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23.04.2012

News aus der Onlinewelt - Woche 2012/16

Carzapp gibt ordentlich Gas: App als virtueller Autoschlüssel macht privates Autovermieten jetzt noch einfacher. Die Hosentaschen sind leer: Twago steckt im Insolvenzverfahren. Nu3 erweitert Startups-Portfolio. Mister Spex lernt schwedisch und Madvertise türkisch. Nach der Übernahme des Online-Design-Ladens Casacanda durch Fab steigen die Nutzerzahlen in einem Jahr auf das Doppelte.

Diese Zahlen können sich sehen lassen: Doppelt so viele Accounts bei Fab

Gestartet war der Online-Design-Laden Casacanda im Juli 2011 als Springstar-Projekt und wurde schon nach einem Jahr vom US-Vorbild Fab einverleibt – für einen Betrag von rund zehn Millionen US-Dollar. Der Einkauf scheint sich für Fab gelohnt zu haben. Nach eigenen Angaben verdoppelten sich die Nutzerzahlen des deutschen Ablegers seit der Übernahme auf aktuell eine halbe Million. Genaue Zahlen zur Entwicklung der Erträge und Bestellungen der Shopping-Community sind offiziell nicht bekannt. Es bleibt spannend.

Carzapp gibt ordentlich Gas: App als virtueller Autoschlüssel

Einfach in das gemietete Privatauto einsteigen und losfahren – ganz ohne Schlüsselübergabe, ganz ohne lästiges Terminfinden mit dem Halter des Wagens. Wie das geht? Das Startup carzapp macht´s möglich: Eine Hardwarebox mit dem Namen ZappKit wird ins das Auto eingebaut. Der Clou daran: Via Smartphone lässt sich das Auto entriegeln, mit einer entsprechenden App. Und los kann´s gehen. Das ist nicht nur flexibel für den Mieter. Auch dem Vermieter entsteht dadurch ein Mehrwert. Er kann sein Auto bequem an den Mann oder die Frau bringen, selbst wenn er gar nicht vor Ort ist. Carzapp schaltet damit einen Gang höher auf dem Markt für privates Carsharing, das sich in Deutschland seit vergangenem Jahr dynamisch entwickelt.

Die Hosentaschen sind leer: Twago steckt im Insolvenzverfahren

Es sah alles so gut aus, verdammt gut. Die Berliner Outsourcing-Plattform Twago konnte zuletzt Wachstumsraten von mehr als 40 Prozent einfahren – und das bereits ein Jahr nach der Gründung des Startups. Doch jetzt musste Twago Insolvenz anmelden, die Plattform ist zahlungsunfähig. Was war passiert? Laut Insidern soll ein Investor für die Misere verantwortlich sein: Seine Konten wurden wegen Steuerproblemen eingefroren. Für Twago heißt das nun, ein neuer Investor muss dringend gefunden werden. Das Insolvenzverfahren läuft noch bis Mai. Welchen Schaden die Online-Plattform nimmt, ist noch nicht abzusehen.

Nu3 erweitert Startups-Portfolio

Nu3, eine Online-Plattform für Nahrungsergänzungsmittel, hat sein Startups-Portfolio erweitert. Bestand dies bislang aus Amerano, Kochzauber und Wine in Black, ist der Vierte im Bunde nun der Company-Builder Project A Ventures. Der neue Partner hält 39 Prozent der Firmenanteile am E-Commerce-Startup Nu3, über die Beteiligungssumme ist offiziell nichts Genaues bekannt. Der Onlineshop ist seit November im Netz. Es bleibt abzuwarten, ob sich Nu3 gegen Online-Apotheken und vergleichbare Shops durchsetzen kann.

Mister Spex lernt schwedisch, weitere Shops in ganz Skandinavien geplant

Brille heißt auf schwedisch "Glasögon", Auge heiß "Öga" und Kontaktlinse schlicht und ergreifend "Kontaktlins". Das sind zurzeit die Top-Keywords für das Berliner Startup Mister Spex. Der Online-Optiker expandiert nach Schweden und bietet nun auch dort Kontaktlinsen und Brillen im Netz an. Heute in einem Jahr wollen die Berliner in jedem skandinavischen Land online sein. Nach der Gründung 2008 bebrillt Mister Spex auch in Frankreich, Spanien und UK. Umsatz 2011: Nach eigenen Angaben rund 17 Millionen Euro.

Madvertise eröffnet nächsten europäischen Standort in Istanbul

Der Markt für mobile Werbung ist heiß umkämpft. Immerhin soll dieser schon 2014 ein Volumen von 100 Milliarden Euro haben. An der Front aufgestellt ist auch das Berliner Mobile-Startup Madvertise und hat jetzt seine Munition verstärkt. Mit der Übernahme von Mobilike expandiert das Unternehmen nach Istanbul und eröffnet dort seinen nächsten europäischen Standort. Zusammen mit den eigenen 1,6 Milliarden generierten Page-Impressions kommen für den Mobil-Werber durch den Zukauf des türkischen Wettbewerbers Mobilike nochmal 300 Millionen oben drauf.

Über den Autor

Madeleine Rau