11.10.2019

Crypto News der Woche 41/2019

Freistaat Bayern fördert Blockchain in der Energiewirtschaft, Telegram Open Network veröffentlicht Nutzungsbedingungen kurz vor Launch, Crypto-Edelmetall-Händler Vaultoro bekommt Redesign u.v.m.

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Ende Oktober soll das seit langem mit Spannung erwartete Telegram Open Network live gehen. Anonymisierte Transaktionen mit der netzwerkeigenen Cryptowährung Gram sollen dann schnell und sicher möglich sein. Mit seinen mehr als 500 Millionen Nutzern könnte das neue Projekt des TopTen Messengers schnell zu einer der größten Blockchains überhaupt werden. Erste rechtliche Rahmenbedingungen zur Nutzung wurden nun veröffentlicht. Große Veränderungen stehen auch bei Vaultoro ins Haus. Die erste Bitcoin – Gold – Börse will bis Ende des Jahres einen goldgedeckten Cryptotoken („VGold“) auf Basis der Lightning Technologie auf den Markt bringen. Dies und mehr in den Crypto News der Woche.

Blockchaintechnologie

Weltcomputer und Open Community: Ethereum und Cardano bekennen sich zu Proof of Stake

Sowohl Ethereum als auch Cardano planen im ersten Quartal 2020 den (Re)Launch ihres PoS Netzwerks. Dies berichtet in dieser Woche Crypto Monday. Was sich seit geraumer Zeit bei Ethereum erst schrittweise vollzieht, ist bei Cardano schon länger Netzwerkpraxis. Die große Umstellung wird darin liegen, als dass „das Privileg, Validator zu sein“ nun auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Denn bislang waren maßgeblich drei große Organisationen als Validatoren bei Cardano tätig: die Cardano Foundation, Input Out Hong Kong (=IOHK) und Emurgo. "Das Upgrade markiert den Startpunkt, das Cardano Protokoll komplett der Community zur Verfügung zu stellen", erklärte nun Charles Hoskinson, Geschäftsführer von IOHK, die Motive hinter der Öffnung. Vitalik Buterin verspricht sich durch die Umstellung neben "mehr Reife" für die zweitgrößte Blockchainplattform der Welt außerdem eine große Zielgruppe: "Ethereum 1.0 ist der (lückenhafte) Versuch von einigen Leuten den Weltcomputer zu erschaffen; Ethereum 2.0 mit PoS wird allerdings tatsächlich der Weltcomputer sein."

Blockchain im Alltag

Brexit goes Blockchain: Wie ein harter Deal weich abgefangen werden könnte

Der 31. Oktober rückt näher und im Brexit-Krimi scheint keine Auflösung in Sicht. Sollte es zu einem No-Deal Brexit kommen, droht eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland, die den freien Waren- und Personenverkehr zwischen den Ländern erheblich beeinträchtigen würde. Schätzungsweise 72 Millionen Fahrzeuge passieren jährlich die irisch-nordirische Grenze, über die sich auch Lieferketten von Unternehmen spannen. Die unter Eintritt eines harten Brexit drohenden Zollkontrollen könnten die Behörden bald  vor eine logistische Mammutaufgabe stellen. Wie BTC-ECHO berichtet, hat das Unternehmen ELAND nun einen Vorschlag gemacht zur Etablierung eines blockchainbasierten Systems für den Güterverkehr. Computergesteuerte Container, die via GPS-Daten verfolgt werden können, sollen die Grenzposten entlasten. Um in diesem Verlauf Manipulationen zu unterbinden, soll die Aufzeichnung aller relevanten Daten über eine Blockchain erfolgen. Das Nachrichtenmagazin REUTERS zitierte ELAND CEO Charles Le Gallais, der erklärte, das System als Demo innerhalb von 3 Monaten zur Verfügung stellen zu können. Eine vollständige Implementierung könne bereits im Zeitraum eines Jahres erfolgen. Die Reaktionen auf diesen Vorstoß fallen unterdessen gemischt aus.

Plattformökonomie: Freistaat Bayern fördert Blockchainprojekt der Energiewirtschaft

Wie können verschiedenste Energieerzeuger – ob Hauseigentümer mit Photovoltaik-(PV)-Anlage auf dem Dach, Bürgerenergiegenossenschaften mit Windkraftanlagen bis BHKW-Betreiber – ihren Strom vor Ort direkt an Kunden vermarkten? Das erforscht aktuell die Thüga, das größte Netzwerk kommunaler Energie- und Wasserdienstleister in Deutschland, gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM), den regionalen Energieversorgern erdgas schwaben und Energie Südbayern sowie mit Syneco und Thüga SmartService (TSG). Die Forschungsgemeinschaft will herausfinden, wie eine regionale Stromhandelsplattform (RegHEE) auf Basis von Blockchain-Technologie funktionieren kann. Gefördert wird das Projekt über das Zentrum Digitalisierung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie.

Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, versprechen sich die Forschungsteilnehmer u.a. Mehrwerte durch manipulationssichere Transaktionen für die Plattformteilnehmer und ganz allgemein Netzwerkeffekte für viele kleine Energieerzeuger: "Neue Technologien, wie Blockchain und Smart Meter, ermöglichen uns ganz neue Denkansätze. In Kürze werden viele kleine PV-Anlagen aus der Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz fallen. Mit der regionalen Stromhandelsplattform RegHEE können wir regionale und nachhaltige Lösungen für unsere Kunden entwickeln", erklärte Marcus Böske, Sprecher der Geschäftsführung von Energie Südbayern.

Cryptowährungen

Proof of Work wird nicht müde: Neue Generation Antminer vorgestellt

Anlässlich des World Digital Mining Summit in Frankfurt am Main am 9. Oktober hat Mining Platzhirsch Bitmain die nächste Generation des Antminers vorgestellt. Die Geräte sind leistungsfähiger und sparsamer, jedoch weit weniger, als man vermuten würde. Während die Hash Rate bei beiden vorgestellten Geräten um etwa 50 Prozent im Vergleich zum Vorgängermodell tatsächlich deutlich gesteigert werden konnte, hat sich der Verbrauch lediglich um etwa 10 Prozent verbessert. Welche technischen Features der Antminer aufweist und ob er die Konkurrenz tatsächlich unter den Tisch rechnen kann, lesen Sie auf BTC-ECHO.

Telegram Open Network: Nutzungsbedingungen zur Gram Wallet veröffentlicht

Für Ende Oktober ist der Start des TON geplant. Das als Blockchain der 5. Generation bezeichnete Netzwerk will laut eigener Aussage einen „eigenen riesigen Superserver, der Millionen von Transaktionen pro Sekunde verarbeiten kann“ etablieren. Mit einer geschätzten Nutzerzahl von rund 500 Millionen Nutzern, wäre TON tatsächlich sofort eine der größten Blockchains, bedenkt man insbesondere die Hürden, vor denen sich Facebooks Libra aktuell gestellt sieht. Interessant in diesem Zusammenhang eine kürzliche Studie, die mit dem Titel "Stand des Telegram Open Network: Erwachen eines schlafenden Riesen " behauptet, dass die firmeneigene Cryptowährung von TON namens Gram (GRM) das Potenzial habe, in fünf Jahren in die Top 10 der Protokoll-Vermögenswerte zu kommen. Konkret soll dies einen Wert des Telegram Open Network (TON) von über 20 Mrd. USD in fünf Jahren bezeichnen. 

Am 8. Oktober veröffentlichte Telegram nun die Nutzungsbedingungen für die Grams Wallet. In der Erklärung betonte Telegram u.a., dass die Wallet nicht in Ländern verwendet werden sollte, in denen die Telegram-Dienstleistungen durch Gesetze, Vorschriften oder gerichtliche Entscheidungen verboten sind. Telegram betonte außerdem, dass es in der Verantwortung der Kunden liege, herauszufinden, welche Steuern für die Nutzung von Gram-Diensten anfallen. Weitere Richtlinien zu Transaktionsabläufen, Privatsphäre und Kündigungsbestimmungen erfahren Sie von Cointelegraph.

Was kann die Messenger App Telegram?

Die TopTen-Messenger App Telegram | unternehmenswelt.de
Die TopTen-Messenger App Telegram | unternehmenswelt.de
Im März 2019 soll es soweit sein – „a new way of exchanging data“ verspricht der angesetzte Launch des Blockchain basierten Telegram Open Network. In einem eigens hierfür gestarteten private ICO Funding konnten 2018 in zwei Runden bereits 1,7 Mrd. USD durch den Tokenverkauf eingenommen werden. Dass die ohnehin mit End-to-End Encryption und Secret Chats aufwartende Instant Messenger App von Telegram noch zu verbessern ist, erscheint kaum vorstellbar. Welche Features die Platzierung von Telegram unter den TopTen der Messenger Apps rechtfertigen und ob ein Umstieg von z.B. WhatsApp Sinn machen könnte, betrachten wir in unserem Telegram Secret Chat.

Handel mit Cryptowährungen

Vaultoro News: Plattform Redesign und 1. goldgedeckter Cryptotoken VGold

Vaultoro, die erste Crypto-Bitcoin-Börse der Welt hat sich neue Ziele gesetzt: Nichts weniger als "die größte und modernste Edelmetall-Handelsplattform der Welt" möchte Vaultoro-CEO&Co-Founder Joshua Scigala etablieren. Eine beeindruckende Bilanz kann man bereits aufweisen. Mehr als 20.000 Kunden haben bisher auf Vaultoro.com physisches Gold im Wert von über 95 Millionen Dollar gehandelt. Die Goldbestände sind unter anderem bei der Helvetia versichert, von der weltweit agierenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO International geprüft und im Hochsicherheitslager von Brink’s Switzerland und bei ProAurum Schweiz gelagert. Um die Sicherheit und die Geschwindigkeit der Plattform zu erhöhen und damit die Kundenzufriednehiet zu stärken, hat das Entwicklerteam der Plattform erst kürzlich ein umfassendes Redesign abgeschlossen.

Wie aus der Pressemitteilung weiter hervorgeht, plant Vaultoro darüber hinaus, bis Ende des Jahres einen goldgedeckten Cryptotoken namens VGold und auf Basis der Lightning Technologie auf den Markt zu bringen. Der Wert des Tokens soll durch physisch eingelagertes Gold zu 100 Prozent abgedeckt sein. 

Damit nicht genug, sollen in Zukunft weitere Trading Paare aus Cryptowährungen und Edelmetallen auf Vaultoro verfügbar sein. Den Anfang macht hier der Handelsstart von Dash/Gold. Warum man sich gerade für diesen Token entschieden hat, erklärt Joshua Scigala wie folgt: "Mehrere Crypto-Projekte haben uns nach der Möglichkeit gefragt, Ihr Kapital mit echtem physischem Gold zu abzusichern, denn Gold ist im Gegensatz zu FIAT-basierten Stable Coins versichert und der Goldbestand kann jederzeit nachgeprüft werden. Dash war hier unsere erste Wahl, weil uns die Arbeit, die die Dash-Community in die Einführung von Kryptowährungen u.a. in Venezuela steckt, sehr beeindruckt hat. Nach Dash werden wir uns die Top 10 der Kryptowährungen ansehen. Jeder Token oder jede Währung, welche wir implementieren, muss ein echtes Problem lösen und eine große, begeisterte Community haben (..)."

Alle Fakten zu Vaultoro

Vaultoro - die erste transparente Bitcoin-Gold-Börse
Vaultoro - die erste transparente Bitcoin-Gold-Börse
2014 hatten die Brüder Joshua und Philip Scigala das erste mal den Gedanken einer transparenten Bitcoin – Gold – Börse. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Unternehmen Pro Aurum bietet das Unternehmen mittlerweile den Handel von Bitcoin gegen Gold schon ab 1mg Gold bei gleichzeitiger Sicherung der Werte in verschiedenen Zollfreilagern. Dabei soll der Wertspeicher Gold durch seine Kopplung an Bitcoin besondere Mobilität bei gleichzeitiger Stabilität erlangen.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.

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