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Mittelständische Unternehmen

Eine rechtsverbindliche Definition kleiner und mittlerer Unternehmen gibt es nicht. Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 hat die Europäische Kommission jedoch eine Empfehlung hierüber ausgesprochen. Mitarbeiteranzahl, jährlicher Umsatz und Jahresbilanzsumme sind die für die Zuordnung entscheidenden Punkte. Die EU unterscheidet entlang dieser Kleinst-, Kleine und Mittlere Unternehmen.

Die Begriffsbezeichnung mittelständische Unternehmen wird nach rein quantitativen Kriterien für bestimmte Unternehmen verwendet. Eine allgemein gültige oder gesetzliche Definition für diesen Terminus gibt es nicht. Quantitativ bezieht er sich auf die Unternehmen aus allen Branchen, die freien Berufe und das Handwerk eingeschlossen, die eine festgelegte Größe nach bestimmten Kriterien nicht überschreiten.

Zusammen mit der Gruppe der kleinen Unternehmen (unter 10 Mitarbeiter und unter 2 Mio. EUR jährlicher Umsatz), werden die mittelständischen Unternehmen unter dem Begriff Mittelstand (KMU) zusammengefasst. In einem internationalen Vergleich werden mittelgroße Unternehmen mithilfe einer Obergrenze definiert, die je nach Staat zwischen 100 und 500 Mitarbeitern schwankt. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen stehen aufgrund der Globalisierung unter zunehmendem Wettbewerbsdruck und schließen sich daher immer häufiger zu Kooperationen oder Verbundgruppen zusammen.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2005 hat die Europäische Kommission eine Empfehlung hierüber ausgesprochen. Mitarbeiteranzahl, jährlicher Umsatz und Jahresbilanzsumme sind die für die Zuordnung entscheidenden Punkte. Die EU unterscheidet entlang dieser Kleinst-, Kleine und Mittlere Unternehmen:

  • Kleinstunternehmen sind demnach Unternehmen, die weniger als 10 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EUR haben.
  • Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 50 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR haben.
  • Mittlere Unternehmen (mittelständische Unternehmen) sind Unternehmen, die weniger als 250 Mitarbeiter beschäftigen und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR haben.

*Die Bundesregierung legt diese Margen teilweise aus. Als mittlere Unternehmen gelten ihr z.B. Unternehmen mit einer Mitarbeiterzahl von bis zu 499 Angestellten. Dies liegt daran, dass KMUs in Deutschland im Durchschnitt größer sind als KMUs in der EU insgesamt.

Zum Mittelstand zählen nicht nur KMU, sondern auch größere Unternehmen nach Mitarbeiterzahl und Umsatz, wenn sie Inhaber- oder Familiengeführt sind.

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Die Kleinunternehmerregelung

Kleinunternehmer sind von der Umsatzsteuer befreit, dürfen aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Die Rechtsform ist egal! Ausschlaggebend ist die Einhaltung einer regelmäßigen jährlichen Umsatzgrenze. Brutto gleich Netto! Kleinunternehmer mit überwiegend Privatkunden genießen einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmern mit Regelbesteuerung. Wir räumen mit den größten Mythen, Widersprüchen und Fragen rund um die Kleinunternehmerregelung auf.

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn veröffentlicht jährlich aktuelle Zahlen zu Entwicklungen und Trends im Mittelstand. Im zuletzt betrachteten Geschäftsjahr 2016 zählten 99,5% der Unternehmen in Deutschland zu den kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Dies sind Insgesamt circa 3,6 Millionen Unternehmen in Deutschland.

  • 99,5 % sämtlicher Unternehmen in Deutschland sind KMU
  • 58,3 % sämtlicher sozialversicherungspflichtiger Beschäftigten arbeiten in KMU
  • 81,9 % KMU-Anteil der Lehrlingsausbildung
  • mehr als 97 % der deutschen Exporteure sind KMU

Über 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland sind KMU. Sie sind Beschäftigungs- und Ausbildungsmotor Deutschlands und haben mit einem Anteil von mehr als 35% am Gesamtumsatz der deutschen Unternehmen einen entscheidenden wirtschaftlichen Einfluss.

Weltweit gibt es 2.700 „Hidden Champions“ – davon sind laut Aussage des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft fast die Hälfte deutsche Mittelständler. Der Begriff der Hidden Champions wurde 1990 von dem Unternehmensberater und emerittierten Wirtschaftsprofessor Herman Simon geprägt. Hidden Champions sind

  • inhabergeführte nicht börsennotierte Unternehmen
  • mit einem Jahresumsatz unter 3 Mrd. EUR,
  • die auf internationalen Märkten Branchenführer oder in einem Marktsegment mindestens stark wachstumsorientiert sind

Hidden Champions sind ferner konzentriert auf kleine, meist Premium-Marktsegmente (Nischenprodukte), in denen sie ohne übermäßigen Konkurrenzdruck wachsen können, hohe Preismargen erzielen und nah am Kunden agieren

Hidden Champions nutzen „weiche Diversifizierung“ als Wachstumsprinzip (benachbarte Produktsegmente werden z.B. erschlossen) und haben eine hohe Wertschöpfungstiefe, da Outsourcing von Kompetenzen eher nicht stattfindet.

Hidden Champions oder Wachstumsunternehmen verfolgen keine Preis-Mengen- und Kostenführer-Strategie für den Massenmarkt, sondern eine Nischen- und Preis-Premiumstrategie.