Titelbild
30.09.2019

New Work Studie: Das wünschen sich Ihre Mitarbeiter

Mitte September hat der Digitalverband Bitkom das Ergebnis einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.000 Berufstätigen in Deutschland im Alter von 16 bis 65 Jahren veröffentlicht. Die große Mehrheit der Arbeitnehmer steht demnach New Work Konzepten und Methoden sehr aufgeschlossen gegenüber und wünscht sich u.a. neben sinnstiftender Tätigkeit, flexible Arbeitslösungen in einem wechselnden Tätigkeitsfeld.

Motivierte Mitarbeiter gewinnen und halten
  1. 92% der Befragten stehen New Work-Methoden sehr oder aufgeschlossen gegenüber.
  2. 96% wollen ihre Arbeitszeit frei einteilen können. 82% wollen eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
  3. 91% messen digitalen Technologien eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei. Davon glauben 77% der Befragten, dass ihre Digitalkompetenz zumindest genauso wichtig sein wird, wie ihre fachliche und soziale Kompetenz.
  4. 96% wünschen sich einen Arbeitgeber, der Werte vertritt, mit denen sie sich selbst identifizieren können.
  5. 97% der Umfrageteilnehmer fordern, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden.

Sinnhaftigkeit ist ein wichtiges Kriterium für Ihre Mitarbeiter. 94% möchten einer sinnstiftenden Tätigkeit nachgehen. Nun ist klar, dass nicht jeder Handgriff im Arbeitsalltag heldenhaft ist, wohl aber nötig. Durch eine entsprechende Gestaltung der Arbeitsbedingungen (siehe weiter unter das unter vielen Befragten favorisierte Jobrotation Prinzip) und des Arbeitsumfeldes (Unternehmensstandort/Coworking/Home Office-Hybridlösungen) können Mitarbeiter relativ leicht zu effizienten und kreativen Lösungen motiviert werden. Hier erfordert es lediglich ein wenig Flexibílität im Denken und eine entsprechende Anpassung interner Abläufe, die für mehr als 40% der Arbeitsplätze in Deutschland theoretisch möglich ist:

  • So wünschen sich heute schon sechs von zehn (58 Prozent) der befragten Mitarbeiter die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.
  • Fast die Hälfte (46 Prozent) zeigt Gründergeist und regt an, dass alle Beschäftigten eine Auszeit nehmen können, um ein eigenes Unternehmen zu gründen, mit dem Recht auf Rückkehr in den alten Job.
  • Ein mögliches Recht auf Homeoffice, das sich aktuell in der politischen Diskussion befindet, befürwortet ebenfalls fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent).
  • Diese Einschätzung folgt einem Trend. Das Einzelbüro ist mittlerweile nicht mehr Standard in deutschen Unternehmen. Nur noch jeder vierte Büroarbeiter ist allein in seinem Büro (27 Prozent). Jeder Zehnte (10 Prozent) verfügt nicht einmal mehr über einen festen Arbeitsplatz, sondern nutzt flexible Lösungen, z.B. Coworking.
  • Unterstützen Sie Ihre Mitarbeiter außerdem mit Weiterbildungsangeboten, die Sie innerhalb Ihres Aufgabenbereichs frei wählen können. Denn 90% der Studienteilnehmer würden gern ihre Leistungs- und Lernziele selbst festlegen.

New Work: Definition, Geschichte und Trends

NewWork

Was ist New Work?

Ist der Wunsch nach freier Selbstverwirklichung ein Monopol der StartUp-Kultur oder kann ein Produktionsmitarbeiter eines mittelständischen Betriebs seinen Arbeitsplatz gleichsam kreativ gestalten? Welche New Work-Methoden nutzt man in Zeiten der Digitalisierung? Wir folgen dem Begriff New Work zu seinen Ursprüngen und staunen darüber, welche Berufsgruppe tatsächlich die Pioniere der New Work-Bewegung sind.

Auch das Verhältnis zum Chef ist nicht nur basisökonomisch geprägt, sondern idealerweise verkörpern Unternehmer für Ihre Mitarbeiter sozial verantwortlich handelnde Persönlichkeiten:

  • 93% Prozent wünschen sich eine prinzipiell barrierefreie Kommunikation in flachen Hierarchien.
  • 96% wünschen sich einen Arbeitgeber, der Werte vertritt, mit denen sie sich selbst identifizieren können.
  • 92% wünschen sich einen Arbeitgeber, der gesellschaftliche Verantwortung übernimmt.
  • 72% gönnen Ihrem Chef etwas und sind der Ansicht, dass auch Führungskräfte in Teilzeit arbeiten können sollten.
  • 74% sagen allerdings auch, dass die Regelungen zur Beteiligung von Mitarbeitern am finanziellen Erfolg von Unternehmen vereinfacht werden sollten.

Der bereits erwähnte große Einfluss der Digitalisierung im Arbeitsleben wird unter den Umfrageteilnehmern auch im Hinblick auf die eigenen Fähigkeiten wahrgenommen. 91% der Befragten messen digitalen Technologien (z.B. Virtual Coworking) eine große Bedeutung für ihr Arbeitsleben bei. Weitere 77% wissen, dass sie sich diesbezüglich stetig weiterbilden müssen, denn Digitalkompetenz wird ihrer Meinung nach künftig genauso wichtig sein sein, wie die fachliche und soziale Kompetenz eines Mitarbeiters. 30% meinen sogar, dass Digitalkompetenz die wichtigste Kompetenz am Arbeitsplatz sein werde. Der Einsatz neuer Technologien trifft dabei auf ein positives Umfeld. 67% der Befragten nahmen digitale Technologien als motivierend für ihren Arbeitsalltag war. 62% bezeichneten diese als insgesamt produktivitätssteigernd für ihre Arbeitsprozesse.

Beantragen Sie Zuschüsse für die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen

Digitalisierung in KMUs

Förderprogramme der Bundesländer und des Bundes zur Digitalisierung

Die Fördermittel zur Digitalisierung im Mittelstand sind vielfältig. Nur das richtige Förderinstrument zu finden, ist im Förderdschungel nicht so einfach. Wir haben für Sie im Überblick Förderprogramme von Bund und Ländern zusammengestellt, die Sie für Digitalisierungsvorhaben in Ihrem Unternehmen beantragen können.

Gleichstellung in Geschlecht, Alter und Herkunft ist nahezu allen Befragten und geschlechterübergreifend ein wichtiges Anliegen. So fordern z.B. 97%, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch gleich bezahlt werden sollen. Acht von zehn der Befragten (79 Prozent) fühlen sich außerdem in divers zusammengesetzten Teams wohler und finden, dass hier bessere Arbeitsergebnisse erzielt werden. 

Nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom Mai 2019 zur gesetzlichen Arbeitszeiterfassung müssen künftig alle Arbeitgeber die Arbeitszeiten ihrer Arbeitnehmer systematisch erfassen. Dieser Umstand spaltet die Berufstätigen. Könnten Sie selbst wählen, würde die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) lieber das Prinzip der Vertrauensarbeitszeit bevorzugen. Als konsequent und folgerichtig befürworten lediglich 41 Prozent die genaue Arbeitszeiterfassung.

Die kompletten Ergebnisse der Bitkom-Studie zum Thema New Work: Wie arbeitet Deutschland? finden Sie auf der Homepage des Digitalverbands zum Download als PDF.

Entdecken Sie Coworking Spaces in Ihrer Region

iStock-681739776

Coworking

Immer mehr Freiberufler, Einzelunternehmer und KMU nutzen Coworking Spaces als kostengünstige Alternative zur festen Büroadresse, Networking inklusive. Wie hat sich Coworking entwickelt von "nur" freiem WLAN-Zugang in zweckentfremdeten Räumen hin zu attraktiven Metropolstandorten? Welche Modelle eignen sich für welche Personen- und Berufsgruppen? Wir stellen ausgewählte Coworking Spaces vor.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.