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29.08.2014

IfM Bonn - Fachleute fordern Kultur der Selbstständigkeit

Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik wurden durch das IfM Bonn im Rahmen des Zukunfstpanels Mittelstand zu den Prioritäten für eine günstige Entwicklung des Mittelstands gefragt. Am wichtigsten ist demnach die Schaffung von für den Mittelstand günstigen Rahmenbedingungen. Dazu gehört vor allem auch ein günstiges Klima für Selbstständigkeit und damit auch für Existenzgründungen.

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) befragte im Frühjahr 2014 Vertreter von Wirtschaftsverbänden auf Bundesebene, nationale und internationale Wirtschaftswissenschaftler sowie Experten für den Mittelstand in den Ministerien auf Landes- und Bundesebene darüber, welche Handlungsfelder für den Erfolg mittelständischer Unternehmen in Deutschland aktuell und in Zukunft von Bedeutung sind. Den Rahmen der Befragung bildete das Zukunftspanel Mittelstand, das neu ins Leben gerufen wurde, um in einem regelmäßigen Turnus praxis- und wirtschaftspolitisch relevante Themen und zukünftige Trends für die Mittelstand auszumachen.

Dazu wurden verschiedene Handlungsfelder herausgearbeitet, welche für die Entwicklung mittlerer Unternehmen relevant sind. Die einzelnen Themenfelder wurden dann, gemäß der Bewertung der Befragten, in eine Rangfolge der Dringlichkeit gebracht. Was an dem Ergebnis für Existenzgründer interessant ist: die Förderung einer Kultur der Selbstständigkeit wird, neben dem Abbau von Bürokratie, als wichtigstes Themenfeld gesehen.

Insgesamt wurden acht verschiedene Themenkomplexe ausgemacht, die für die Zukunft des Mittelstands als wichtig angesehen werden. Diese sind: die Schaffung günstiger Rahmenbedingungen, die Sicherung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit, die Einbindung der Digitalisierung in Unternehmensprozesse, die Deckung des Fachkräftebedarfs, die Sicherung von Finanzierungen, die Realisierung von Internationalisierungschancen, Sicherung des Unternehmensbestandes durch Nachfolge und das Thema des nachhaltigen Wirtschaftens.

Für Existenzgründer sind hier vor allem die Themen der Rahmenbedingungen und der Sicherung der Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit interessant. Und diese beiden Themen werden auch von den Experten als die wichtigsten angesehen. Zur Schaffung günstiger Rahmenbedingungen für den Mittelstand zählt unmittelbar die Förderung von Selbstständigkeit verbunden mit dem Abbau von Bürokratie. Ein Klima in dem Gründungen gefördert werden, ist für die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands unerlässlich. Es ist gewissermaßen die Voraussetzung für die Sicherung von Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit, denn Innovation entsteht nicht zuletzt durch die Realisierung neuer Geschäftsideen durch Existenzgründer.

Was ausdrücklich moniert wird, ist das Fehlen von Innovationsbereitschaft in der Breite der etablierten Unternehmen. Es fehle an Ideen und Kooperationspartnern, um Innovationen auch umsetzen zu können. Hier kommt auch das Themenfeld zur Sprache, das in der Bedeutung auf Rang 3 gesetzt wurde: das Nutzen der Möglichkeiten der Digitalisierung. Viele kleine und mittlere Unternehmen würden diese noch nicht ausreichend nutzen.

Ebenfalls als wichtig wird die Sicherung des Fachkräftebedarfs eingeschätzt, da dem Mittelstand vor dem Hintergrund des demographischen Wandels die Gefahr drohe im Wettbewerb um qualifizierte Arbeitskräfte gegenüber Großunternehmen irgendwann das Nachsehen zu haben. Hier muss die Attraktivtät kleiner und mittlerer Unternehmen als Arbeitgeber vervessert werden. Als vergleichsweise nachrangig werden Themenfelder wie Unternehmensnachfolge und Nachhaltigkeit beurteilt.

Über den Autor

Stephan Leistner