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02.09.2020

Checkliste Digitalisierung: Fahrplan für Unternehmer

Beim Buzzword Digitalisierung brennen dir die Sicherungen durch? Die digitale Transformation verschläfst du trotzdem nicht? Jetzt Fahrplan erstellen. Digitalisierte Strukturen und Prozesse sind branchenübergreifende Umsatztreiber. Mit unserer Checkliste erstellst du einen individuellen Fahrplan für die Digitalisierung im Unternehmen.

Digitale Neukundengewinnung mit Zandura

Die Botschaft ist angekommen

Warum ist Digitalisierung für dein Unternehmen wichtig?

Digitalisierung in Unternehmen bedeutet zunächst die Implementierung und Wartung technologischer Infrastruktur inklusive des notwendigen Know-how zur Handhabung.

Eine Vereinfachung interner Arbeitsprozesse (Effizienzsteigerung), ein Plus an zielgerichteten Serviceleistungen (Umsatzsteigerung), eine zielgenauere Analyse skalierter Daten (Produktionsoptimierung) und mehr Sicherheit sind maßgebliche positive Auswirkungen der Digitalisierung für Unternehmen.

Welche Unternehmen profitieren von der Digitalisierung?

Die Corona-Krise hat es gezeigt: Schnelligkeit, Wendigkeit und Kreativität, klassische unternehmerische Eigenschaften mildern Krisen ab. Diejenigen Unternehmen, die der Digitalisierung aufgeschlossen gegenüber stehen bzw. sich selbst als Digital Natives verstehen, entdecken Digitalisierungschancen auch in Krisenzeiten

Soft Skills als harte Währung im Bereich HR

Auch für deine Mitarbeiter wird es Zeit, "Future Skills" zu erwerben. In einer Umfrage des Jobportals Stepstone und der Beratungsfirma Kienbaum unter 8500 Fach- und Führungskräften wurden diese jüngst offenbar.

Demnach waren 58 Prozent der Befragten der Meinung, dass digitale Kompetenzen nach der Corona-Krise noch entscheidender sein werden als ohnehin schon. Nur etwas mehr als jeder Dritte sieht seinen Job als krisenfest an.

Die Frage, welche Fähigkeiten konkret in Zukunft wichtiger würden, beantworteten 71 Prozent der befragten Führungskräfte mit "Flexibilität". Ähnlich oft nannten sie die Schlagworte "Anpassungsfähigkeit" und "Kommunikationsfähigkeit". (vgl. die Ergebnisse der Umfrage in WELT WIRTSCHAFT)

Was passiert mit Unternehmen, die die Digitalisierung verschlafen haben?

Nun, ganz aktuell und das größte Unternehmen, an dem jeder Steuerzahler beteiligt ist, exemplarisch betreffend, lässt sich feststellen: Ganz gleich ob digitales Lernen oder Behörden- und Regierungsarbeit, Deutschland belegt regelmäßig einen der letzten Plätze im digitalen EU-Vergleich.

Ein Blick gen Osten Richtung Estland, Lettland und Litauen zeigt, wie es mit intelligenten, technischen Lösungen deutlich besser funktioniert. Ein InfektionsGAU wie zuletzt im Freistaat Bayern, wäre mit landesweiten und digitalen Meldesystemen zum Infektionsschutz nicht passiert. Warum können das die Litauer, aber nicht die heimische Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär (CSU)?

Unternehmen und deren Mitarbeiter, die Digitalisierungschancen verpassen, gefährden schlichtweg ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Niemand wartet, bis du deine Excel fertig hast.

Digitalisierung Pro & Contra: Welche Nachteile birgt die Digitalisierung für Unternehmen?

Natürlich bedarf es initialer Anstrengungen und womöglich eines neuen Mindset, um angestrebte Veränderungen umzusetzen. Nicht jeder in deinem Team wird dazu fähig und/oder bereit sein. Reibungspunkte in der analogen Welt sind durchaus produktiv. Insbesondere im Bereich von Remote Work und der dauerhaften Verlagerung von Infrastruktur zugunsten digitaler Organisationstools und Kommunikationssoftware, können sich Krankheitssymptome unter Mitarbeitern ausbilden, die in der Ärzteschaft bereits als "Digitaler Stress" diagnostiziert werden.

Jeder fünfte Beschäftigte empfindet in seinem Job starken digitalen Stress

"Jeder fünfte Beschäftigte empfindet in seinem Job starken digitalen Stress. Betroffene haben häufig Probleme, von der Arbeit abzuschalten, denken öfter daran, die Stelle zu wechseln, zeigen eine schlechtere Leistung und sind unzufriedener mit ihrem Job." (Ergebnis einer Studie unter 5000 Arbeitnehmern, durchgeführt von der Projektgruppe Wirtschaftsinformatik des Fraunhofer FIT, des Betriebswirtschaftlichen Forschungszentrums für Fragen der mittelständischen Wirtschaft und der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin; vgl. Deutsches Ärzteblatt 2020) 

Checkliste Digitalisierung: Wie erstelle ich einen Fahrplan für die Digitalisierung?

Von den theoretischen Ansätzen bis zur praktischen Umsetzung gilt es zunächst immer dein individuelles Konzept für die Digitalisierung im Unternehmens zu entwickeln.

Was du brauchst, erfährst du, wenn du dir folgende grundsätzliche Fragen stellst. Die hier gefundenen Antworten bilden deinen Richtungskompass:

  1. Will ich Digitalisierung im Unternehmen einführen oder bestehende Strukturen optimieren?: Mach einen Basis Check darüber, in welchen Bereichen du digitale Strukturen erst etablieren musst oder ob es bereits darum geht, dich besser zu vernetzen, Apps zu optimieren, mit weiteren Drittanbietern zu kooperieren etc..
  2. Was ist mein digitaler Reifegrad?: Es gibt gezielte Tests, die deinen "digitalen Reifegrad" messen. Auf Basis des anhand von 25 Fragen ermittelten Ergebnisses, kannst du im Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum deiner Wahl  praktische Unterstützung bei der Ausarbeitung deines Digitalisierungsfahrplans erhalten. Mach den Readiness-Check und überzeuge mit deinen Angaben zu Strategie, Technologie, Produktion, Dienstleistung, Organisation und Mitarbeitern.
  3. In welchen konkreten Bereichen meines Unternehmens will ich die Digitalisierung vorantreiben?: Soll deine Kundenkommunikation mittels Künstlicher Intelligenz treffsicherer erfolgen? Willst du Lieferketten mit Blockchain-Technologie effizienter gestalten? Willst du weg von deiner turmhohen Dokumentenablage und dein Office- und Personal-Management optimieren? Soll Homeoffice dauerhaft mit einem sicheren Unternehmensnetzwerk etabliert werden? 
  4. Welche Ziele verfolge ich mit meiner Digitalisierungsstrategie?: Definiere konkrete Erfolgsziele, die durch die Digitalisierung einzelner Bereiche, Strategien, Strukturen und Prozesse in deinem Unternehmen erreicht werden sollen: Mehr Effizienz? Mehr Sicherheit? Mehr Umsatz?
  5. Welche Kosten werden für die Digitalisierung ausgewählter Infrastrukturen und Prozesse anfallen?: Erstelle einen Finanzplan, der die Kosten für alle geplanten Maßnahmen aufschlüsselt.
  6. Welche Qualifizierungsmaßnahmen sind notwendig, um digitales Know-how auszubilden?: Definiere Wissenspotenziale und nutze staatlich geförderte Weiterbildungsmaßnahmen sowie B2B E-Learning Tools.
  7. Werde ich die Unterstützung meines Teams haben, um den digitalen Wandel durchzusetzen?: Wie agil ist dein Team? Stichwort Change Management: Können sich deine Mitarbeiter an Veränderungen gut anpassen? Ernenne u.U. einen Digital Lead und Change Manager, der die Transformation leitet und mit gutem Beispiel führt.

Welche Fördermittel gibt es für die Digitalisierung in Unternehmen?

Mit einem Businessplan für deine digitale Strategie beantwortest du zunächst die wesentlichen Fragen nach Notwendigkeit, Tragfähigkeit und Budgetierung für deinen Fahrplan zur Digitalisierung.

Unternehmen, die in ihre Zukunftsfähigkeit investieren, unterstützt die Bundesregierung mit unterschiedlichen Fördermitteln: Anteilige Zuschüsse an Investitionskosten für Infrastruktur und Prozessoptimierung sowie für die Weiterbildung deiner Mitarbeiter bietet dir z.B. DIGITAL JETZT. Insgesamt 200 Millionen Euro stehen mit Programmstart 7. September 2020 für Digitalisierungsvorhaben in kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen bereit. First Come First Serve: Die Anträge werden in der Reihe ihres Eingangs bearbeitet und beschieden. Schnell sein lohnt sich. 

Du willst dein Know-how noch weiter schärfen und die Digitalisierung in deinem Unternehmen weiter vorantreiben? Pünktlich mit Start des Weihnachtsgeschäfts 2020 optimieren die Mittelstand 4.0 Kompetenzzentren ihr Coaching-Angebot, um ganz besonders stationären Händlern bei der Digitalisierung ihres Geschäftsmodells zur Seite zu stehen. Mit den B2B-Hilfen für die Digitalisierung kleiner Unternehmen kannst du außerdem digital durchstarten.

Ready-Set-Go Digital: Mach den Test

Finde Finanzhilfen und Know-how für deine Digitalisierungsstrategie

Digital Jetzt: Neue Investitionsförderung für KMU

Mit "Digital Jetzt" sicherst du dir finanzielle Zuschüsse bis zu 100.000 Euro für die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ob für Investitionen in Hard- und Software, Datenschutz oder die Qualifizierung deiner Mitarbeiter, "Digital Jetzt" stellt dir die notwendigen Ressourcen bereit. Wir erklären Förderrichtlinien und Bewerbungsverfahren.

Digitalisierung im Handel: Hilfen und Tools

Das BMWi treibt die Digitalisierung des Einzelhandels voran und sagt verwaisten Innenstädten den Kampf an. KMU müssen jetzt Multichannel können. Ab September kündigte Bundeswirtschaftsminister Altmaier in Kooperation mit allen Interessenvertretern ein umfassendes Konzept für einen wettbewerbsfähigen Einzelhandel an.

Digital Durchstarten: B2B Hilfen für KMU

Mit Coachings und Finanzhilfen der Aktion #WirliebenMittelstand kannst du als Gastronom, Hotelier oder Einzelhändler jetzt digital durchstarten. Initiator der Kampagne ist Facebook for Business in Zusammenarbeit mit einschlägigen Berufsverbänden. Bis Ende 2020 profitierst du von passgenauen Angeboten beim Ausbau deiner Digitalstrategie.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.