· Fördermittel

Fachkräfte sichern mit Fördermitteln für Weiterbildung

Nutze Fördermittel aus dem neuen Weiterbildungsgesetz. Bis 2026 droht in vielen Branchen ein akuter Fachkräftemangel. Vor allem Berufe mit hohem Männeranteil sind betroffen, u.a. Klempnerei, Sanitär, Heizung & Klimatechnik sowie Aus- und Trockenbau oder Energietechnik. Jetzt gegensteuern!

Fördermittel, Zuschüsse & zinsgünstige Darlehen

Ausbilder und weiblicher Lehrling installieren Heizungsrohre in Rohbau eines Hauses.
Vor allem Berufe mit hohem Männeranteil kämpfen mit Fachkräftemangel.

Was ist das Weiterbildungsgesetz?

Das sogenannte Weiterbildungsgesetz beinhaltet verschiedene Maßnahmen, darunter eine Garantie für Ausbildungen und die Einführung von Qualifizierungsgeld, welche in Zeiten von Fachkräftemangel, demografischem Wandel und fortschreitender Digitalisierung den Zugang zu Weiterbildungsmöglichkeiten für Unternehmen und Arbeitnehmer verbessern sollen.

Am 7. Juli 2023 hat der Bundesrat das neue "Gesetz zur Förderung von Aus- und Weiterbildung" genehmigt. Das geplante Recht auf bezahlte Bildungszeit nach österreichischem Vorbild wurde nicht umgesetzt.

Reform der Weiterbildungsförderung

Das Weiterbildungsgesetz ist das Ergebnis einer umfassenden Reform der Weiterbildungsförderung mit dem Ziel, den Zugang zu Weiterbildungsangeboten für Unternehmen und Beschäftigte zu erleichtern und die Transparenz zu erhöhen. Dies wird durch feste Fördersätze und die Reduzierung von Förderkombinationen erreicht.

Änderungen für kleinere Betriebe

Durch einen im Ausschuss für Arbeit und Soziales angenommenen Änderungsantrag der Ampelfraktionen gilt künftig unter anderem, dass Betriebe mit weniger als 50 Beschäftigten sich nicht mehr an Lehrgangskosten beteiligen müssten. Zuvor lag die Grenze bei zehn Arbeitskräften.

Weiterbildungsförderung ist branchenoffen

Zudem entfällt die bisherige Regelung, die eine Weiterbildungsförderung nur bei Strukturwandelbetroffenheit oder in Engpassberufen ermöglichte.

Weiterführende Informationen zum Gesetz zur Stärkung der Aus- und Weiterbildungsförderung findest du auf der Webseite des BMAS.

Fachkräftemangel bis 2030: So ist der Trend

Fachkräftemangel wird ein existenzielles Problem

Prognosen des BMAS zufolge werden Arbeitgebende im Jahr 2026 länger als 90 Tage nach geeigneten Fachkräften suchen müssen. Schon jetzt ist der Fachkräftemangel u.a. in der Bauwirtschaft, Gastronomie und im Handel ein existenzielles Problem. Wie die Bundesregierung nun gegensteuern will und was Unternehmen bei der Suche nach Mitarbeitenden verbessern können, liest du hier.

Welche Fördermittel für Aus- und Weiterbildung gibt es?

Das neue Weiterbildungsgesetz umfasst verschiedene Fördermittel für kleine Unternehmen und ihre Beschäftigten:

Qualifizierungsgeld für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Um den Verlust von Arbeitsplätzen infolge der Transformation der Arbeitswelt entgegenzuwirken, sieht das Gesetz die Einführung eines Qualifizierungsgeldes vor. Das Qualifizierungsgeld zielt darauf ab, Unternehmen und Beschäftigte zu unterstützen, wenn der Strukturwandel den Verlust von Arbeitsplätzen bedroht, aber durch gezielte Weiterbildung die Weiterbeschäftigung möglich ist. In solchen Fällen können Arbeitnehmer freigestellt werden und während der Weiterbildung das Qualifizierungsgeld von der Agentur für Arbeit erhalten.

Lohnersatz in Höhe von 60 bzw. 67 Prozent des Nettogehalts

Arbeitnehmer, die von der Transformation betroffen sind und an einer Weiterbildungsmaßnahme teilnehmen, erhalten unabhängig von Betriebsgröße und Qualifikation einen Lohnersatz in Anlehnung an das Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 bzw. 67 Prozent des Nettogehalts. Arbeitgeber müssen während der Weiterbildung keine Gehälter zahlen, sondern tragen die Kosten der Weiterbildung.

Einführung einer Ausbildungsgarantie

Angesichts des Fachkräftemangels wird eine Ausbildungsgarantie eingeführt, um sicherzustellen, dass auf junge Menschen nicht verzichtet wird. Die Finanzierung des Vorhabens ist im Einzelplan 11 des Bundeshaushalts für 2024 mit Mehrausgaben von 31 Millionen Euro vorgesehen, die bis 2026 auf 190 Millionen Euro steigen sollen.

Fördermittel Betriebliche Praktika und Mobilitätszuschuss

Die Ausbildungsgarantie fördert unter anderem die Einführung betrieblicher Praktika zur beruflichen Orientierung. Vorgesehen ist außerdem, dass angehende Auszubildende durch einen Mobilitätszuschuss unterstützt werden, um es ihnen einfacher zu machen, Ausbildungsplätze in entfernteren Regionen anzunehmen. Im ersten Ausbildungsjahr sollen sie die Möglichkeit haben, finanzielle Unterstützung für zwei Familienheimfahrten pro Monat zu erhalten.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt und Zandura über die wichtigsten Business-Themen & Trends für Gründer & Unternehmer. Zuvor war Kathleen als Redakteurin für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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