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14.09.2019

deutsches Flugtaxi-StartUp Volocopter erhält 50 Mio. EUR, Herbst-Update für Ebay-Händler, EuGH straft deutsches Leistungsschutzrecht

Die PSD2-Zahlungsdiensterichtlinie tritt heute am 14. September in Kraft, doch der Handel zeigt sich immer noch zögerlich: Wir berichten über Hemmnisse und Ängste in der Ausführung der Richtlinie und warum diese unbegründet sind. Einige Neuerungen bringt der Herbst außerdem für Ebay-Verkäufer, die bereits zum 1. Oktober wirksam werden. Welche Marketing-Themen im Geschäftsalltag wirklich wichtig sind, erklären führende Branchenexperten anlässlich der dmexco 2019. Dies und mehr in den Online News der Woche.

StartUps & Co.

Flugtaxi: Volocopter bekommt 50 Millionen Euro von Geely

Der deutsche Flugtaxi-Entwickler Volocopter stockt seine Investitionsmittel auf. Wie heise online berichtet, investiert die Zhejiang Geely Holding Group 50 Millionen Euro in das Unternehmen. Volocopter will mit dem Geld seinen vollelektrisch angetriebenen, VoloCity genannten zweisitzigen Multicopter innerhalb der nächsten drei Jahre marktreif machen.

Mittelstand Global: Exportinitiativen des BMWi zur Stärkung von KMUs

“Made in Germany” ist nach wie vor ein Exportschlager. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2018 Waren und Güter im Wert von rund 1,32 Billionen Euro exportiert. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist die Erschließung neuer Märkte mit einem erhöhten Kostenaufwand und Risiko verbunden. Mit einem vielfältigen Angebot zur Exportförderung unterstützt das BMWi KMUs bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Programme und Ansprechpartner vor.

E-Commerce

Ebay Herbst-Update: Verpflichtende Artikelmerkmale, Änderung bei Account-Suspendierung, neue Zahlungsabwicklung

Ab dem 1. Oktober werden die Verkäuferschutz-Maßnahmen für Ebay-Plus-Verkäufer erweitert. Dies berichtet ausführlich onlinehaendler-news.de. Der Verkäuferschutz wird auch dann gelten, wenn der Artikel von einem Kunden erstanden wurde, der Ebay Plus nicht nutzt. Wird aus Sicht des Händlers etwa ein falscher Grund bei einer Retoure angegeben oder ist der Artikel defekt oder nicht im beschriebenen Zustand, beteiligt sich Ebay ab dem 1. Oktober an den Rücksendekosten. Im Ebay-Rückgabeprozess kann der Händler künftig bis zu 50 Prozent der Rückerstattungskosten abziehen, um den Wertverlust zu kompensieren, etwa wenn ein Artikel vom Käufer benutzt oder beschädigt wurde.

Um interne Prozesse weiter zu entschlacken, will das Unternehmen außerdem eine vereinfachte Kommunikation seiner Ebay-Grundsätze forcieren. Darüber hinaus erhalten Händler eine 30-Tagesfrist zur Beseitigung beanstandeter Mängel. In dieser Zeit wird ein Händler-Konto nicht gelöscht, sondern temporär unsichtbar gemacht.

Deutsche Verkäufer werden von der Plattform noch einmal ausdrücklich auf die Frist zur Vorlage der neuen Umsatzsteuerbescheinigung nach §22f UStG hingewiesen. Die Frist endet am 1. Oktober 2019. Händlern, die es bislang versäumt haben, die Bescheinigung vorzulegen, sollte klar sein: Alle Händler ohne gültige Bescheinigung werden ausnahmslos von Ebay gesperrt!

PSD2 Und SCA: Blockierer im E-Commerce?

Handelsverbände fordern Aufschub der EU-Richtlinie PSD2 (Payment Services Directive 2) – Kaufabbruchrisiken noch nicht zu beziffern – Vorweihnachtsgeschäft als kritische Phase …so und ähnlich lauteten die Meldungen und Argumente zum Thema PSD2 und SCA, dem Kürzel für die Starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication). Vier Jahre nach der Verabschiedung der PSD2 auf EU-Ebene geschieht laut Analyse von More Than Digital dasselbe, wie bei so vielen EU-Verordnungen: kurz vor Ende der Übergangsfrist häufen sich die Beschwerden über zu kurze Umsetzungszeiträume. Doch ist das gerechtfertigt? More Than Digital konzentriert sich im Meer der Befürchtungen auf die Vorteile für Kunden und Händler, die durch Umsetzung der PSD2-Richtlinie zu erwarten sind und bezeichnet diese gar als Meilenstein der EU Verordnungen: Als eine der ersten Regulierungen, welche direkt auf das „Consent“- bzw. Einwilligungs-Prinzip der DSGVO aufbaut und das Thema Verbraucherrechte klar in den Vordergrund stellt, werde nun ein über die letzten Jahrzehnte kompliziert gewordenes Finanzumfeld sauber regeln – ePayment und alles was dazu gehört. 

Online Marketing

HTML-Head: Google ignoriert verschiedene Meta-Tags künftig

Nach der kürzlichen Einführung der neuen Link-Attribute „sponsored“ und „ugc“ stellt Google nun auch die Behandlung von Meta-Tags im Head-Bereich einer Website um. Im Rahmen der Vorstellung der neuen Attribute stellte der Suchmaschinenriese klar, dass das Setzen von Nofollow künftig nicht mehr als Anweisung an den Crawler verstanden würde, sondern nur noch als Hinweis. Wie t3n weiter berichtet, hat Gary Illyes aus Googles Webmaster-Trends-Team die neue Interpretation auch für Nofollow als Meta-Tag festgelegt. Das ist insofern eine Veränderung der bisherigen Vorgehensweise, als Google in seinen offiziellen Dokumenten stets vermittelt hat, dass ein Nofollow-Meta-Tag den Crawler vom Indexieren der entsprechend gekennzeichneten Seiten abhalten würde. Illyes indes stellt deutlich klar, dass auch das Setzen des Meta-Tags in Zukunft nur noch als Hinweis betrachtet werden wird. 

Webmastern, die künftig wirklich ausschließen wollen, dass Google bestimmte Inhalte und Seitenbereiche nicht nur nicht indexiert, sondern auch gar nicht erst crawlt, bleibt somit nur der Weg über die robots.txt im Stammverzeichnis der jeweiligen Website.

Auditive Kundenbindung: Was kann Voice Marketing?

Bereits 14% der Deutschen verwendeten 2016 Sprachassistenten, um Produkte zu bestellen – Trend steigend. Im Jahr 2017 prognostizierte Juniper Research, dass die Ausgaben für Sprachanzeigen bis 2022 auf 19 Milliarden US-Dollar ansteigen könnten. Dies ist zwar in praxi noch ein weiter Weg, doch auditive Marketingmethoden rund um Alexa, Siri oder Cortana gewinnen im Zuge einer individualisierten Customer Journey immer mehr an Bedeutung. Wie Sie ihre Marke durch Voice Analytics und Voice Advertising am Ohr Ihrer Kunden platzieren und welche Anbieter Sie dafür aktuell nutzen können, erläutert in dieser Woche unternehmer.de.

dmexco 2019: Welche Marketing-Themen sind im Geschäftsalltag wirklich relevant?

Seit 2009 hat sich die dmexco - Digital Marketing Exposition & Conference als Nachfolger der Online Marketing Düsseldorf (OMD) als wichtigste Messe für Internet Marketing in Deutschland etabliert. Am vergangenen Mittwoch und Donnerstag fand sie nun zum bereits 10. Mal in Köln statt. Anlässlich der Konferenz fragte INTERNET WORLD BUSINESS führende Branchenexperten: Welche Marketing-Themen sind im Geschäftsalltag wirklich relevant? 

'Cookieless Future', eine DSGVO-konforme Ansprache der Kunden, Maschine Learning zur Steuerung von Google Kampagnen, die beobachtete Verschiebung des Akteurs im Verkaufsprozess vom Anbieter hin zum Nutzer und die kardinale Funktion der "Online-Suche", Anzeigen in Instagram Explore und immer wieder Daten, Daten, Daten: 21 Führende Köpfe der Digitalwirtschaft geben Einblick in ihre ganz persönlichen Handlungsstrategien.

Digitale Wirtschaft

Neue KfW-Studie: Unternehmen in Deutschland gehen Digitalisierung in der Breite an

An der aktuellen  Erhebung der KfW zum Thema Digitale Transformation in deutschen Unternehmen nahmen knapp 1.300 Unternehmen aus 17 Spitzen-, Fach- und Regionalverbänden der Wirtschaft teil. Der Trend zur Durchführung von Digitalisierungsmaßnahmen ist über alle Unternehmensgrößen hinweg zu beobachten. Vorreiter sind große Firmen (über 50 Mio. EUR Umsatz), von denen 91 % Digitalisierungsvorhaben fest eingeplant haben. Mit 38,8 % verfolgen inzwischen aber auch zwei von fünf kleinen Betrieben (bis 1 Mio. EUR Jahresumsatz) entsprechende Vorhaben. Keinen Bedarf an Digitalisierung sehen aktuell nur noch 9 % der Unternehmen. Dieser Anteil hat sich gegenüber der Befragung von 2017 halbiert. Welche Bereiche besonders profitieren und wo immer noch Digitalisierungshemmnisse zu beobachten sind, erläutert die KfW via Pressemitteilung im Überblick und mit vollständigem Wortlaut als PDF zum Download.

Notifizierung versäumt: EuGH erklärt deutsches Leistungsschutzrecht für unzulässig

Schwere Niederlage für die deutschen Verlage. Weil das Leistungsschutzrecht nach einem EuGH-Urteil rechtlich nicht anwendbar ist, droht ihnen der Verlust von Millionen Euro an Prozesskosten gegen Google. golem.de rekapituliert in dieser Woche noch einmal die Hintergründe des Rechtsstreits und lässt die Betroffenen zu Wort kommen: So hatte das Landgericht Berlin im Mai 2017 die Frage nach der Notifizierungspflicht dem EuGH zur Klärung vorgelegt.

Hintergrund ist ein Streit zwischen der Verwertungsgesellschaft (VG) Media und dem Suchmaschinenkonzern Google über Lizenzzahlungen für die Nutzung von Medieninhalten. Dem nun gefällten Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zufolge hätte die damalige schwarz-gelbe Bundesregierung das am 1. März 2013 beschlossene Gesetz der EU-Kommission vorlegen und notifizieren lassen müssen. Da dies versäumt worden sei, dürften die Bestimmungen des Gesetzes von den deutschen Gerichten nicht angewandt werden. 

Die deutschen Verlegerverbände BDZV, VDL VDZ bedauerten erwartungsgemäß die Entscheidung und zeigten sich vom Beschluss des EuGH "irritiert". Denn fast sechs Jahre nach Erlass des Gesetzes "warten Verlage und Redaktionen immer noch darauf, dass Google und andere digitale Plattformen für die unstreitige Verwertung der Verleger- und Urheberrechte endlich zahlen", hieß es in einer Stellungnahme.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.