21.06.2019

Crypto News der Woche 25/2019

Facebook-Währung Libra, Isländische Krone als E-Geld auf der Ethereum Blockchain, digitaler Rohstoffhandel in Schweden

Nach monatelangen "Insiderberichten" ist es seit dieser Woche offiziell. Facebook hat seine (Crypto)-Währung Libra vorgestellt, die nichts weniger sein will als eine zentrale Instanz im weltweiten Finanzwesen. Die Weichen hierfür sind infrastrukturell in jedem Fall gestellt. News aus Island mit hier ganz eigenen Digitalisierungsbestrebungen der isländischen Krone, der erste vollständig digitalisierte Eisenerzhandel mit der Intelligent Contract Platform des schwedischen Unternehmens Chinsay und KI als virtueller Arzt in den Crypto News der Woche.

Kann man den Anspruch einer Weltwährung erheben, einer Währung für Alle, wenn faktisch die Kontrolle darüber in den Händen weniger liegt - im Fall von Facebooks digitaler Währung Libra ganz konkret in den Händen derer, die mindestens 10 Mio. USD an Kapital einbringen können. Das Netzwerk der Libra-Unterstützer aus VISA, PayPal oder Ebay und Booking Holdings zeigt die klare Marktrichtung von Mark Zuckerbergs jüngstem Projekt. Die nötige Customer Base versammelt er im Backend mit circa 2,7 Milliarden Menschen, die über ein Facebook-Profil verfügen. Die wichtigsten Fakten zu Libra in unserer Crypto-News der Woche.

Blockchaintechnologie

Monerium erhält E-Geld Lizenz - Isländische Krone bald auf der Ethereum-Blockchain

Das isländische FinTech Monerium hat von den staatlichen Aufsichtsbehörden den Status eines Electronic Money Institiutes (EMI) erhalten. Damit kann Monerium nun eine digitale Form der Isländischen Krone auf seiner auf der Ethereum-Blockchain basierenden eigenen Plattform emittieren. Diese soll "Blockchain-agnostisch" sein und mit anderen Blockchains kompatibel agieren können. Nach ähnlichen Bestrebungen in Liechtenstein und Schweden offenbart nun Island seine liberale Haltung zu digitalen Nationalwährungen. Mehr Informationen zu Monerium im Bericht auf BTC-ECHO.

Blockchain im Alltag

Digitaler Rohstoffhandel in Schweden mit der Intelligent Contract Platform von Chinsay

Der britisch-australische Bergbaukonzern Rio Tinto und das amerikanische Unternehmen Cargill sind die beiden Handelspartner, die den ersten vollständig digitalisierten Eisenerzhandel entlang der Intelligent Contract Platform abwickeln konnten. Das verantwortliche FinTech Chinsay konnte mit seiner Plattform den bisher üblichen Prozess für das Erstellen, Ausgeben und Genehmigen von Warenkontrakten von mehreren Tagen auf "weniger als zwei Stunden" optimieren und spricht bereits von einem „technologischen Meilenstein für die Branche".

Crypto-Köpfe

Bitcoin vs. Libra - Wer bestimmt die Zukunft digitaler Wertschöpfungsketten?

Jack Dorsey, CEO von Twitter und Square, hat bereits vor offiziellem Announcement der Facebook-Währung Libra seine Meinung zur neuen "Weltwährung" deutlich gemacht. Er sieht Libra nicht als einen der seinerseits bezeichneten „großen säkularen Trends“ im weltweiten Finanzwesen. Dorsey kritisiert das Projekt von Mark Zuckerberg deutlich:"Das Internet ist eine Einheit, die nicht von einem Unternehmen oder einer einzigen Regierung kontrolliert wird." Dorsey ist unterdessen als Bitcoin-Protagonist der ersten Reihe bekannt. Die Integration einer BTC-Wallet in die Cash-App von Square oder seine Unterstützung des Lightning Network durch Initiierung der Lightning Torch-Kampagne zählen zu den jüngsten Pro-BTC Aktionen Dorseys. Ein aktuell stabiler Bitcoin-Bulle bei Redaktionsschluss knapp 9700 USD je BTC auf coinmarketcap untermauern Dorseys Ansprüche.

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Künstliche Intelligenz

KI als Arzt - ein Überblick von der Diagnose bis zum komplexen chirurgischen Eingriff

Was kann Künstliche Intelligenz heute schon? Die medizinische Forschung und Klinikalltag liefern eindrucksvolle Beispiele für KI als Datenanalyst oder im Augmented-Reality-Operationssaal. In einem Statusbericht der WELT zum Beginn dieser Woche werden die Vorteile der digitalen Ärzteschaft schnell deutlich. Ob im Vorfeld einer komplexen Patienten-Analyse oder live im OP-Saal - Künstliche Intelligenz und Ihre Fähigkeit der exponentiellen Verarbeitung von Daten kommt besonders in der Onkologie zum Tragen, die den Ursachen der Erkrankung in genomischen Mustern auf den Grund geht. Teure und langwierige Verfahren der Vergangenheit kann KI hier ersetzen. Komplexe Operationen sind mithilfe Augmented Reality-Verfahren ebenfalls präziser durchführbar. Das als Spatial Computing bezeichnete KI-Verfahren ermöglicht es z.B., dass AI-Algorithmen Rohdaten aus einer digitalen Patientenakte analysieren und live im OP nach Strukturen wie etwa Blutgefäßen scannen, die nicht verletzt werden dürfen. Sogar die Zuschaltung externer Kollegen via Augmented Reality Brille und eine digitale Live-Assistenz soll mit dem noch in der Zulassung befindlichen Verfahren bald möglich werden.

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Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.

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