Businessplan Fitnessstudio: So erstellst du einen erfolgreichen Plan

Die Fitnessbranche erwacht wieder und sucht neue Player, welche mit einem ansprechenden sowie tragfähigen Businessplan der breiten Zielgruppe ein modernes Fitnesstraining anbieten. Wie du als Spowi, Physio oder Instructor einen gesunden Businessplan erstellst, was dessen Aufbau, Inhalte und Hürden bei der Gründung sind, haben wir dir zusammengefasst.

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Eine Businessplanung nicht nur für mich

Der Gründungsbereich in der Fitnessbranche ist riesig. Du kannst ein eigenes Fitnesstudio planen, ein bestehendes Studio übernehmen oder dich einem Franchise anschliessen. Träumst du von einem gesundheitsorientiertem Fitnessstudio, einem Bodybuilding- oder Crossfitstudio oder gar von einer riesigen Multifunktionsanlage mit allen Fitnessbereichen, Wellness und Spa?

Auch gibt es verschiedene Trainingsmethoden, die du in dein Studio intergrieren oder auf die du dich spezialisieren kannst, etwa isometrische, hochintensive, neurozentrierte oder elektrostimulierte Trainingsformen. Planst du Eigengewichts-, Gerätetrainings auf der Fläche, in Einzelsitzungen oder Kursen?

Zentrierst du deine Fitnessangebote eher Indoor oder auf Outdoortrainings in Form von Bootcamps oder Flashmob-Yoga. Magst du Angebote eher für junge Menschen, Businessgeplagte oder lieber für die steigende Anzahl an Senioren konzipieren?

Damit du dich in dem weiten Fitnessfeld nicht verirrst und eine klare Vorstellung von deinem Fitnesstudio bekommst, erstellst du einen detaillierten Businessplan. Dabei helfen dir Businessplan Muster. Schritt für Schritt führst du in diesem Plan auf, wie du dein Fitnessstudio aufstellen willst. Am Ende erhältst du mit deinem Businessplan eine klare Anleitung für deinen Gründungsablauf und für dein fortlaufendes Kerngeschäft. Somit erstellst du diesen in erster Linie für dich und deine notwendigen Soll/ Ist-Vergleiche.

Da ein Fitnessstudio meist mit höheren Investitionskosten verbunden ist, wollen auch Fördermittel- und Geldgeber wie Business-Angels, Banken oder Investorengruppen die Tragfähigkeit deines geplanten Fitnesstudio bewerten wollen. Dafür erstellst du auf Grundlage deines eigenen Businessplans spezielle Planungen, welche auf die jeweilige Finanzierung oder Förderung ausgerichtet sind.

Ausserdem kannst du auf Grundlage deines Businessplans an Wettbewerben für Gründer, Startups oder innovativen Unternehmen teilnehmen.

Formuliere im ersten Abschnitt von deinem Businessplan eine Zusammenfassung deiner Idee und warum du als Gründer am besten dazu geeignet bist, diese umzusetzen. Hier sollten alle wichtigen Punkte zum Erfassen deines Kerngeschäft und deiner Geschäftsabläufe angesprochen werden. Dies jedoch nur kurz und verständlich.

Wie schon beschrieben, bietet die Fitnessbranche massige Möglichkeiten sich selbständig zu verwirklichen. Deshalb solltest du eine präzise Beschreibung deines geplanten oder zu übernehmenden Fitnesstudios inklusive der angebotenen Leistungen in diesem Abschnitt von deinem Geschäftsplan zusammenfassen.

Mache dir bewusst, dass der Fitnessmarkt sehr fluide ist und sich immer weiter entwickelt. Bringe daher zum Ausdruck, wie du dich von der Konkurrenz abheben und Schritt halten willst:

  • Bist du besonders günstig im Preis bei vollem vergleichbaren Angebotsspektrum?
  • Kann man bei dir zusätzliche Leistungen buchen, etwa Getränkeflatrate, Magnetfeldtherapie, Solarium, Ernährungsberatung, Personal-Training oder Sauna?
  • Welche besonders erwähnenswerten Ausstattungsmerkmale gibt es, etwa innovative Geräte, besondere Kurse, Cryptokammer, Eisbad, Trainer mit besonderen Lizenzen?

Arbeite in diesen Abschnitt daher zielsicher den Kern deiner Gründung entlang der wesentlichen Aussagen zu Angebot und Platzierung heraus. Dazu kannst du dich auch auf Messen wie der FIBO oder der ISPO inspirieren lassen.

Warum funktioniert dein Fitnessstudio, hast du einen Hintergrund etwa als Sportwissenschaftler, Fitnessinstructor, Fitnessökonom oder Physiotherapeut?

In diesem Abschnitt geht es um deine fachlichen und betriebswirtschaftlichen Kompetenzen. Beschreibe deine relevanten Aus- und Fortbildungen sowie personellen Qualifikationen als selbständig handelnde Persönlichkeit. Umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse stützen dein Vorhaben und sind nicht nur im Hinblick auf Bankengespräche erwähnenswert.

Solltest du Mängel in bestimmten Bereichen haben, gilt es hier festzulegen, wie du diese durch Weiterbildungen, Webinare oder Coachings bereinigen willst.

Im Punkt Markt und Wettbewerb widmest du dich besonders deinem Standort- und deinen Mitbewerbern.

Mache zunächst eine Marktanalyse für deinen Standort, indem du das Einzugsgebiet und deine potentielle Kundschaft analysierst:

  • Vor- und Nachteile des Standorts benennen
  • aktuelle Wirtschaftslage des Einzugsgebietes dokumentieren und eine Prognose der Zukunftsaussichten
  • Mit wie viel Konkurrenz musst du dir das Einzugsgebiet teilen?
  • Wie planst du dich von deinen Mitbewerbern abzuheben und Marktanteile zu gewinnen?
  • Welche Merkmale hat deine Zielgruppe, wie Alter, Motive, Kaufkraft, usw.

In der Konkurrenzanalyse nimmst du Bezug auf die zuvor ermittelten Mitbewerber.

  • Wer sind die Mitbewerber namentlich?
  • Wie ist deren Angebot und Preisstruktur?
  • Wo liegen deren Stärken und Schwächen?

Am Ende dieses Abschnittes solltest du klar deine Marktkenntnisse bewiesen und einen erfolgsversprechenden Marktauftritt skizziert haben. Bekräftige deine Aussagen mithilfe branchenspezifischer Studien, regionaler Statistiken oder Kundenbefragungen.

Analysiere so das Nachfragepotential und benenne besondere Vertragsbedingungen, etwa Nutzungsverträge mit längeren Laufzeiten zu günstigeren Konditionen, aber auch besondere Fitness- und Serviceangebote.

Du kennst aus dem vorhergehenden Abschnitt deine Zielgruppe und kannst nun mögliche Marketingmassnahmen für dein Fitnessstudio festlegen.

Bei der Zusammenstellung eines Marketingmix geht es um die Auswahl der Lieferanten, etwa für die Geräte oder das Nutrition, die eingesetzten Trainer, die Zusammenstellung deines Angebotes, Preisdifferenzierungen bis hin zu Werbemassnahmen und Serviceleistungen wie Onlinebuchung, Quick-Check-In, Take Your Friends With Days, Handtuchservice, etc.

Lege in deinem Marketingplan auch fest, welche Inhalte an welche Zielgruppen kommuniziert werden sollen und konzentriere deine Werbeaussagen auf maximal ein bis zwei wesentliche Punkte. Dein Werbekonzept sollte dabei folgende grundsätzliche Punkte umfassen:

  • Situationsanalyse
  • zeitliche Planung
  • Einsatz der verwendeten Mittel
  • Art der Werbemassnahmen
  • Werbe-Controlling

In diesem Abschnitt deines Unternehmenskonzeptes beschreibst du, wie dein Unternehmen zukünftig aufgebaut sein soll:

  • In welcher Rechtsform willst du gründen (Einzelunternehmer, GbR, UG, GmbH)?
  • Arbeitest du allein oder hast du von Beginn an Mitarbeiter?
  • Gewerbeanmeldung Ja oder Nein? - Eine normale Trainertätigkeit, egal ob die Leitung von Kursen oder auf der Trainingsfläche, bedarf keiner Gewerbeanmeldung und kann freiberuflich ausgeübt werden.
  • Welche technischen Tools setzt du zur Organisation ein?
  • Welche Prozesse delegierst du an welche Mitarbeiter oder gliederst du an externe Dienstleister aus, wie etwa Buchführung, Steuerberechnung, Reinigung, Wartung?

Beachte hier auch, dass bei Vorlage der Bedingungen eventuell die Kleinunternehmerregelung für dich gelten kann. Dann musst du keine Umsatzsteuer ausweisen und auch nicht an das Finanzamt abführen. Diese Regelung gilt nur, wenn sich dein Umsatz auf nicht mehr als 17.500 Euro beläuft und der Umsatz des laufenden Jahres 50.000 Euro voraussichtlich nicht übersteigen wird. Hast du hohe Anschaffungskosten für dein Studio, empfiehlt sich diese Lösung allerdings nicht. In diesem Fall solltest du die Umsatzsteuer ausweisen, um vorsteuerabzugsberechtigt zu sein. Weiteres berätst du am besten mit einem Steuerberater.

Wichtig für die finanzielle Planung ist hier besonders der geplante Einsatz von Trainern, Kurskräften, Servicekräften für Check-In und Theke. Dabei solltest du klar im Bilde sein, welche Kosten du bei der Personalbeschaffung, Kosten der Personalqualifikation und sonstigen Personalkosten anfallen.

Analysiere hier die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken deines Unternehmens. Dies, um zu zeigen, dass du an alles gedacht hast. Welche Unsicherheitsfaktoren können während der Gründungsphase und später auftreten. Wie wirst du diesen begegnen und wie stark ist die Lösungsbereitschaft von allen Beteiligten.

Konzentrierst du dich etwa auf sogenannte Krankenkassenangebote und deine Mitglieder können ihren Mitgliedsbeitrag dort erstattet bekommen, dann können gesetzliche oder kasseninterne Änderungen der Erstattungen massive Auswirkungen auf deine Existenz haben. Wie gedenkst du diesen zu begegnen?

Das Gleiche gilt für Aufträge von Unternehmen, welche die Gesundheit ihrer Mitarbeiter mit der Erstattung der Mitgliedschaft fördern. Auch hier können sich gefährliche Abhängigkeitsverhältnisse einschleiffen.

Ausserdem solltest du dich seit dem Corona-Worst-Case auf staatliche Beschränkungen und Einmischungen einstellen. Insbesondere hinsichtlich politischer Vorgaben zu Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Gesellschaftsförderung und Energiesparen solltest du dein Unternehmen jetzt schon hinterfragen.

Der Zahlenteil ist ebenso wichtiger Bestandteil des Businessplan Inhalts wie die Geschäftsidee selbst. Hier planst du die finanziellen Aussichten deines Fitnesstudios. Welche Kosten und Einnahmen kommen auf dich zu. Am Ende muss dieser Abschnitt beweisen, dass sich dein Fitnessstudio aus sich selbst heraus tragen kann.

Hier wirst du auch nochmal deine Marketingmassnahmen stark hinterfragen. Insbesondere Mitgliedschaftssystem und Preisdifferenzierung stehen dabei im Fokus.

Stelle hier deine Investitionen und Abschreibungszeiträume klar dar. Dazu zählen folgende Punkte:

  • Anschaffungskosten und Sicherungskosten oder Anmietung einer Immobilie (Makler, Notar, Grunderwerbssteuer)
  • Umbaumassnahmen, falls nicht vom Vermieter übernommen (Rückbaukosten einplanen)
  • Ausstattung wie Geräte für Fitness-, Cardiotraining und sonstiges Trainings-Equipment, Umkleideschränke, Sonnenbänke, Saunen, Theke, Dekoration, Musikanlage EDV, Spiegel, Lichtanlage, Außenwerbung, usw.
  • Gewerbeversicherungen wie Studiohaftpflichtversicherung, deine private Krankenversicherung, etc.
  • Gründungskosten (Gewerbeamt, Mindeststammkapital bei Gründung GmbH)
  • Beratungskosten (Steuerberatung, Buchführung, Rechtsberatung Erstellung Mitgliedsverträge)
  • Kosten für Marketingplanung
  • Werbung (Eröffnungswerbung)
  • staatliche Abgaben und Steuern

Im Fitnessbereich solltes du neben den Investitionsbetrachtungen auch die sonstigen Kosten wie etwa für Strom, Heizung, Wasser, Nutrition, Handtücher, Desinfektion, Personal, Aus- und Weiterbildungen, Wartungen, Genehmigungen, Nachweise ganz detailliert aufschlüsseln.

Schütze deine Liquidität und nutze alle Fördermittel und günstigen Fremdkapitalquellen aus. Baue dir so eine Liquiditätsreserve auf, falls etwas teurer wird als geplant sowie für eine anfängliche Durststrecke. Erstelle dazu eine Rentabilitätsvorschau für die ersten drei bis fünf Jahre.

Trotz vieler Businessplan Beispiele bleibt die händige Erstellung eines Businessplans auch für erfahrende Unternehmer eine mühselige Angelegenheit. Das wissen wir und haben deshalb ein Businessplantool entwickelt, welches dich Schritt für Schritt durch die Erstellung deines Businessplans leitet. Am Ende erhältst du mit unseren geprüften Formulierungen und deinen Angaben einen Businessplan zum downloaden und ausdrucken.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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