26.06.2014

Crowdfunding für dezentralen Solarstrom: DZ-4

Für das Hamburger Solarunternehmen DZ-4 ist Crowdfunding Teil eines dezentralen Energiekonzeptes.

Der Hamburger Hersteller von Solaranlagen DZ-4 arbeitet an einem dezentralen Konzept zur Energieversorgung. Dazu gehört auch die Unabhängigkeit der Finanzierung von öffentlichen Fördermitteln für Solartechnologie. Zu diesem Zweck startet man nun ein Crowdfunding zur teilweisen Refinanzierung einer Investition in Solaranlagen. Am 24.06.2014 ist die Kampagne auf der Plattform econeers gestartet.

Equity based Crowdfunding als Modell zur Refinanzierung hat noch einen gewissen Neuigkeitswert. Häufiger wird Crowdfunding dazu eingesetzt eine Investionssumme einzusammeln, um damit ein Projekt vorzufinanzieren. Insofern geht der Photovoltaik-Hersteller DZ-4 aus Hamburg neue Wege. Das Photovoltaik-Unternehmen startet ein Crowdfunding zur teilweisen Refinanzierung einer Investitionssumme von 470.000 Euro. Ziel des Crowdfundings ist es, durch die Beteiligung von Crowdinvestoren eine Summe von 100.000 - 180.000 Euro wieder herein zu bekommen.

Die Kampagne startete am 24.06.2014 auf der Plattform econeers. Als Fundingschwelle wurden 100.000 Euro festgelegt. Um eine Beteiligung am Crowdfunding attraktiv zu machen, erhalten die Investoren erhalten für zehn Jahre eine jährliche Verzinsung von 4,5%. In einer Exklusivphase des Crowdfundings wurde als Belohnung für die Unterstützer sogar 5% Verzinsung angeboten. Dabei hat die Investition den Charakter eines partiarischen Darlehens, wovon in jedem Jahr 10% getilgt werden sollen. Für Interessierte gilt, dass der Mindestbetrag für eine Investition bei 250 Euro liegt, der Höchstbetrag bei 10.000 Euro.

Die Investition diente dem Bau von 28 Photovoltaik-Anlagen, die bereits fertiggestellt sind. Die Hälfte der Solaranlagen ist zusätzlich mit Speichern ausgerüstet. Das Geschäftskonzept von DZ-4 besteht darin, dass die gebauten Solaranlagen von den Kunden geleast werden können. Diese werden auf dem Dach des Kunden montiert und produzieren dort Energie. Es gibt einen Stromliefervertrag mit DZ-4 und der Kunde bleibt weiterhin mit dem Stromnetz verbunden. Der größte Teil der Energie wird dann tagsüber von der Anlage auf dem Dach direkt produziert. In der Nacht oder in Zeiten, wenn die Anlage weniger Strom produziert, kommt ein Teil der Energie aus einem stationären Solarstromspeicher. Ist auch dieser leer, liefert DZ-4 über das Stromnetz zertifizierten Ökostrom. Auf diese Weise bietet das Hamburger Unternehmen ein dezentrales Konzept zur Energieversorgung an, dem nach eigener Einschätzung die Zukunft gehört. In diesem Zusammenhang ist auch das Crowdfunding zu sehen, denn einer der Punkte des dezentralen Konzeptes ist es auch, unabhängig von öffentlichen Fördermitteln zu sein und die Kunden mit in die Finanzierung einzubinden. Sollte das Geschäftskonzept aufgehen sollen dann bis Ende des Jahres 2014 bereits mehr als 100 Anlagen gebaut sein, für das Jahr 2015 wird eine fünfstellige Zahl avisiert.

Für die Umsetzung der weiteren Ziele wird man sich aber wohl nicht allein auf Crowdfunding verlassen. So hatte man bisher auch schon drei konventionelle Finanzierungsrunden erfolreich absolviert. Das Crowdfunding als Mittel zur Refinanzierung wird vom Unternehmen so zunächst ersteinmal als Testlauf gesehen. Über den primären Zweck, Investoren für die Refinazierung zu gewinnen hinaus, beabsichtigt man durch das Crowdfunding auch, eine breite Öffentlichkeit zu gewinnen, um neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen und die Identifikation mit dem Produkt zu stärken.

Über den Autor

Stephan Leistner

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