Titelbild ct

Gründungszuschuss

Des Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit ist eine Fördermaßnahme, die zukünftige Gründer darin unterstützt ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Du hast eine gute Idee, Produkt oder Dienstleistung? Hier findest du alle Informationen zu Antragstellung, Voraussetzungen und notwendigen Unterlagen, die du brauchst, um schon bald dein eigener Chef zu sein.

Businessplan kostenfrei erstellen

  • Der Gründungszuschuss ist eines der wichtigsten staatlichen Fördermittel für Gründer. Diese Förderung ist ausgelegt für Empfänger von Arbeitslosengeld I (ALG I), die mit einer hauptberuflichen Selbstständigkeit planen Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden.
  • Bewilligt und beantragt wird der Gründungszuschuss bei der für dich zuständigen Arbeitsagentur.
  • Seit 2006 löst der Gründungszuschuss die ausgelaufenen Förderungsmaßnahmen Überbrückungsgeld und den Existenzgründungszuschuss, in Form der Ich-AG, ab. Auch wenn seit 2012 kein Rechtsanspruch mehr auf die Förderung durch den Gründungszuschuss besteht, so kann der Zuschuss nach wie vor durch die Arbeitsagentur gewährt werden.
  • Der Zuschuss dient zur Absicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Absicherung (Kranken- und Pflegeversicherung, Altersvorsorge) nach der Existenzgründung. Denn für viele Gründer sind diese finanziellen Mittel die Voraussetzung um den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Doch dafür müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.
  • Existenzgründer, die ALG I beziehen, können demnach einen Antrag zum Gründungszuschuss stellen. Die Voraussetzungen dafür findest du im folgenden Abschnitt.
  • Die Förderung durch den Gründungszuschuss unterteilt sich in zwei Phasen und wird maximal 15 Monate gewährt.
  • In der ersten Phase wird der Zuschuss für sechs Monate in Höhe des individuellen monatlichen Arbeitslosengeldes und zusätzlichen 300 Euro zur sozialen Absicherung geleistet. Sollte der Gründer nach den ersten sechs Monaten erfolgreich als Unternehmer tätig sein, so hat er in der zweiten Phase für weitere neun Monate Anspruch auf Leistungen in Höhe von 300 Euro.

Prinzipiell zu beachten ist, dass es sich bei der Bewilligung des Gründungszuschusses um eine Ermessensleistung der Agentur für Arbeit handelt, es gibt keinen Rechtsanspruch. Die Vermittlung in Ausbildung und Arbeit hat Vorrang. In der jüngsten Vergangenheit haben rechtskräftige Urteile die Position der Antragsteller allerdings weiter gestärkt und sich gegen eine "Verabsolutierung des Vermittlungsvorrangs" ausgesprochen. Dies solltest du bei komplizierten Verhandlungen mit der Agentur für Arbeit in Abhängigkeit vom konkreten Einzelfall nutzen.

Antragsteller des Gründungszuschusses müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Arbeitslosigkeit: Du musst arbeitslos gemeldet sein. Personen, die ihr Arbeitsverhältnis selbst gekündigt haben sind für drei Monate (Sperrzeit) von einer Förderung ausgeschlossen. Der Gründungszuschuss kann in diesem Fall erst im unmittelbaren Anschluss an diese Sperrfrist - aber in voller Höhe - gezahlt werden.
  • Existenzgründung: Du musst gewillt sein, deine Arbeitslosigkeit durch eine hauptberufliche Selbstständigkeit zu beenden. Die wöchentliche Arbeitszeit muss dann mindestens 15 Stunden betragen. Der zu erwartende Gewinn muss ausreichen, um deine Existenz zu sichern. Ein Verdienst neben der Gründung ist zwar erlaubt, darf aber nicht hauptberuflich ausgeübt werden und eine Arbeitszeit von 15 Stunden pro Woche nicht überschreiten. Kläre die Nebentätigkeit unbedingt mit dem für dich verantwortlichen Vermittler ab.
  • Anspruch auf Arbeitslosengeld von mindestens 150 Tagen: Am Tag der Existenzgründung musst du noch über einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld I (kein ALG II) von mindestens 150 Tagen verfügen. Beziehst du Arbeitslosengeld II (ALG II) und planst dich beruflich selbstständig zu machen? Dann kannst du das Einstiegsgeld beantragen.
  • Kurze Anwartschaftszeit: Der Anspruch auf Arbeitslosengeld darf nicht allein auf der kurzen Anwartschaftszeit beruhen (siehe §147 Abs. 3 SGB III). Die Regelanwartschaftszeit ist erst erfüllt, wenn du dich in den letzten zwei Jahren vor Beginn der Arbeitslosigkeit mindestens 12 Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis befunden hast.
  • Fachkundige Stellungnahme: Das geförderte Gründungsvorhaben soll nicht nur die Arbeitslosigkeit beenden, sondern auch langfristig den Erfolg der Geschäftsidee sichern. Du musst daher die Tragfähigkeit deines Gründungsvorhabens durch die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle nachweisen. Zu den fachkundigen Stellen gehören unter anderem die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie zahlreiche Fachverbände.
  • Persönliche und fachliche Kompetenzen: Als Existenzgründer musst du gegenüber der Arbeitsagentur nachweisen, dass du über die notwendigen persönlichen und fachlichen Voraussetzungen zur Umsetzung deiner Geschäftsidee verfügst. Sind die Kenntnisse nicht zweifelsfrei nachweisbar kann die Teilnahme an einer Veranstaltung zur Eignungsfeststellung oder an einem Existenzgründungsseminar auferlegt werden. In diesem Zusammenhang werden auch die materiellen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Gründung betrachtet.
  • Arbeitsmarkt: Die zuständige Arbeitsagentur berücksichtigt die aktuelle Arbeitsmarktsituation. Ist eine Vermittlung in ein neues Arbeitsverhältnis aktuell nicht erfolgversprechend, so ist die Gewährung des Gründungszuschusses wahrscheinlicher.

Der Antrag für den Gründungszuschuss muss vor Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit, bei der für dich zuständigen Arbeitsagentur, eingereicht werden. Zusätzlich benötigst du eine fachkundige Stellungnahme über die Tragfähigkeit deines Gründungsvorhabens.

Folgende Unterlagen benötigst du für einen vollständigen Antrag:

  • Ein ausgefüllter Antrag auf Gründungszuschuss. Den Antrag erhältst du bei deiner zuständigen Arbeitsagentur. (Lass dir den Tag der Antragstellung vermerken und bestätigen!)
  • Ein aussagekräftiger Businessplan inklusive des Kapitalbedarfs und eines realistischen Finanzplans.
  • Eine fachkundige Stellungnahme über die Tragfähigkeit deines Gründungsvorhabens. Zu den fachkundigen Stellen gehören unter anderem die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern sowie zahlreiche Fachverbände, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Steuerberater, Fachverbände (z.B. freie Berufe), kommunale Wirtschaftsförderung, Banken oder Sparkassen.
  • Ein lückenloser Lebenslauf.
  • Ein Nachweis über die Anmeldung der selbstständigen Tätigkeit (Finanz- oder Gewerbeamt).

Um die Agentur für Arbeit von der Ernsthaftigkeit deines Vorhabens zu überzeugen, benötigst du einen Businessplan, der

  1. deine Geschäftsidee beschreibt,
  2. deine Fähigkeiten und Qualifikationen zur erfolgreichen Umsetzung benennt,
  3. Markt und Wettbewerber analysiert sowie
  4. Investitionen und zu erwartende Umsätze kalkuliert.

Nur so gelingt es dir den avisierten Gründungszuschuss als sehr wahrscheinlich erfolgreiche Investition glaubhaft darzustellen.

Die Motivation, die Arbeitslosigkeit durch eine Selbstständigkeit im Hauptberuf zu beenden, sollte im Businessplan deutlich werden. So steigen die Chancen auf einen positiven Bewilligungsbescheid. Vor allem da die Bewilligung des Gründungszuschusses im Ermessen der zuständigen Agentur für Arbeit liegt, ist ein aussagekräftiger Businessplan und fundierter Finanzplan das A und O. Denn eine Ablehnung muss begründet werden. Eine gute Vorbereitung ist also die halbe Miete. Die beschriebene Geschäftsidee muss beim Leser ankommen und überzeugen. Auch du als Gründer solltest überzeugend vermitteln können, welche Qualifikationen deiner Existenzgründung besonders zu Gute kommen werden.

Folgende Bestandteile sollten im Businessplan zwingend enthalten sein:

  • Zusammenfassung des Gründungsvorhabens (Executive Summary)
  • Beschreibung der Geschäftsidee
  • Details zum Produkt oder zur Dienstleistung
  • Marktanalyse (inkl. Einschätzung zu Zielgruppe, Wettbewerb und Strategie)
  • Personalplanung (inkl. einer Stellungnahme zur Ihrer Qualifikation als Gründer)
  • Einschätzung der Chancen und Risiken
  • Finanzierungsbedarf (Finanzplanung für die nächsten 3 bis 5 Jahre)

Welche Anforderungen ein Businessplan für die Arbeitsagentur erfüllen muss und was du bei der Erstellung eines Businessplans allgemein beachten musst, haben wir für dich zusammengestellt.

Die Förderung durch den Gründungszuschuss unterteilt sich in zwei Phasen und wird maximal 15 Monate gewährt.

In der ersten Phase wird der Zuschuss für sechs Monate in Höhe des individuellen monatlichen Arbeitslosengeldes und zusätzlichen 300 Euro zur sozialen Absicherung geleistet. Sollte der Gründer nach den ersten sechs Monaten erfolgreich als Unternehmer tätig sein, so hat er in der zweiten Phase für weitere neun Monate Anspruch auf Leistungen in Höhe von 300 Euro.

Auch hier liegt die Bewilligung im Ermessen der Arbeitsagentur. Oft werden die Angaben im Businessplan zur Beurteilung herangezogen. Betrachtet werden in diesen Fällen die Angaben, die für die ersten sechs Monate gemacht wurden. Hat sich das Unternehmenskonzept als tragfähig erwiesen, ist eine Weiterförderung sehr wahrscheinlich.

Hinweis: Mit Erreichen des 65. Lebensjahres endet die Förderung durch den Gründungszuschuss.

Die Kriterien für eine Verlängerung der Förderung unterscheiden sich je nach Region und Arbeitsvermittler. Grundsätzlich kann eine Verlängerung ab dem 4. Monat nach der Gründung beantragt werden und damit zwei Monate vor Ablauf der Grundförderung von sechs Monaten.

Die gesamte Förderung ist steuerfrei und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. Da der Gründungszuschuss nicht, wie das Arbeitslosengeld, als Lohnersatzleistung angesetzt wird, bedarf es auch keiner Angabe in der Einkommensteuererklärung.

Die Bewilligung des Gründungszuschuss beeinflusst auch den Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ein noch bestehender Anspruch auf Arbeitslosengeld wird während der Förderung 1:1 aufgebraucht. Ausnahme hiervon besteht, insofern du innerhalb der ersten drei Monate der selbständigen Tätigkeit den Antrag auf eine freiwillige Weiterversicherung in der Arbeitslosenversicherung stellst.

Solltest du dich auch für andere Fördermittel interessieren, findest du hier eine ausführliche Übersicht.

Bei der Beantragung von Fördermitteln ist jedem dazu geraten, sich vor Einreichung de Businessplan-Unterlagen ausführlich beraten zu lassen. Für einen erfahrenen Berater sind die Anforderungen der Agentur für Arbeit Tagesgeschäft. Aus diesem Grund kann dieser dich besser auf Eventualitäten der Antragstellung vorbereiten und noch auf individuell wichtige Punkte hinweisen. Über unseren Fördermittel Check unterstützen wir dich bei der Suche nach dem passenden Berater zur Beantragung des Gründungszuschusses.

Solltest du dich darüber hinaus für andere Förderungen interessieren, findest du hier eine ausführliche Übersicht möglicher Fördermittel.

Beziehst du Arbeitslosengeld II (ALG II) und planst dich beruflich selbständig zu machen? Dann kannst du das Einstiegsgeld beantragen. Das Einstiegsgeld ist im Gegensatz zum Gründungszuschuss eine Sozialleistung des Jobcenters für Empfänger von Arbeitslosengeld II (ALG II). Hierbei steht die Beendigung des Hilfsbedürftigkeit des Empfängers und dessen Eingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund. Wie du diese Förderung beantragen kannst, haben wir für dich in unserer Übersicht zum Einstiegsgeld zusammengefasst.

Alle Fakten für deinen Antrag auf Einstiegsgeld

Fördermittel

Einstiegsgeld

Um der eigenen Arbeitslosigkeit ein Ende zu setzen, stehen zukünftigen Gründern und Personen, die einen Wiedereinstieg ins Berufsleben planen, staatliche Zuschüsse zur Verfügung. Welche Zuschüsse das sind und welche Voraussetzungen dafür erfüllt werden müssen, erklären wir auf diesen Seiten.