10.07.2014

Crowdfunding gewinnt an Bedeutung: Seedmatch stellt Zwischenbilanz vor.

Die Zahlen der Crowdfundingplattform zeigen einen deutlichen Trend zu einer immer breiteren Beliebtheit von Crowdfunding.

Das Dresdner Unternehmen Seedmatch, auf dessen Crowdfunding-Plattform die Kampagnen für Protonet zuletzt für großes Aufsehen sorgten, hat zum Ende des zweiten Quartals 2014 eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Die Zahlen zeigen die wachsende Bedeutung von Crowdfunding als alternative Methode zur Finanzierung für junge technologieorientierte Unternehmen.

Die Crowdfunding-Plattform Seedmatch hat eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Die Statistiken weisen auf einige interessante Aspekte der Entwicklung von Crowdfunding in Deutschland hin. Denn einerseits wird durch die vorgelegten Zahlen, der nach eigenen Angaben größten deutschen Crowdfunding-Plattform, deutlich, dass Crowdfunding als Finanzierungsform in Deutschland immer größere Bedeutung gewinnt, andererseits geben sie Auskunft über die Zielgruppe, die durch Crowdfunding Kampagnen für Startups erreicht wird.

Das Dresdner Unternehmen Seedmatch betreibt über sein Online-Portal equity-based Crowdfunding (auch als Crowdinvesting bezeichnet), vor allem für junge Unternehmen aus der Technologie-Branche. Bis Ende Juni wurden seit dem Start von Seedmatch im August 2011 insgesamt 17,1 Mio. Euro von der Crowd investiert, davon allein im vergangenen Quartal ca. 5.2 Millionen, mehr als je zuvor in einem Vierteljahr. Die stark aufsteigende Tendenz ist ein Hinweis darauf, dass Crowdfunding auch im Allgemeinen immer mehr Relevanz in Deutschland als alternative Finanzierungsform gewinnt. Gleichzeitig lässt sich für das zweite Quartal 2014 auch erkennen, dass die Investments immer höher werden, was auch mit den immer größeren Fundingvolumina der einzelnen Kampagnen zusammenhängt. Im zweiten Quartal 2014 beendeten sechs junge Unternehmen das Crowdfunding auf Seedmatch mit Beträgen von 100.000 Euro bis 3 Millionen Euro. Große mediale Aufmerksamkeit erregten hier zum Beispiel die Kampagne von Protonet auf Seedmatch. Mit dieser Entwicklung geht die steigende Anzahl der Crowd-Investoren einher. Im Schnitt beteiligten sich auf Seedmatch 304 Investoren an einer Kampagne, eine Zahl die derzeit stark wächst.

Auch die Zahl der registrierten Nutzer ständig an; insgesamt sind derzeit 28.000 Nutzer auf Seedmatch registriert. Die meisten Investoren bei Seedmatch kommen dabei aus den urbanen Ballungsräumen. So stellen die bevölkerungsreichsten Städte Berlin, Hamburg und München gemäß der Bevölkerungsstruktur in Deutschland auch den größten Anteil an Investoren auf Seedmatch. Bemerkenswert ist allerdings die Geschlechtsverteilung: 89,3% der Investoren auf der Plattform ist männlich. Das Durchschnittsalter des Seedmatchnutzers ist 38 Jahre. Allerdings sollte man vorsichtig sein, von diesen Zahlen zum Seedmatch-"Durchschnittsnutzer" auf die Zielgruppe Rückschlüsse zu ziehen, die allgemein durch Crowdfunding erreicht wird. Seedmatch sammelt Investitionen für Startups ein. Die erreichte Zielgruppe ist also ausgesprochen interessiert an Technologie. Plattformen, die Crowdfunding für soziale oder kulturelle Projekte betreiben, dürften eine ganz andere Zielgruppe erreichen, die dementsprechend eine ganz andere Struktur hat.

Wer über Seedmatch in Startups investiert, nutzt seine Investition auch bewusst als Anlage. Das zeigt sich an den Daten zum Durchschnitt der Investitionen. Auf die einzelnen Investments auf Seedmatch entfallen im Durchschnitt 868 Euro, pro einzelnem registrierten Nutzer. Insgesamt geben sie im Schnitt pro Kopf ca. 2400 Euro für Investitionen auf Seedmatch aus, die sie auf unterschiedliche Kampagnen verteilen. Ein Crowd-Investor auf Seedmatch investiert sein Geld im Durchschnitt in 2,8 Startups. Dies ist ein Zeichen dafür, dass Crowd-Investoren die Portfolio-Strategie anwenden, um ihr Risiko zu streuen. Generell gibt es für equity-based Crowdfunding in Deutschland immer noch ein großes Potential. Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes BITKOM können sich 5% der Bundesbürger vorstellen, in junge Unternehmen der Technologiebranche zu investieren. Das sind immerhin rund 3,5 Millionen potenzielle Investoren.

Über den Autor

Stephan Leistner

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