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Wo Gründer 2025 am meisten Kaufkraft finden

Das Kaufkraft-Ranking 2025 zeigt: Die besten Chancen für Gründer und KMU liegen nicht in teuren Metropolen, sondern in ländlichen Regionen mit starker Kaufkraft, niedrigen Kosten und treuen Kunden. Erfahre, wo du am meisten von deiner Gründung profitierst.

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Zwei Loewenstatuen blicken auf den Starnberger See bei Tutzing in Bayern, Deutschland.
Spitzenreiter im Kaufkraft-Ranking 2025: Tutzing im Landkreis Starnberg.

Was zeigt das Kaufkraft-Ranking 2025?

Bei der Erstellung deines Businessplans spielt die Standortwahl eine zentrale Rolle – das aktuelle Kaufkraft-Ranking liefert dafür wertvolle Orientierung. Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wie viel Einkommen nach Abzug der Lebenshaltungskosten tatsächlich übrig bleibt:

Das Ergebnis überrascht: Nicht München, Frankfurt oder Hamburg führen die Liste an, sondern Landkreise mit moderaten Wohnkosten und hoher Lebensqualität. Bayern dominiert das Ranking mit 28 der 50 bestplatzierten Regionen. In den Top 100 findet sich keine einzige Region aus Ostdeutschland.

Top 5 Kaufkraft Ranking

  • Platz 1: Landkreis Starnberg (35.392 € Kaufkraft pro Kopf)
  • Platz 2: Landkreis Miesbach mit Tegernsee (35.335 €)
  • Platz 3: Hochtaunuskreis (33.011 €)
  • Platz 4: Nordfriesland mit Sylt (31.378 €)
  • Platz 5: Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (31.011 €) – dank niedriger Lebenshaltungskosten

Zum Vergleich: Der deutsche Durchschnitt liegt bei 25.790 €.

Bottom 5 Kaufkraft Ranking

  1. Offenbach – 19.022 € Kaufkraft pro Kopf
  2. Gelsenkirchen 
  3. Duisburg
  4. Bremerhaven
  5. weitere Städte mit sehr niedriger Kaufkraft

Das Ranking verdeutlicht: Während Landkreise wie Starnberg oder Miesbach über 35.000 € Kaufkraft erreichen, liegen die schwächsten Regionen teils fast 50 % darunter.

Großstädte wie Hamburg (Platz 304), Berlin (Platz 373) oder Frankfurt (Platz 389) schneiden dramatisch schlecht ab. Selbst München kommt nur auf Platz 33. Verantwortlich dafür sind vor allem die deutlich höheren Wohnkosten, die selbst Top-Gehälter auffressen. In München liegen die Kosten 24,4 % über dem Bundesdurchschnitt. Damit verlieren Beschäftigte dort im Schnitt fast 7.000 € Kaufkraft im Jahr.

Die Botschaft für Unternehmer ist klar: Ein Standort in der Großstadt ist oft mit deutlich höheren Fixkosten verbunden, ohne dass deine Zielgruppe mehr Geld für Konsum übrig hat.

Für Existenzgründer und junge Wachstumsunternehmen ist die Kaufkraft ein entscheidender Standortfaktor. Mehr Kaufkraft in der Bevölkerung bedeutet:

  • Stärkere Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen
  • Bessere Preisakzeptanz für Premium-Angebote
  • Stabile Kundenbeziehungen durch weniger finanzielle Belastung der Haushalte

Für KMU ergeben sich klare Chancen: Statt sich mit hohen Büromieten und Fachkräftemangel in Metropolen herumzuschlagen, kannst du in kaufkraftstarken Landkreisen mit geringeren Betriebskosten durchstarten – und gleichzeitig von loyalen Kunden profitieren.

Kennst du deine Kunden wirklich?

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Nicht jede Region gehört zur Spitzengruppe. In Städten wie Offenbach (19.022 € Kaufkraft), Gelsenkirchen oder Bremerhaven bleibt Konsumenten nur wenig finanzieller Spielraum. Aber auch dort gibt es Chancen:

  • Förderung nutzen: Bund und Länder unterstützen gezielt strukturschwache Regionen mit Investitionszuschüssen, Digitalisierungsförderung und Innovationsprogrammen.
  • Nischenmärkte bedienen: Spezialangebote oder lokale Dienstleistungen können trotz geringer Kaufkraft erfolgreich sein.
  • Hybride Geschäftsmodelle aufbauen: Digitale Produkte oder Online-Shops gleichen die regionale Nachfrage aus.

Mittelständische Unternehmen profitieren, wenn sie z.B. Produktionsstandorte oder Backoffices in kostengünstige Regionen verlagern – während der Vertrieb in kaufkraftstarken Gegenden agiert.

Egal ob Starnberg oder Gelsenkirchen – lokales Marketing entscheidet über deinen Erfolg. Mit einer gezielten Regionalstrategie holst du das Maximum aus der Kaufkraft deiner Zielgruppe heraus:

  • Lokale SEO: Optimiere deine Website für „[Branche] + [Ort]“, damit dich Kunden aus der Region finden.
  • Standortbezogene Kampagnen: Google Ads und Social-Media-Anzeigen mit regionalem Targeting bringen dich direkt in die Timeline deiner bevorzugten Kunden.
  • Kooperationen: Netzwerke mit Vereinen, regionalen Medien oder Eventveranstaltern stärken deine Sichtbarkeit.
  • Storytelling: Betone deine regionale Verwurzelung und Authentizität – das schafft Vertrauen.

Gerade in Regionen mit hoher Kaufkraft kannst du so deine Marke als Premiumanbieter positionieren. In Regionen mit niedriger Kaufkraft hilft dir gezieltes Marketing, die passenden Kundengruppen herauszufiltern.

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Das Kaufkraft-Ranking zeigt klar: Nicht die hippen Metropolen, sondern ländliche Regionen bieten die besten Bedingungen für Gründer und KMU. Niedrigere Kosten, kaufkräftige Kunden und eine höhere Lebensqualität schaffen hier ein stabiles Fundament für nachhaltiges Wachstum. Wer die Standortwahl strategisch trifft, Fördermittel clever nutzt und auf lokales Marketing setzt, kann auch abseits der großen Städte erfolgreich sein. 

Für die Praxis kleiner und mittlerer Unternehmen heißt das: Entscheidend ist, wo deine Kunden tatsächlich über Kaufkraft verfügen – richtest du deine Expansion danach aus, sicherst du dir Wettbewerbsvorteile und stärkst zugleich die Widerstandsfähigkeit deines Geschäftsmodells.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt und Zandura über die wichtigsten Business-Themen & Trends für Gründer & Unternehmer. Zuvor war Kathleen als Redakteurin für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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