das gilt, wenn der Grundlohn pro Stunde 50 Euro nicht überschreitet. Allerdings ist Steuerfreiheit nicht gleich Freiheit von Sozialversicherungsbeiträgen. Für die Beitragsfreiheit zur Sozialversicherung gilt bei Feiertagszuschlägen ein Grundlohn von maximal 25 Euro. Grundlage hierfür ist die Sozialversicherungsentgeltverordnung §1 (1) 1.

Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

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