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26.11.2014

Der Gründungsradar zeigt den Erfolg von EXIST

Den Wissens- und Technologietransfer von der Forschung in die Wirtschaft untersuchte für 2013 zum zweiten Mal der Gründerradar. Hier zeigt sich eine deutlich positive Tendenz bei den Anstrengungen der Hochschulen, Existenzgründungen ihrer Studenten und Absolventen auf den Weg zu bringen. Nicht zuletzt das EXIST-Förderprogramm spielt hier eine positive Rolle. Nachholbedarf gibt es jedoch bei langfristigen Strategien.

Der Gründerradar erforscht das Gründungsgeschehen an den Hochschulen. Die Studie im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie untersucht dabei die Rahmenbedingungen, die an den Forschungseinrichtungen für Ausgründungen herrschen und welchen Beitrag zum Wissenstransfer aus der Forschung in wirtschaftliche Wertschöpfung die Institutionen leisten.

Die zweite Auflage der Studie kommt dabei hinsichtlich des EXIST - Programms des BMWi zu einem positiven Fazit. Forschungseinrichtungen die an den Programm teilnehmen konnten in dem vom Gründerradar durchgeführten Ranking eine bessere Platzierung verbuchen.

EXIST - Existenzgründung aus der Wissenschaft unterstützt Hochschulabsolventen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierendemit durch verschiedene Fördermöglichkeiten bei der Vorbereitung von technologieorientierten und wissensbasierten Existenzgründungen.

Es umfasst drei Programmlinien: EXIST-Gründungskultur fördert die Entwicklung einer ganzheitlichen Strategie an einzelnen Hochschulen zur Umsetzung von Forschungsergebnissen in Ausgründungen. Das EXIST-Gründerstipendium fördert Akademiker, die konkret an der Vorbereitung ihrer Selbstständigkeit arbeiten und die Programmline EXIST-Forschungstransfer fördert Entwicklungsarbeit und die Schaffung der technischen Voraussetzungen einer Gründung.

Der Gründungsradar für das Jahr 2013 stellt nun fest, dass sich die Leistungen mit denen Hochschulen die Gründungsaktivitäten ihrer Absolventen und Wissenschaftler unterstützen, sich gegenüber 2012 teilweise deutlich verbessert haben. So kam es an den befragten Hochschulen zu insgesamt 1.766 Gründungen, während es im vorhergehenden Jahr lediglich 1.145 gewesen seien.

Die Gründe dafür liegen auch in der verstärkten Förderung: Das ermittelte Gesamtbudget hierfür stieg demnach für den erwähnten Zeitraum um 28 Prozent auf knapp 63 Millionen Euro. Diese Steigerung wird nun zu einem großen Teil auf einen stärkeren Einsatz von Drittmitteln zurückgeführt, wobei dem EXIST-Programm eine entscheidende Bedeutung zugemessen wird.

Auch die Intensität der Gründungsbetreuung an den Unis in Form von Schulungs- und Beratungsangeboten hat sich gegenüber dem Vorjahr erhöht. Insgesamt wurden 45 Prozent mehr Veranstaltungen angeboten. Entsprechend der verstärkten Bemühungen stieg auch die Bewertung der Hochschulen im Ranking an.

Die Spitzenplätze belegen die Technische Universität München, die Universität Lüneburg und die HHL in Leipzig. Dabei sind die Gründungen im Vergleich zum Durchschnitt des Gründungsgeschehens in Deutschland überdurchschnittlich oft innovativ. Dabei setzen technologieintensive Gründungen entprechend ihres höheren Grades an Komplexität auch höhere Anforderungen an die Gründungsbetreuung der Hochschulen.

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit der positiven Entwicklung äussert der Bericht jedoch auch einige Zweifel. Die institutionelle Verankerung des Themas "Gründung" an vielen Hochschulen sei noch immer gering. Zudem besitze ein Großteil der Universitäten keine Strategie, mit welcher der Transfer von Forschung in Wirtschaft systematisch vorangetrieben werden könne.

Über den Einsatz von Drittmitteln hinaus werden kaum eigene Initiativen entwickelt, um einen nachhaltigen Unternehmergeist an den Unis zu fördern. Nur 9 Prozent besäßen ein eigenes Anreizsystem. Im Hinblick auf die zeitliche Begrenzung von Drittmittelprogrammen wie EXIST gibt es hier also noch einiges zu tun.

Über den Autor

Stephan Leistner