19.01.2010

Deutsche Kündigungsfristen verstoßen gegen EU-Recht

Zukünftig keine Diskrimmierung mehr wegen Alter...

Aufgrund der Klage von Frau Seda Kücükdeveci (Rechtssache C- 555/07) müssen im deutschen Arbeitsrecht die Kündigungsfristen geändert werden. Der EuGH (Europäische Gerichtshof) überstimmte heute die aktuell in Deutschland geltende Regelung, wonach für die Berechnung der Kündigungsfristen nur Beschäftigungszeiten ab dem 25. Lebensjahr berücksichtigt werden. Der EuGH sieht darin eine Diskriminierung aufgrund des Alters und somit einen Verstoß gegen geltendes EU-Recht.

Aufgrund der Klage von Frau Seda Kücükdeveci (Rechtssache C- 555/07) müssen im deutschen Arbeitsrecht die Kündigungsfristen geändert werden. Der EuGH (Europäische Gerichtshof) überstimmte heute die aktuell in Deutschland geltende Regelung, wonach für die Berechnung der Kündigungsfristen nur Beschäftigungszeiten ab dem 25. Lebensjahr berücksichtigt werden. Der EuGH sieht darin eine Diskriminierung aufgrund des Alters und somit einen Verstoß gegen geltendes EU-Recht.

Im Konkreten Fall klagte die Arbeitnehmerin, welche seit ihrem 18. Lebensjahr für 10 Jahre beim Arbeitgeber beschäftigt war, gegen die Kündigungsfrist von einem Monat (berechnet auf 3 Jahre Mitarbeit ab dem 25. Lebensjahr) und forderte die für 10 Jahre Beschäftigung geltende Kündigungsfrist von 4 Monaten. Der Europäische Gerichtshof gab ihr aus Gründen der Diskriminierung Recht, was nicht bedeutet, dass er die schrittweise Verlängerung von Kündigungsfristen auf EU-Ebene vertritt.

Die in Deutschland geltende schrittweise Verlängerung der Kündigungsfristen, abhängig von der Beschäftigungszeit, stammt bereits aus dem Jahr 1926 und sollte zum besseren Schutz älterer Arbeitnehmer führen. Mit der damaligen Festlegung eines Mindestalters von 25 Jahren wollte die Regierung den betroffenen Unternehmen die Verlängerungen schmackhaft machen. Es handelt sich also im Ursprung um ein politisches Entgegenkommen, welches bis heute Bestand hat und in vielen Fällen dazu führt, dass Unternehmen geschwächt werden, weil sie sich aus Kostengründen zu spät oder garnicht von teilweise uneffektiven Mitarbeitern trennen.

Über den Autor

René Wendler

René Wendler

René Wendler wurde 1975 geboren, ist in Ostdeutschland aufgewachsen, studierte in Leipzig und machte sich direkt im Anschluss mit der Betreuung von Gründern selbstständig. Von 2002 bis 2007 betreute er gemeinsam mit André Wittig ca. 750 Gründer persönlich und seit 2008 weitere 100.000 Gründer mit seinem Team, über die Onlineangebote der Zandura GmbH, zu denen insbesondere auch unternehmenswelt.de gehört.

Ähnliche News für Gründer und Unternehmer
27.12.2018

Selbstständig machen als Subunternehmer?

Vorteile und Fallstricke rund um die Existenzgründung als Subunternehmer

Selbstständig machen als Subunternehmer?

Aufträge als Subunternehmer auszuführen ist in der Bau- und anderen Branchen sehr üblich. Wir erklären, wie das Subunternehmer-Sein funktioniert und welche Vorteile es hat. Außerdem zeigen wir, welche Kosten Subunternehmen haben und wie man mit Hauptauftraggebern umgeht, die wegen angeblicher Mängel nicht zahlen.

02.01.2017

Unternehmernews der Woche 1/2017

Unternehmerstories 2016, kostenfreie Vorlagen für Unternehmer, Neuregelungen ab Januar 2017 uvm.

Unternehmernews der Woche 1/2017

Als erstes wünschen wir unseren Mitgliedern, Partnern und Lesern ein erfolgreiches, herausforderndes und aufregendes Jahr 2017! Passend dazu haben wir wieder die wichtigsten News für Unternehmer und Gründer zusammengefasst. Unter anderem geben wir Ihnen einen umfangreichen Überblick über neue Gesetze und Bestimmungen, die Sie ab Januar 2017 erwarten werden. Alles andere lesen Sie hier.

27.12.2016

Unternehmernews der Woche 51/2016

Franchiseübernahme Joey's Pizza, KfW-Unternehmerkredit im Fördermittelcheck uvm.

Unternehmernews der Woche 51/2016

Wir hoffen Sie konnten die Weihnachtstage nutzen, konnten etwas Kraft tanken und sind nun bereit mit den wöchentlichen Unternehmernews bestens informiert ins neue Jahr zu starten. Wir haben die wichtigsten Informationen wieder für Sie zusammengefasst und wünschen Ihnen, unseren Lesern, Mitgliedern und Partnern einen grandiosen Rutsch ins neue Jahr.

unternehmenswelt