11.12.2020

Arbeiten an Heiligabend, Weihnachten und Silvester

Welche arbeitsrechtlichen Regeln gelten Weihnachten und Silvester? Was sind Feiertage vs. normale Arbeitszeit? Welche Zuschläge muss ich zahlen? In vielen Branchen herrscht auch an Weihnachten und Silvester ganz normales Tagesgeschäft. Was Arbeitgeber und ihre Mitarbeiter bei der Dienstplanung berücksichtigen müssen, erfährst du hier.

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Arbeiten an Heligabend, Weihnachten & Silvester: Das gilt

Unternehmer in der Pflege, Personenbeförderung, Logistik oder im Gastgewerbe kennen das: Auch an Feiertagen muss der Betrieb aufrecht erhalten werden. Zuschläge verschaffen hier Mitarbeitern einen finanziellen Anreiz, auch an unbeliebten Tagen zu arbeiten. Eine Pflicht, Zuschläge in bestimmter Höhe zu zahlen gibt es allerdings nicht. 

Das Arbeitszeitgesetz ist die Grundlage für alle rechtlichen Fragen rund um das Thema Feiertagsbeschäftigung in Deutschland. In § 9 ArbZG definiert der Gesetzgeber zunächst eine allgemeine Sonn- und Feiertagsruhe: 

Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und gesetzlichen Feiertagen von 0 bis 24 Uhr nicht beschäftigt werden.

- § 9 Arbeitszeitgesetz (ArbZG); vgl. Abweichungen nach Branchen

Wer muss trotz Weihnachtszeit und Jahreswechsel wann arbeiten?

Sofern es nicht möglich ist, diese Arbeiten an Werktagen zu verrichten, dürfen Arbeitnehmer an Sonn- und Feiertagen auch abweichend von § 9 beschäftigt werden. Eine Auflistung möglicher Branchen und Tätigkeitsfelder bringt denn auch sogleich § 10 ArbZG ins Spiel. Dazu zählen Krankenhäuser, Not- und Rettungsdienste, das Berherbungs- und Gastgewerbe, Kultur- und Veranstaltungsstätten, Verkehr und Logistik, Sicherheit und Wachschutz, Energie- und Landwirtschaft und mehr.

Heilgabend und Silvester sind keine Feiertage

Heiligabend und Silvester sind keine Feiertage. Ob sie frei sind, einen halben oder einen ganzen Urlaubstag erfordern, hängt von den Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ab. In vielen Bereichen gibt bereits Tarifverträge, die für Heiligabend und Silvester eine Arbeitsbefreiung vorsehen, zum Teil wenigstens für einen halben Tag.

Dagegen sind der 25. und 26. Dezember sowie der 1. Januar gesetzlich festgelegte Feiertage, an denen das Arbeiten generell untersagt ist. Ausnahmen von diesem Beschäftigungsverbot im Sinne einer gleichbleibenden Versorgungsgewährleistung listet wie bereits erwähnt ArbZG § 10.  

Als Feiertagsarbeit gilt generell die Arbeit in der Zeit von 0 Uhr bis 24 Uhr des jeweiligen Feiertags. Auch die Arbeit am Folgetag von 0 Uhr bis 4 Uhr gilt als Feiertagsarbeit, wenn der Dienst am Feiertag begonnen wurde. 

Feiertagszuschläge müssen vertraglich geregelt sein

Einen gesetzlichen Anspruch auf sogenannte Feiertagszuschläge gibt es nicht. Lediglich für geleistete Nachtarbeit an derlei Tagen gibt es einen gesetzlichen Anspruch auf einen Aufschlag. Darüber hinaus steht arbeitenden Mitarbeitern an Sonn- oder Feiertagen  laut § 11 Abs. 3 ArbZG lediglich ein Ersatzruhetag zu.

Finanzielle Anreize für die Feiertagsarbeit helfen Unternehmern aber, ihre Mitarbeiter für die Arbeit auch an Feiertagen zu gewinnen. Da per Gesetz kein Anspruch auf Zuschläge existiert, gelten stattdessen die Abmachungen entweder aus Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder dem Arbeitsvertrag.

Diese Zuschläge sind einkommensteuerfrei

Wenn deine Mitarbeiter an einem Feiertag arbeiten und einen vertraglich vereinbarten Zuschlag erhalten, dann lohnt sich das für sie auch steuerlich. Denn laut Einkommensteuergesetz § 3b sind für tatsächlich geleistete Arbeit an folgenden Tagen Zuschläge bis zu dieser Höhe im Verhältnis zum Grundlohn steuerfrei:

  • am 24. Dezember ab 14 Uhr und am 25. und 26. Dezember: 150 Prozent*
  • am 31. Dezember ab 14 Uhr: 125 Prozent*

*Das gilt, sofern der Grundlohn pro Stunde 50 Euro nicht überschreitet.

Steuerfreiheit am Feiertag ist nicht gleichbedeutend mit Beitragsfreiheit

Steuerfreiheit bedeutet nicht gleich Freiheit von Sozialversicherungsbeiträgen. Für die Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung darf ein Grundlohn mit maximal 25 Euro zugrundegelegt werden. (Im normalen Steuerrecht gelten 50 Euro.) Grundlage hierfür ist die Sozialversicherungsentgeltverordnung §1 (1) 1.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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