10.09.2019

Mittelstand Global: Exportinitiativen des BMWi zur Stärkung von KMU

“Made in Germany” ist nach wie vor ein Exportschlager. Insgesamt wurden in Deutschland im Jahr 2018 Waren und Güter im Wert von rund 1,32 Billionen Euro exportiert. Insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen ist die Erschließung neuer Märkte mit einem erhöhten Kostenaufwand und Risiko verbunden. Mit einem vielfältigen Angebot zur Exportförderung unterstützt das BMWi KMU bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland. Wir stellen Ihnen die wichtigsten Programme und Ansprechpartner vor.

Mittelstand Global

Exportinitiativen des BMWi für KMU: Zahlen & Fakten

In jährlich mehr als 100 Veranstaltungen und Projekten unterstützt das BMWi unter der Dachmarke „Mittelstand Global“  kleine und mittlere Unternehmen bei der Erschließung neuer Märkte im Ausland. 1200 KMU nutzen jedes Jahr die Möglichkeit zur Teilnahme. 80 Prozent der Teilnehmer in Projekten zur Geschäftsanbahnung schätzten ihre Exportentwicklung in Folge des Projekts als gut bis sehr gut ein.

Das BMWi fördert konkret in folgenden Modulen 

  • Markterschließungsprogramm für KMU
  • Exportinitiativen nach Branchen (Energie, Gesundheitswirtschaft, zivile Sicherheitstechnologien und -dienstleistungen, Umwelttechnologie)
  • Exportkreditgarantien („Hermesdeckungen“) und Investitionsgarantien

Zusätzliche Informationen und öffentliche Ausschreibungen stellt Germany Trade & Invest (GTAI), die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung.

Die Teilnahme an internationalen Leitmessen für deutsche Unternehmen fördert der Bund außerdem mit seinem Auslandsmesseprogramm.

Mehr Informationen zum Auslandsmesseprogramm des BMWi

International Trade Fair

Sichern Sie sich Fördermittel des BMWi für Ihren Messeauftritt

Damit kleine und mittlere Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen einem Fachpublikum vorstellen können, beteiligt sich das BMWi mit speziellen Förderprogrammen an den Kosten für den Messeauftritt. Diese Offerte richtet sich mit dem Auslandsprogramm des Bundes branchenunabhängig an KMU, die sich international auf Auslandsmessen präsentieren möchten. Junge innovative Unternehmen können ihre Teilnahme an ausgesuchten internationalen Leitmessen in Deutschland darüber hinaus gesondert fördern lassen.

Die Vorteile der Exportförderung im Überblick

Warum sollten kleine und mittlere Unternehmen an den Exportförderprogrammen des BMWi teilnehmen?

  • Sie erhalten Marktinformation aus erster Hand
  • Sie können Exportstrategien beurteilen und Risiken besser vorbeugen
  • Sie erkunden schnell und einfach neue Märkte 
  • Sie bilden Netzwerke und knüpfen nachhaltige Kontakte 
  • Sie treffen Ihre Geschäftspartner vor Ort und erhalten einen unverfälschten Eindruck
  • Sie steigern Ihre Erfolge im Auslandsgeschäft und Ihre Exporte
  • Sie sparen Zeit und Kosten

Markterschließungsprogramm MEP

Das Markterschließungsprogramm für KMU steht allen exportierenden Unternehmen in Deutschland offen und soll diese darin unterstützen

  • einen Zugang zu neuen Märkten zu erhalten,
  • bestehende Märkte zu sichern und
  • den Ausbau entscheidender Netzwerke voranzutreiben.

Seit das Programm 2012 gestartet ist, haben bereits über 6.000 KMUs an den Projekten des MEP teilgenommen. 

Was wird gefördert?

Das Markterschließungsprogramm für KMU unterstützt branchenübergreifend kleine und mittlere Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte.

Dabei unterscheidet das BMWi zwischen

  • Potenzialmärkten (Länder und Regionen mit sehr dynamischer Wirtschaftsentwicklung und Zuwachsraten)
  • Traditionellen Handelspartnern (Europäische Nachbarländer, die USA und andere westliche Industrieländer) 
  • Nischenmärkten (der Großteil der Zielländer Afrikas sowie regional in Asien und Lateinamerika)

Wer wird gefördert?

  • kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Firmensitz in Deutschland, die ihr Auslandsgeschäft auf- oder ausbauen möchten (auch Großunternehmen können sich für eine Projektteilnahme bewerben*)
  • Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe
  • Unternehmen aus traditionellen Industriezweigen, wie z.B. Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeug- und Zuliefererindustrie oder Chemie- und Elektroindustrie
  • fachbezogene Freiberufler
  • wirtschaftsnahe Dienstleister

(*Es gilt hier grundsätzlich: mindestens 50% der teilnehmenden Unternehmen müssen KMU sein und haben Vorrang vor Großunternehmen.)

Ausgenommen von einer Förderung im MEP sind die mit eigenen Förderangeboten versehenen folgenden Bereiche:

  • Erneuerbare Energien,
  • Energieeffizienztechnologien,
  • Fischerei und Aquakultur,
  • Primärerzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen

Wie wird gefördert?

  1. Informationsveranstaltungen (kontinuierlich veranstaltet zu neuen Märkten und Trends)
  2. Markterkundungs- und Geschäftsanbahnungsreisen ins Ausland
  3. Leistungspräsentationen im Ausland
  4. Einkäufer- und Informationsreisen nach Deutschland

Wie hoch ist der Eigenanteil?

Der Eigenanteil bei der Teilnahme an den Auslandsformaten Markterkundung, Geschäftsanbahnung und Leistungsschau beträgt:

  • 500 Euro (netto) für Unternehmen mit weniger als zwei Millionen Euro Jahresumsatz und weniger als zehn Mitarbeitern
  • 750 Euro (netto) für Unternehmen mit weniger als 50 Millionen Euro Jahresumsatz und weniger als 500 Mitarbeitern
  • 1.000 Euro (netto) für Unternehmen ab 50 Millionen Euro Jahresumsatz oder ab 500 Mitarbeitern
  • Reise-, Unterbringungs- und sonstige Verpflegungskosten müssen vom Unternehmen selbst getragen werden

Die Teilnahme an den Informationsveranstaltungen des MEP in Deutschland ist kostenlos.

Ansprechpartner und Kontakt

Ausgerichtet wird das MEP vom BMWi. Für die Steuerung der operativen Umsetzung der Maßnahmen ist die Geschäftsstelle Markterschließung zuständig. Sie steht im ständigen Kontakt mit den Durchführern der einzelnen Projekte. Zu den Durchführern gehören AHK's, Ländervereine sowie erfahrene Beratungsunternehmen. Sie stehen auch im direkten Kontakt zu den teilnehmenden Unternehmen und unterstützen diese mit einem professionelles Partner-Netzwerk im Zielland und in Deutschland. 

Detaillierte Informationen zum Programm erteilt Ihnen die

Geschäftsstelle Markterschließung für KMU

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

c/o Bundesministerium für Wirtschaft und Energie

Villemombler Straße 76, 53123 Bonn

Telefon:

+49 (0)228 99615 2541

E-Mail:

markterschliessung@bmwi.bund.de

Eine Übersicht der aktuellen Projekte im laufenden Programmjahr 2019 hat das BMWi ins Netz gestellt.

Finanzierung und Absicherung von Auslandsgeschäften: Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien

Die Finanzierung und Absicherung von Auslandsgeschäften durch Exportkreditgarantien und Investitionsgarantien beruht auf bilateralen Investitionsförderungs- und -schutzverträgen zwischen der Bundesregierung und Entwicklungs- und Schwellenländern, die als Wirtschaftspartner auftreten.

Dadurch schafft die Bundesregierung

  • stabile Rahmenbedingungen für deutsche Direktinvestitionen im Ausland
  • einen umfassenden, völkerrechtlich abgesicherten Rechtsschutz getätigter Investitionen deutscher Unternehmer auf Basis der Verträge
  • einen erleichterten Zugang für insbesondere kleine und mittlere Unternehmen bei der Erschließung ausländischer Märkte

Die Förderinstrumente im Überblick

Exportkreditgarantien („Hermesdeckungen“) 

Was wird gefördert?

  • staatliche Exportkreditgarantien sollen wirtschaftlich und politisch bedingte Forderungsausfälle im Zielland absichern 
  • seit Juli 2018 können Exporteure auch kleinvolumige Geschäfte („Small Tickets“ bis 5 Millionen Euro Auftragswert) mit der digitalen Lieferantenkreditdeckung „Hermesdeckungen click&cover EXPORT“ absichern.

Wer wird gefördert?

  • staatliche Exportkreditgarantien stehen allen deutschen exportierenden Unternehmen mit Sitz in Deutschland zur Verfügung
  • das zur Deckung beantragte Geschäft muss als förderungswürdig und risikomäßig vertretbar eingestuft werden
  • als besonders förderungswürdig gelten Geschäfte vom KMU
  • die Exportkreditgarantien des Bundes sollen das Angebot privater Versicherungsdienstleister ergänzen und konzentrieren sich auf die Absicherung von Lieferungen und Leistungen in Schwellen- und Entwicklungsländer

Wie wird gefördert?

Gegen Zahlung risikobasierter Prämien übernimmt der Bund das Risiko eines Zahlungsausfalls. Die Durchführung des Exportgeschäfts und dessen Finanzierung wird dadurch oft erst möglich gemacht. 

Die Exportkreditgarantien des Bundes ergänzen das Angebot privater Kreditversicherer. Sie kommen vor allem dort zum Zuge, wo die private Wirtschaft kein entsprechendes oder ausreichendes Absicherungsangebot zur Verfügung stellt. Folglich konzentriert sich das Geschäft des Bundes auf die Absicherung von Lieferungen und Leistungen in Schwellen- und Entwicklungsländer. Exportkreditgarantien helfen vor allem KMU schwer zugängliche Märkte zu erschließen und Geschäftsbeziehungen in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten.

Investitionsgarantien

Was wird gefördert?

Investitionsgarantien des Bundes sollen deutsche Unternehmen und ihre Investitionen im Ausland gegen politische Risiken absichern. Bei drohenden Schadensfällen kann die Bundesregierung im Wege des Krisenmanagements im Anlageland intervenieren. Investitionsgarantien schützen vor folgenden Risiken:

  • Verstaatlichung, Enteignung oder enteignungsgleiche Maßnahmen
  • Krieg, kriegerische Auseinandersetzungen, Revolution und Aufruhr oder terroristische Akte, die im Zusammenhang mit solchen Ereignissen stehen
  • Bruch rechtsverbindlicher Zusagen staatlicher oder staatlich kontrollierter Stellen
  • Zahlungsmoratorien und Konvertierungs- oder Transferbeschränkungen

Wer wird gefördert?

kleinere und mittlere Unternehmen der Exportwirtschaft mit Sitz in Deutschland

Wie wird gefördert?

die Investitionsgarantien des Bundes decken folgende Investitionen:

  • Beteiligungen
  • Kapitalausstattungen von Niederlassungen oder Betriebsstätten (Dotationskapital)
  • beteiligungsähnliche Darlehen eines Gesellschafters oder einer Bank
  • andere vermögenswerte Rechte (zum Beispiel aus Service Contracts im Rohstoffbereich oder aus Schuldverschreibungen)

Als Voraussetzungen der Förderwürdigkeit  hat das BMWi folgende Kriterien zugrunde gelegt:

Investitionsgarantien können nur für "förderungswürdige Projekte" übernommen werden.

Dazu muss das Projekt/die Investition

  • Arbeitsplätze in Deutschland sichern oder schaffen 
  • die Entwicklung des Anlagelands fördern
  • in ihren Umwelt-, Sozial - und menschenrechtlichen Auswirkungen unbedenklich sein

Deutsche Unternehmen sind weiterhin explizit aufgefordert, die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen zu beachten und ihrer "menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht" nachzukommen. Diese ist im deutschen Nationalen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte formuliert.

Außerdem muss für die Investition im Anlageland ein ausreichender Rechtsschutz bestehen, damit der Bund eine Investitionsgarantie übernehmen kann. (Dies trifft regelmäßig zu, wenn zwischen Deutschland und dem Anlageland ein Investitionsförderungs- und -schutzvertrag geschlossen wurde.)

Ansprechpartner und Kontakt

Exportgarantien

Euler Hermes Aktiengesellschaft

Postanschrift

Postfach 50 03 99

22703 Hamburg

Hausanschrift

Gasstraße 27

22761 Hamburg

Telefon

+49 (0) 40 / 88 34 - 90 00

E-Mail

info@exportkreditgarantien.de

Investitionsgarantien

PricewaterhouseCoopers GmbH

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Postanschrift

Postfach 30 17 50

20306 Hamburg

Hausanschrift

Gasstraße 27

22761 Hamburg

Telefon

+49 (0) 40 / 63 78 - 20 66

E-Mail

investitionsgarantien@de.pwc.com 

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.