06.09.2018

So profitieren Sie von einer Gründung im Team

Sich ergänzen, das Risiko teilen, die Motivation vervielfachen – das bringt die Teamgründung

Wer sich im Team in die Selbständigkeit aufmacht, lässt unterschiedliche Talente, Ideen und Kontakte zusammenfließen, um eine gemeinsame Geschäftsidee zu verwirklichen. Gründer, die sich zusammentun, können daraus viele Vorteile ziehen. Bevor sie loslegen sollten sie ihre Ziele und Strategien festlegen und weitere wichtige Fragen am besten schriftlich fixieren.

Teamgründung

Zusammen ist man zwar weniger allein, aber in Deutschland werden Unternehmen überwiegend von Einzelnen gegründet. Laut KfW-Gründungsmonitor 2014 entscheiden sich nur 23 Prozent der Gründer, mit zwei oder mehr Personen in die Selbständigkeit zu starten. Dabei hat eine Teamgründung viel für sich, wenn man es richtig anstellt.

Vorteile von Teamgründungen

Einzelkämpfertum – nein danke! Sich zusammenzutun bringt jede Menge positive Effekte. Hier sind einige davon:

  • Mehrere Gründer ergänzen sich mit ihren Talenten und Fähigkeiten. Wenn sich Menschen mit unterschiedlichen persönlichen, fachlichen und kaufmännischen Qualitäten zusammentun, profitiert das Gründungsvorhaben davon und kann positiv im Businessplan hervorgehoben werden. 
  • Mehrere Gründer – verteiltes Risiko. Das gilt besonders für risikobewusste Menschen, die überzeugt davon sind, dass vier oder mehr Augen mehr sehen als zwei.
  • Viel Arbeit, gerade in der Gründungsphase, lässt sich auf mehrere Schultern verteilen. Außerdem herrscht auch kein Stillstand, wenn jemand krank, im Urlaub oder zu bestimmten Terminen mit Kinderbetreuung beschäftigt ist.
  • Die Netzwerke von mehreren Gründern versorgen ein neu gegründetes Unternehmen mit ungleich mehr Kontakten als die Verbindungen, die eine Person allein aufbringen kann.
  • Mehr Gründer bedeutet auch, dass es mehr Quellen gibt, aus denen die anfallenden Kosten bei einer Gründung bestritten werden können.
  • Gründungsteams können sich gegenseitig motivieren und inspirieren. Das spornt an und man läuft weniger Gefahr, in gedanklichen Sackgassen zu landen. 

Was zu einer erfolgreichen Teamgründung dazu gehört

Geeignete Teampartner zu finden, ist eine Kunst. Deshalb sollte man sich vor dem Start des gemeinsamen Projektes so weit kennenlernen, dass man die Stärken und Schwächen der anderen Gründer kennt.

Man könnte meinen, nur weil man schon ewig befreundet oder gar verwandt ist, funktioniert man auch als Gründerteam gut. Das muss aber nicht sein. Im ungünstigsten Fall können geschäftliche Konflikte in die privaten Beziehungen getragen werden und dann ist es manchmal auch mit der Freundschaft vorbei. Mögliche Konflikte und Lösungswege im Vornherein zu besprechen, kann viel Ärger sparen, fals es später tatsächlich zu Uneinigkeit kommt.

Was außerdem zu einem guten Gründerteam gehört, ist eine gemeinsame Vorstellung von den Zielen und Strategien des Unternehmens. Die Liste der Dinge, über die sich die Gründer einigen sollten, enthält noch einige weitere Punkte:

  • Verantwortungsbereiche und Aufgabenteilung: Wenn sich erst im Verlauf herausstellt, dass bestimmte Aufgaben niemand zu erledigen bereit ist, schadet das dem Unternehmen. Klar voneinander abgegrenzte Aufgaben und Kompetenzfelder dagegen schaffen Klarheit und verringern den Abstimmungsbedarf.
  • Entscheidungswege klar machen: Klären Sie, auf welche Art Entscheidungen für Ihr Unternehmen im Team gefällt werden. In welchen Bereichen kann wer allein entscheiden? Wofür ist Einstimmigkeit nötig, wo ist bei mehr als zwei Gründern eine Mehrheitsentscheidung akzeptabel?
  • „Ich engagiere mich so viel und du lehnst dich zurück!“ Dieses Gefühl stellt sich leider häufiger ein, als Gründerteams lieb ist. Machen Sie transparent, wer was zu leisten bereit ist, damit es zu solchen Vorwürfen gar nicht erst kommt.
  • Gehälter und Privatentnahmen: Einigen Sie sich, wie sie die festlegen, welche Beträge Sie sich auszahlen, auch für den Fall, dass das Unternehmen einmal schlechter dasteht.

Auch wenn zu Beginn alle Mitglieder des Gründungsteams mit Feuer bei der Sache und auf einer Linie sind: Versäumen Sie es nicht, wichtige Entscheidungen schriftlich festzuhalten. Sie müssen ja nicht in Stein gemeißelt sein, spätere Änderungen – am Besten ebenfalls schriftlich fixiert – sind ja möglich. Missverständnissen und konfliktbeladenen Folgen von Gedächtnislücken beugen Sie so vor.

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Über den Autor

Ulrike Schult

Ulrike Schult

Die Autorin ist als Redakteurin im Team von unternehmenswelt.de tätig. Zuvor beriet Ulrike Schult in Leipzig Studierende zum Einstieg ins Berufsleben und organisiert momentan unter anderem an der Fachhochschule ein überfachliches Qualifizierungsprogramm für Doktoranden aus den Ingenieurswissenschaften und anderen Bereichen.

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