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17.10.2014

Die Gründerinnen kommen!

Der Anteil von Frauen an den Gründungen in Deutschland steigt. Jedoch werden noch immer zwei Drittel aller Gründungen im Haupterwerb von Männern durchgeführt. Die positive Tendenz will nun die Bundesregierung mit einigen Initiativen zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für selbstständige Frauen stärken. In diesem Zusammenhang steht auch das Projekt grOW - Frauen gründen in Ost und West.

Frauen zur Gründung ermutigen - das ist das Ziel gleich mehrerer Initiativen der Bundesregierung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Derzeit machen sich immer noch wesentlich weniger Frauen selbstständig als Männer, doch da Frauen heute genauso gut qualifiziert sind wie Männer und auch ihre eigenen spezifischen Kompetenzen haben, die sie in die Selbstständigkeit einbringen können, geht der Gründungskultur in Deutschland ein wichtiger Impuls verloren, wenn das Wissen und Können der Frauen in zu wenige Gründungen fliesst.

Um das zu ändern, unternimmt die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen. Bundeswirtschaftsminister Gabriel und Familienministerin Schwesig fordern dabei eine neue Gründerzeit für Frauen. Einerseits sollen die Rahmenbedingungen für Existenzgründungen von Frauen verbessert werden, andererseits sollen Initiativen, die Gründerinnen in der Öffentlichkeit vorstellen, das Thema Gründung von Frauen breiter in der Aufmerksamkeit verankert werden, um Frauen zum Gründen zu bewegen. Eines dieser Projekte ist "Frauen Unternehmen". Erfolgreiche Unternehmerinnen sollen gezielt an Schulen und Universitäten Lust auf Selbstständigkeit bei den Mädchen und jungen Frauen wecken.

In diesem Zusammenhang steht auch das Projekt grOW - Frauen gründen in Ost und West. 25 Jahre nach dem Mauerfall sollen sich Gründerinnen aus Ost und West über ihre Erfahrungen als Frauen in der Selbstständigkeit austauschen. Ziel des Projektes ist es konkrete benötigte Rahmenbedingungen zu umreißen und auf dieser Basis Vorschläge für Verbesserungen zu erarbeiten. Die Ergebnisse sollen in die Planung geeigneter Maßnahmen einfließen, die Voraussetzungen für Gründerinnen zu verbessern. Dazu soll es am 08. und 09. November 2014, dem Tag des Mauerfalls, auch eine Konferenz in Berlin geben.

Im Frühjahr 2015 werden in einer nächsten Stufe sechs Workshops stattfinden, in denen die Ergebnisse vertieft werden. Das Unternehmerinnennetzwerk bundesweite Gründerinnenagentur (bga) soll hier in die Zusammenarbeit eng eingebunden sein, um Konzepte für geeignete Maßnahmen zu erarbeiten. Zum Abschluss sollen die Ergebnisse im Oktober 2015 zum 25. Jubiläum der deutschen Einheit in einer Pressekonferenz präsentiert werden.

Für die Verbesserung der Rahmenbedingungen ist schon jetzt geplant einige Maßnahmen zu ergreifen, die zum Abbau der Hürden für weibliche Gründer führen. Dazu zählt zum Beispiel bessere Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu schaffen. Zudem soll es spezielle Beratungsangebote für gründungswillige Frauen geben.

Dass es bei der Gründungstätigkeit von Frauen durchaus Anlaß zu Optimismus gibt, zeigen aktuelle Zahlen. Demnach ist der Anteil der Frauen an den Gesamtgründungen im Jahr 2013 gestiegen. Bei den Vollerwerbsgründungen werden mittlerweile ein Drittel aller Gründungen von Frauen durchgeführt. Bei den Nebenerwerbsgründungen sind es sogar schon 50%. Dies ist zumindest ein positiver Trend in der aktuell ansonsten im Wesentlichen negativen Entwicklung des Gründungsgeschehens in Deutschland.

Über den Autor
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René Wendler

René Wendler wurde 1975 geboren, ist in Ostdeutschland aufgewachsen, studierte in Leipzig und machte sich direkt im Anschluss mit der Betreuung von Gründern selbstständig. Von 2002 bis 2007 betreute er gemeinsam mit André Wittig ca. 750 Gründer persönlich und seit 2008 weitere 100.000 Gründer mit seinem Team, über die Onlineangebote der Zandura GmbH, zu denen insbesondere auch unternehmenswelt.de gehört.