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23.07.2020

Digital Jetzt: Neue Investitionsförderung für KMU

Mit "Digital Jetzt" sicherst du dir finanzielle Zuschüsse bis zu 100.000 Euro für die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ob für Investitionen in Hard- und Software, Datenschutz oder die Qualifizierung deiner Mitarbeiter, "Digital Jetzt" stellt dir die notwendigen Ressourcen bereit. Wir erklären Förderrichtlinien und Bewerbungsverfahren.

Zur digitalen Kundengewinnung in deiner Region

Investiere mit "Digital Jetzt" in Infrastruktur und Qualifizierung

"Digital Jetzt": Das Wichtigste in Kürze

  • Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft stärken: „Digital Jetzt – Investitionsförderung für KMU“ erweitert die auf Bundes- und zum Teil auf Landesebene bestehenden Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung des Mittelstands, insbesondere die Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren. Gefördert werden u.a. neue Geschäftsmodelle, intelligente Arbeits- und Produktionsprozesse, eine effektivere Kundengewinnung oder eine bessere Vernetzung, zum Beispiel mit Lieferanten. 
  • First Come First Serve: Insgesamt 200 Millionen Euro stehen mit Programmstart 7. September 2020 für Digitalisierungsvorhaben in kleinen und mittleren Unternehmen aller Branchen bereit. Die Anträge werden in der Reihe ihres Eingangs bearbeitet und beschieden.
  • Nicht rückzahlbare Zuschüsse bis zu 70 Prozent und maximal 100.000 Euro: Du erhältst Zuschüsse bis zu 70 Prozent deiner Ausgaben für digitale Investitionen in Infrastruktur und Qualifizierung. Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 bis 100.000 Euro in Abhängigkeit des konkreten Vorhabens. 
  • Höhere Corona-Förderquoten: Für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge gelten als Antwort auf die Corona-Krise höhere Förderquoten.

Wer kann eine Förderung im Investitionsprogramm "Digital Jetzt" erhalten?

Sämtlich Mittelständische Unternehmen aus allen Branchen (inklusive Handwerksbetriebe und freie Berufe) können einen Antrag auf Förderung für ein "Digital Jetzt" Investitionsvorhaben stellen.

Als solches giltst du, wenn du zwischen 3 bis 499 Mitarbeiter beschäftigst. Dies beinhaltet sämtliche Lohn- und Gehaltsempfänger, aber auch für das Unternehmen tätige Personen, die in einem Unterordnungsverhältnis zu diesem stehen und nach nationalem Recht Arbeitnehmern gleichgestellt sind. Darüber hinaus gelten Arbeitnehmer in Mutterschutz sowie mitarbeitende Eigentümer und Teilhaber als Teil der Belegschaft.

Dein Digitalisierungsvorhaben darf außerdem zum Zeitpunkt der Förderbewilligung noch nicht begonnen haben und muss ab diesem in der Regel innerhalb von zwölf Monaten umgesetzt werden können.

Welche Investitionen fördert "Digital Jetzt"?

"Digital Jetzt" besteht im Kern aus zwei Fördermodulen:

  1. Fördermodul 1 - "Investition in digitale Technologien": Hier erhältst du Zuschüsse für Investitionen in Soft- und Hardware, insbesondere für die interne und externe Vernetzung deines Unternehmens. Das können Datengetriebene Geschäftsmodelle sein, Künstliche Intelligenz (KI), Cloud-Anwendungen, Big Data, Sensorik, 3D-Druck sowie Investitionen in IT-Sicherheit und Datenschutz.
  2. Fördermodul 2 - "Investition in die Qualifizierung der Mitarbeitenden": In diesem Modul sind Ausgaben für die digitale Qualifizierung deiner Mitarbeiter förderfähig.

Wie hoch ist die Fördersumme?

Die Förderung wird als anteiliger Zuschuss gewährt, den du nicht! zurückzahlen musst. Die Auszahlung erfolgt in der Regel nach Ablauf deines Projekts (12 Monate) und erfolgreicher Verwendungsnachweisprüfung durch den Projektträger DLR

Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen, bei Investitionen von Wertschöpfungsketten und/oder -netzwerken kann sie bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen betragen. Die minimale Fördersumme beträgt 17.000 Euro in Modul 1 und 3.000 Euro in Modul 2.

Der Förderzuschuss bemisst sich anteilig an deinen Investitionskosten und ist entlang der konkreten Beschäftigtenzahl gestaffelt. Um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu begrenzen, hat das BMWi für alle bis zum 30.06.2021 eingehenden Anträge höhere Förderquoten beschieden. Für alle ab dem 01.07.2021 eingehenden Anträge gelten dann wieder die ursprünglich vorgesehenen Förderquoten:

  • Bis 50 Beschäftigte: bis zu 50% Zuschuss (ab 01.07.2021: 40%)
  • Bis 250 Beschäftigte: bis zu 45% Zuschuss (ab 01.07.2021: 35%)
  • Bis 499 Beschäftigte: bis zu 40% Zuschuss (ab 01.07.2021: 30%)

Die Förderquote erhöht sich unter bestimmten Voraussetzungen und zwar

  • bei arbeitsteilig kooperierenden und gleichzeitig in Digitalisierung investierenden Unternehmen innerhalb einer Wertschöpfungskette bzw. eines -netzwerks, z.B. Zulieferernetzwerke (+ 5 Prozentpunkte),
  • bei Investitionen im Bereich IT-Sicherheit, inklusive Datenschutz (+ 5 Prozentpunkte) sowie
  • bei Investitionen in strukturschwachen Regionen (+ 10 Prozentpunkte).

Welche Unterlagen muss ich einreichen?

Der Förderantrag besteht aus einem Fragenkatalog zu deinem konkreten Digitalisierungsvorhaben. Hier musst du darlegen, welche Maßnahmen du im von dir ausgewählten Fördermodul genau umsetzen willst, welches Zeitfenster hierfür vorgesehen ist und wie du dadurch die Innovationskraft und Zukunftsfähigkeit deines Unternehmens stärken kannst. 

Wie stelle ich einen Antrag auf Investitionsförderung mit "Digital Jetzt"?

Den Antrag stellst du online über ein digitales Antragsstellungstool, das ab August vom BMWI freigeschaltet wird. Anträge im Investitionsprgramm "Digital Jetzt" kannst du dann bis einschließlich 2023 stellen. Offizieller Programmstart ist der 7. September 2020.

Du solltest schnell sein und regelmäßig die Informationen des BMWi zum Förderprogramm "Digital Jetzt" checken. Alle Anträge werden nach der Reihenfolge ihrer Antragstellung bearbeitet und beschieden bis die Fördersumme erschöpft ist. Als maßgeblich gilt der Eingang deines unterschriebenen Antragsblatts (postalisch oder elektronisch) beim Projektträger DLR.

Bereite jetzt einen Digitalisierungsplan vor, um deinen Antrag umfassend und rechtzeitig stellen zu können. Du kannst dich auch in beiden Fördermodulen bewerben, wenn du dies im Antrag sinnvoll begründest. Durch eine Beteiligung an einem Wertschöpfungsnetzwerk (antragstellender Unternehmensverbund) oder durch Investitionen in deine IT-Sicherheit erhöhen sich zudem deine möglichen Förderquoten.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.