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Businessplan Bar

Sie wollen sich mit einer eigenen Bar oder Lounge selbständig machen? Mit fast 3000 Bars in Deutschland im Jahr 2018 ist der Markt laut DEHOGA Bundesverband in den vergangenen 10 Jahren kontinuierlich gewachsen. Wachsende Kundenansprüche und agressive Mitbewerber erfordern ein solides Konzept von Barkeepern und Gastronomen, die den Schritt in die Selbständigkeit planen. Wir vermitteln Ihnen einen Überblick der wichtigsten Inhalte, die Ihr Businessplan als Gründungsleitfaden enthalten muss.

Businessplan kostenfrei erstellen

Selbständig als Barkeeper oder Barmeister

Ihr Businessplan ist das wichtigste Dokument Ihrer Gründung, das gegenüber Banken, Behörden und Partnern alle wesentlichen Fakten Ihrer Geschäftsidee kurz und klar auf maximal 10-20 Seiten erläutert. Hier haben Sie die Möglichkeit die Tragfähigkeit Ihrer Idee anhand solider Fakten zu demonstrieren. Relevant sind alle Informationen zu Ihrer persönlichen Qualifikation, zur Markt- und Wettbewerbersituation und der Frage, wie Sie Ihr Projekt finanzieren wollen. Insbesondere im Zuge der Erteilung einer Gaststättenerlaubnis ist ein vollständiger und schlüssiger Businessplan Ihr Ausweisdokument vor den behördlichen Entscheidungsträgern.

Mit unserem kostenlosen Businessplan Tool können Sie einen individuellen Businessplan für die Eröffnung Ihrer Bar erstellen. Im Tool können Sie flexibel alle Anpassungen vornehmen, die Sie sich wünschen und den Businessplan anschließend perfekt formatiert als pdf downloaden.

Die Zusammenfassung oder das Résumé Ihres Businessplans sollte kurz und klar Ihre Geschäftsidee und Sie als maßgeblich qualifizierte Gründerpersönlichkeit umreißen. Skizzieren Sie das Alleinstellungsmerkmal, besondere Serviceangebot oder einzigartige Produkt, das Sie auszeichnet. Lassen Sie erkennen, dass Sie über ein ökonomisch tragfähiges Konzept verfügen. Wichtig ist an dieser Stelle, den jeweils adressierten Leser dazu bewegen zu können, Ihr Konzept nicht sofort aus der Hand zu legen, sondern idealerweise bis zur Finanzplanung vollständig zu bewerten.

Welche Art Bar oder Lounge wollen Sie eröffnen? Zwar wächst das Gastgewerbe seit Jahren kontinuierlich, doch die große Konkurrenz erfordert einzigartige Konzepte, ein gutes Team und wohl durchdachtes Ambiente, um sich als beliebter Spot etablieren und halten zu können. Skizzieren Sie im Punkt "Geschäftsidee" das Alleinstellungsmerkmal Ihrer geplanten Bar und warum gerade diese ein Erfolg werden wird.

Was zeichnet Sie in Ihrer beruflichen Qualifikation für die angestrebte Selbständigkeit aus? Der Gesetzgeber stellt an Barbetreiber keine expliziten Anforderungen hinsichtlich der beruflichen Qualifikation. Die Ausbildung zum Barkeeper ist denn auch korrekterweise eine Weiterbildung, deren Regelungen hinsichtlich Kursdauer, Voraussetzungen, Teilnahmekosten und Abschluss unter den Anbietern variieren. Die durchschnittliche Dauer beträgt bei Vollzeittätigkeit ca. 1-3 Wochen und in Teilzeit bis zu 3 Monate. Als Anbieter kommen z.B. die Industrie- und Handelskammern in Frage. Je nach Wahl schließt die Weiterbildung mit einer Prüfung ab, infolge derer Sie sich als  Barkeeper, Barmixer oder geprüfter Barmixer bezeichnen dürfen. Absolvieren Sie die höchste Weiterbildungsstufe, die an privaten Barschulen möglich ist, dürfen Sie sich als Barmeister bezeichnen.

Ein klassischer Werdegang in die Selbständigkeit ist z.B. eine absolviere Ausbildung als Restaurant- oder Hotelfachpersonal mit anschließender Berufstätigkeit von im Schnitt 3-4 Jahren, die dann eine solide Basis ist für die Weiterqualifizierung zum Barkeeper. Wenn Sie also seit einigen Jahren bereits in der Hotelerie als Demi Chef de Bar oder Chef de Bar tätig waren oder prinzipiell auf eine solide gastronomische Erfahrung zurückgreifen können, dann beschreiben Sie dies ausführlich im Punkt "Gründerpofil". 

Außerdem sollten betriebswirtschaftliche Kenntnisse erwähnt bzw. angeeignet werden, um den laufenden Betrieb erfolgreich zu meistern.

Egal ob Sie eine neue Bar eröffnen oder ein bestehendes Konzept weiterführen, in beiden Fällen ist die Beantragung einer Gaststättenerlaubnis erforderlich. Nur nach erteilter Konzession dürfen Sie den Barbetrieb aufnehmen. Im Fall der Übernahme einer bestehenden Bar kann das Ordnungsamt auf entsprechenden Antrag eine für höchstens drei Monate andauernde vorläufige Konzession erteilen, auch dann, wenn Sie noch nicht alle erforderlichen Unterlagen dafür vorlegen können. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine endgültige Gaststättenerlaubnis erhalten werden. Damit eine Konzession vorläufig erteilt werden kann, darf

  • der Betrieb nicht länger als ein Jahr geschlossen gewesen sein,
  • der Betriebsvorgänger seine Konzession nicht durch einen Widerruf verloren haben sowie
  • muss der Betrieb in Übereinstimmung mit der noch gültigen Gaststättenerlaubnis des Vorgängers weitergeführt werden.

Wird die Gaststättenerlaubnis einer juristischen Person (z.B. GmbH, UG (haftungsbeschränkt), AG) erteilt, müssen die Geschäftsführer an einer Gaststättenunterrichtung teilgenommen haben. Diese Maßnahme gilt nicht, wenn Sie eine gastronomische Berufsausbildung absolviert haben, die noch nicht allzu fern zurückliegt.

Vorzulegen sind für das Antragsverfahren beim zuständigen Ordnungsamt bzw. Stadtverwaltung:

  • aktuelles polizeiliches Führungszeugnis
  • Gewerbeanmeldung
  • Auszug aus dem Gewerbezentralregister
  • Gesundheitszeugnisse von Geschäftsführern und Angestellten
  • Kopie des Miet- oder Pachtvertrags für das Standort-Objekt
  • Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt

Mit Inkrafttreten der Europäischen Dienstleistungsrichtlinie darf nur noch der Verwaltungsaufwand der Behörde für die Erteilung einer Gaststättenkonzession in Rechnung gestellt werden. Im Schnitt betragen die Kosten dadurch nicht mehr als 500 EUR.

Bevor Sie sich für die Übernahme einer bestehenden Bar oder eine Neueröffnung entscheiden, sollten Sie Markt und Wettbewerbersituation am Standort genau kennen und erläutern, wie Sie sich hier ergänzend oder als Nischenprodukt platzieren. Bevor Sie Ihre Bar eröffnen können, müssen die ausgesuchten Räumlichkeiten außerdem auf eine für den Barbetrieb konforme Bauweise hin geprüft und genehmigt werden. Ohne das Go der Behörden in diesem Punkt wird Ihnen auch keine Gaststättenkonzession erteilt. Dies gilt auch für die Übernahme einer Bar und hier etwaig geplante Umarbeiten, die in jedem Falle immer mit den Behörden abgesprochen werden sollten, um nicht den Entzug der Konzession zu riskieren.

Bedenken Sie auch vergleichsweise weiche Standortfaktoren wie z.B. die Anwohnersituation. Auf Anfrage erteilen Ihnen die Ordnungsämter Auskunft über die Häufigkeit von Beschwerden aufgrund von Lärm oder Ruhestörung in gastronomisch geprägten Stadtvierteln. Auch die in den Bundesländern unterschiedlich geltenden Sperrzeiten für Schank- und Speisewirtschaften sowie für öffentliche Vergnügungsstätten (in der Regel zwischen  5:00 und 6:00 Uhr) sind nicht unwesentlich für den Erfolg Ihrer Bar. Erkundigen Sie sich über die an Ihrem Standort maßgeblichen Richtlinien.

Ein solides Marketingkonzept im Vorfeld Ihrer geplanten Eröffnung ist ebenfalls Bestandteil Ihres Businessplans. Machen Sie deutlich, welche Kanäle (online und offline) Sie nutzen wollen, um Ihre Bar oder Lounge bekannt zu machen. Nutzen Sie Social Media-Präsenzen (Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn), Google My Business, aber auch Printmedien und hier Stadt- und Szenemagazine.

Gründen Sie allein, empfiehlt sich aus Haftungsgründen die Wahl einer GmbH (die sogenannte 1-Mann-GmbH) oder einer Unternehmergesellschaft (UG). In beiden Gesellschaftsformen ist die Haftung auf das Firmenvermögen begrenzt. Gründen Sie im Team, haben Sie weitere Möglichkeiten, Ihre Rechtsform zu wählen. Denkbar sind  

  • Personengesellschaften wie GbR, OHG, KG sowie
  • Kapitalgesellschaften wie GmbH, Limited, UG oder die AG

Die Eröffnung und der tatsächliche Barbetrieb stehen und fallen außerdem mit Erteilung folgender Genehmigungen

  • Gaststättenkonzession nach §4 Gaststättengesetz
  • sachkundige Abnahme der Räumlichkeiten inklusive der Schankanlage
  • Gewerbeschein

Adressieren Sie im Punkt "Unternehmensorganisation" außerdem den Bereich Personal und mit wie vielen Mitarbeitern Sie das Team besetzen wollen. 

Die SWOT-Analyse soll deutlich machen, dass Sie Hemmnisse und Treiber Ihres Geschäftsmodells genau kennen und damit umzugehen wissen. Benennen Sie alle "Strenghts, Weaknesses, Opportunities & Risks", also "Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken" Ihrer Geschäftsidee.

Um eine Bar behördengerecht auszustatten oder umzubauen, können schnell 6-stellige Beträge fällig werden. Ihr Finanzplan gibt Ihnen Gelegenheit, Banken und Finanzierungspartnern eine solide Investitions- und Kostenkalkulation vorzulegen, anhand derer vielfältige Fördermodelle andocken können. Die Klassiker unter der Gründungsfinanzierung sind 

Wenn Sie in Umsatzplanung und Rentabilitätsvorschau die Kosten und Einnahmen gegenüberstellen, kalkulieren Sie die zahlreichen Betriebskosten ein, die für Barbetreiber im Tagesgeschäft zusätzlich zu Miete, Lohn und Materialeinsatz anfallen. Dazu zählen GEMA Genehmigungen und Gebühren (z.B. Übertragungsrechte bei Sports Bars) und ein umfangreiches Absicherungspaket bestehend aus Betriebshaftpflicht-, Inhalte- und Gewerberechtsschutzversicherung.

Über unser Businessplan Tool können Sie sich kostenlos Ihre individuelle Businessplan Vorlage erstellen.

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