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17.08.2017

Studie: Mehrheit der Gründer sind Wiederholungstäter

Existenzgründer sind Wiederholungstäter. Immerhin 95 Prozent der Gründer in Deutschland würden diesen Schritt wieder gehen. Das zeigt eine aktuelle Befragung des Branchenverbandes Bitkom. Wir schauen uns die Ergebnisse näher an.

"Wir brauchen eine Kultur der zweiten und dritten Chance."

Start-up-Report 2017 des BITKOM

Lange Arbeitstage und kaum Freizeit, das Buhlen um Investoren, der stetige Kampf mit der Verwaltung und nicht zuletzt die Sorge, ob die eigene Idee sich am Ende am Markt durchsetzen wird oder womöglich die Pleite droht – ein Unternehmen zu gründen, ist keine Party, sondern harte Arbeit. Dennoch würden deutsche Gründer den Schritt jederzeit wieder gehen: 95 Prozent sagen, sie würden mit ihren aktuellen Erfahrungen erneut ein Unternehmen gründen.

Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 250 Startup-Gründern in Deutschland. 8 von 10 Gründern (79 Prozent) würden auch anderen jungen Menschen empfehlen, ein Unternehmen zu gründen. Gleichzeitig gibt gut jeder dritte Gründer (31 Prozent) an, dass er bei der Gründung Angst hatte, mit seinem Unternehmen zu scheitern und damit als Versager zu gelten.

„Wer nicht zum Ziel kommt, der verdient Respekt für den Mut, etwas gewagt zu haben – und sollte sich nicht Sorgen machen müssen, gesellschaftlich stigmatisiert zu werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Wir brauchen eine Kultur der zweiten und dritten Chance, wenn wir es ernst meinen mit der Startup-Nation Deutschland.“

Weitere Ergebnisse der Befragung haben wir hier für Sie zusammengefasst:

■ Zwei Drittel der jungen Unternehmen (64 Prozent) haben 2016 neue Arbeitsplätze geschaffen, im laufenden Jahr wollen drei Viertel (77 Prozent) zusätzliche Mitarbeiter einstellen.

■ Im Schnitt beschäftigt jedes Startup in Deutschland aktuell 18 Mitarbeiter. Vor einem Jahr waren es erst 15 Mitarbeiter.

■ Mehr als jedes zweite Unternehmen (53 Prozent) konnte bereits einmal eine Stelle nicht besetzen, weil es an geeigneten Kandidaten fehlte. Vor allem Entwickler werden häufig gesucht.

■ 7 von 10 Startups benötigen für die kommenden zwei Jahre frisches Kapital, im Schnitt werden 2,5 Millionen Euro gebraucht. Eine große Mehrheit (85 Prozent) ist aber zuversichtlich, das Kapital einsammeln zu können.

■ Nur 14 Prozent der jungen Unternehmen halten einen Börsengang in Zukunft für denkbar, 14 Prozent schließen ihn grundsätzlich aus. Für zwei Drittel (65 Prozent) ist der Gang auf das Parkett aktuell kein Thema.

■ Mehr als die Hälfte der Gründer (55 Prozent) sagt, dass sich die Situation für das eigene Startup in den vergangenen zwei Jahren verbessert hat, nur 5 Prozent sehen eine Verschlechterung.

■ Rund 9 von 10 Unternehmen (88 Prozent) sind mit ihrem Standort zufrieden.

■ Mehr als zwei Drittel (68 Prozent) der Gründer würden ihr Unternehmen wieder in Deutschland gründen, vor einem Jahr waren es nur 44 Prozent. Gleichzeitig werden nach dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump die USA für deutsche Gründer weniger attraktiv: Hätten 2016 noch 32 Prozent im Fall einer erneuten Gründung ihr Startup gerne in den USA gestartet, so sind es heute nur noch 15 Prozent.

Alle Ergebnisse finden sich im "Start-up-Report 2017" des Bitkom, der kostenlos zum Download bereit steht.

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Über den Autor
Janine Friebel

Janine Friebel

Janine Friebel wurde 1983 geboren und studierte in Magdeburg Internationales Management. Als Key Account Managerin einer Leipziger Online Marketing Agentur hat sie über mehrere Jahre zahlreiche Kunden im Online Marketing betreut und beraten. Jetzt verantwortet sie das Marketing für die Zandura GmbH und kümmert sich um die Vermarktung der Inhalte auf unternehmenswelt.de.