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28.11.2019

Unternehmerstory mit Marc Mittelfeld von Vision Softfair

Das noch junge Unternehmen Vision Softfair ist Dienstleister für Software- und Webentwicklung. Individuelle Unternehmensprogramme, Websites und Online Shops sind das Tagesgeschäft von Gründer Marc Mittfeld. Im Gespräch mit Unternehmenswelt berichtet er, wie ein solider Businessplan und die Unterstützung erfahrener Partner dabei halfen, Vision Softfair erfolgreich an den Start zu bringen.

Hallo Marc schön, dass du Zeit gefunden hast. Worum geht es bei Vision Softfair, wie sieht dein Geschäftsmodell aus?

Marc Mittfeld im Gespräch

Ich biete mit meiner Firma individuelle Software- und Webentwicklung für andere Unternehmen und Unternehmer sowie den Service der Vertragsverwaltung an. Das bedeutet, dass ich im Bereich der Softwareentwicklung Programme erstelle, die speziell auf die Bedürfnisse und Arbeitsabläufe des Kunden abgestimmt sind.

Auch im Bereich der Webentwicklung erstelle ich Websites oder Webshops, die genau das widerspiegeln, was der Kunde möchte. Hier arbeite ich auch mit Partnern wie Anwälten, Fotografen und Designern zusammen, die die Gestaltung und die Anforderungen an eine Website oder einen Webshop abrunden.

Der Service der Vertragsverwaltung bezieht sich auf Internet- & Mobilfunkverträge. Dieses Angebot spricht über die Unternehmen hinaus auch Privatpersonen an. Dieser Bereich ist zunächst etwas außergewöhnlich, aber aus der Erfahrung heraus entstanden. Viele Leute, schon aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis, kümmern sich nicht richtig um diese Verträge und zahlen hierdurch oft viel zu viel für im Grunde schlechte Leistung.

Wer sind deine Zielgruppen?

Meine Zielgruppe sind Unternehmen und Unternehmer jeder Art. Gerade im Bereich der Online Präsenz benötigt ja wirklich jeder mit einem eigenen Unternehmen bspw. eine Website. Die Softwareentwicklung hingegen wird wahrscheinlich eher bei mittelständischen Unternehmen, als bei Einzelunternehmern gefragt sein, da diese schon viel speziellere Arbeitsabläufe haben und somit auch Software benötigen, die auf sie abgestimmt ist.

Was unterscheidet dich von anderen Wettbewerbern? Worin liegt dein Alleinstellungsmerkmal?

Ich bin der Auffassung, dass Stillstand ein Rückschritt ist, weshalb ich mich immer wieder neuen Aufgaben stelle. Auch halte ich eine kontinuierliche Fortbildung für wichtig, um Neuheiten in der Programmierwelt zu erfahren und anwenden zu können. Dies sind zwar Attribute, die viele Firmen haben wollen, im Alltag der Projektdurchführung gehen sie dann aber häufig unter.

Weiterhin bin ich auch bestrebt, aktuelle Vorgehensweisen zu hinterfragen und zu verbessern oder ggf. abzuschaffen, sodass ich mit meiner Firma nicht Gefahr laufe „Altlasten“ mitzutragen, die schon überholt sind.

Neben dieser Einstellung rein auf die Arbeit als Entwickler bezogen, lege ich viel Wert auf eine freundliche und offene Arbeitsatmosphäre. Meine Kunden, Partner und Mitarbeiter sollen immer Spaß an der Arbeit bzw. Zusammenarbeit haben und sich eben nicht so vorkommen, als wären Sie nur einer von vielen. Dies halte ich aus meiner eigenen Erfahrung für besonders wichtig, um erfolgreich zu sein.

Was sind deine Top 3 Marketing-Kanäle?

Zum einen nutze ich als Unternehmen in der IT-Branche natürlich Online-Marketing wie bspw. Google und Facebook sowie einen eigenen Webauftritt. Nach unserem Umzug ins Emsland habe ich mir zusätzlich Gedanken gemacht, da es viele lokale Unternehmen und Unternehmer gibt, die ich erreichen möchte. Hier habe ich dann persönliche Anschreiben verfasst und verschickt. Zuletzt lege ich auch viel Wert auf persönliche Empfehlungen, da dies meiner Ansicht nach trotz aller digitalen Möglichkeiten immer noch die beste und zuverlässigste Art ist, um weiterempfohlen zu werden.

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Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten Eigenschaften eines Unternehmers?

Eine der wichtigsten Eigenschaften eines Unternehmers ist meiner Meinung nach der Wille sich immer weiterzuentwickeln. Aktuelles Wissen auf dem Fachgebiet, in dem man arbeitet, halte ich für sehr wichtig. Hier sollte man sich stets fortbilden, oder auch offen für Dinge sein, die man vorher vielleicht noch nicht gemacht hat.

Auch finde ich es sehr wichtig, dass man immer eine Vision hat und weiß, wohin man möchte. Diese darf sich selbstverständlich auch ändern, aber es ist glaube ich fatal, wenn man als Unternehmer nicht mehr weiß, wo es hingehen soll. Hierzu braucht man dann aber auch noch die Fähigkeit seine getroffenen Entscheidungen zu bewerten und diese, falls notwendig zu ändern und abzuwandeln.

Was ist das A und O bei einer Gründung?

Grundsätzlich glaube ich, dass die Gründung eines Unternehmens eine gute Planung benötigt. Hiermit meine ich jedoch nicht nur die Erstellung eines Businessplans und die Berechnung von Kennzahlen, sondern insbesondere die Entwicklung der Geschäftsidee. Hierbei sollte man dann auch einmal etwas weiter denken und sich vielleicht im Freundes- und Bekanntenkreis umhören: Was fehlt bei anderen Firmen? Wo besteht bereits ein Bedarf?

Würdest du Gründern empfehlen, einen Businessplan zu erstellen?

Grundsätzlich ist die Erstellung des Businessplans keine schlechte Sache. Hier setzt man sich nochmal intensiv mit der eigenen Geschäftsidee auseinander und lernt, bestimmte Sachen aus dem Marktumfeld zu recherchieren. Ich empfehle aber die unterstützende Beratung durch einen Unternehmensberater oder eine andere erfahrene Person im Umfeld. Dies hat mir sehr geholfen, gewisse Themen besser zu verstehen oder auch aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

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Von der Idee bis zum Start, was waren die größten Herausforderungen und wie hast du dich finanziert?

Die größte Herausforderung liegt meiner Meinung nach darin, sich einen Überblick zu verschaffen, was man als frischer Unternehmer alles beachten sollte und benötigt. Seien es Versicherungen, Verträge, AGBs oder die Anforderung an die Buchhaltung. Hier hatte ich Glück, dass ich in meinem Familien- und Bekanntenkreis einige Personen hatte, an die ich Fragen richten konnte.

Eine sehr wichtige und auch lohnenswerte Empfehlung war die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater. Hier hatte ich von vielen Beispielen gehört, die sich diese Ausgabe am Anfang ersparen wollten und nach ein bis zwei Jahren dann aber einen großen Betrag als Steuernachzahlung leisten mussten. Dies kann für ein Unternehmen / Unternehmer schon das Aus bedeuten.

Da es aber am Anfang trotzdem schwierig ist, ohne Finanzierung die ganzen Gründungskosten abzudecken, bin ich einen anderen Weg gegangen. Ich hatte auch nur Rücklagen, um mir mein Arbeitsgerät, einen Desktop PC, anzuschaffen.

Für meine Verträge bspw., die durch einen Anwalt erstellt wurden und somit auch einen gewissen Kostenfaktor darstellten, habe ich Abmachungen in Form von monatlichen Zahlungen statt einer einmaligen Zahlung getroffen. Ich konnte hiermit durchaus positive Erfahrungen machen und durch die entstandenen Kontakte obendrein noch Partner für eine Zusammenarbeit mit meinem Unternehmen gewinnen.

Welche Fähigkeiten und Kenntnisse konntest du in die Gründung einbringen? Und in welchen Bereichen gab es noch Nachholbedarf?

Ich glaube, dass meine offene und freundliche Art der Kommunikation mir schon viele Türen geöffnet hat. Hinzu kommt, dass ich durch ein Abitur im Bereich Wirtschaft und vorherige Berufserfahrung im Bereich der Softwareentwicklung nicht nur auf meinem Unternehmensgebiet, sondern auch in Finanzfragen gewisse Kenntnisse hatte. Nachholbedarf gab es in sämtlichen rechtlichen und bürokratischen Themen, für deren Bearbeitung ich mir aber Hilfe geholt habe.

Welche Tipps würdest du Menschen geben, die gerade mit dem Gedanken spielen, ein Unternehmen zu gründen?

Ich würde jedem Gründer empfehlen gerade in der Anfangszeit erfahrene Unterstützer ins Boot zu holen. Hier ist die Gefahr nicht nur viel geringer wichtige Sachen zu übersehen, man kann obendrein auch noch viel lernen.

Außerdem sollte man mit einem gesunden Selbstbewusstsein nach außen hin auftreten. Dies kann, wie in meinem Fall, sogar dazu führen, dass man Partner gewinnt, die in der Gründungszeit sogar unterstützend zur Seite stehen.

Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

In den 2 Jahren der nebenberuflichen Selbstständigkeit sowie seit dem Zeitpunkt der Gründung würde ich nichts anders machen, außer den Schritt vielleicht früher zu wagen.

Vision Softfair, wo geht der Weg hin? Wo siehst du dich in fünf Jahren?

Bestenfalls geht der Weg natürlich hin zu einem erfolgreichen Unternehmer, der auch dann immer noch viele Visionen, Spaß an der Arbeit und ausreichend Zeit für seine Familie hat.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.