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29.04.2020

Mutmacher Story: Glanzberg - Passion Wein

Glanzberg - Passion Wein ist ein Onlineshop für besondere Weine. Im Gespräch erzählt uns Monika Glanzberg, dass die Corona-Krise auf ihr Business einen belebenden Effekt hat. „Für uns ist die derzeitige positive Geschäftsentwicklung eine große Chance, noch bekannter zu werden und im Ranking zu steigen.“

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Online bestellen bei Glanzberg - Passion Wein

Hallo Monika. Haben die aktuellen Corona-Beschränkungen für euch als Onlinehändler eigentlich negative Auswirkungen auf euer Unternehmen und Tagesgeschäft?

Nein. Tatsächlich erleben wir einen deutlichen Anstieg bei den Bestellungen seit Anfang März, und wir haben erfreulicherweise mehr zu tun denn je zuvor. Wir sind ja glücklicherweise in der Situation, jene Kunden, die jetzt viel Zuhause bleiben müssen und es einfach schön und gemütlich haben wollen, mit unserem ausschließlichen Onlineshop und dem Angebot an fantastischen Weinen begeistern zu können.

Benötigt ihr dann überhaupt Unterstützung von der Bundesregierung?

Zum Wohl! Glanzberg - Passion Wein

Bedingt durch die Tatsache, dass wir beide neben unserem Online-Weinhandel noch eine andere Beschäftigung ausüben, die als Hauptbeschäftigung gilt, sind wir von den Unterstützungsmaßnahmen ausgeschlossen. Da wir, wie geschildert, eine positive Geschäftsentwicklung auch in diesen Zeiten haben, können wir persönlich gut mit dieser Situation umgehen.

Trotzdem habt ihr vielleicht Wünsche an den Gesetzgeber und die für Unternehmer relevanten nachgestellten Behörden?

Wir hoffen sehr, dass schnellstmöglich in kontrollierten Schritten wieder eine Aufhebung beziehungsweise Lockerung der verordneten Maßnahmen erfolgen wird. Gerade für den Gastronomie-Bereich und kleine Geschäfte ist es existenziell wichtig, wieder Fahrt aufnehmen zu können.

Was glaubt ihr, wie wird es eurem Unternehmen in sechs Monaten wirtschaftlich gehen? Die Prognose ist doch wohl ziemlich optimistisch, oder?

Ja, unsere Prognose ist sehr optimistisch. Wir sehen, dass die Bekanntheit unseres Online-Shops stetig steigt und neben vielen Stammkunden auch sehr viele neue Kunden zu uns gefunden haben. Auch dass wir mit unserem Angebot auf verschiedenen speziellen Wein-Handelsplattformen vertreten sind, sorgt für einen stetigen Zuwachs an Kunden und Umsatz. 

Wenn wir sagen, wir sind optimistisch, dann beruht das auch auf der Annahme, dass in den nächsten Wochen die Maßnahmen der Bundesregierung zunehmend etwas gelockert werden. Würden wider Erwarten die aktuellen Einschränkungen noch weitere Monate anhalten und zunehmend mehr Menschen auch wirtschaftlich stärker betroffen sein, dann könnte sich unsere optimistische Sichtweise selbstverständlich auch schnell umkehren.  

Übrigens hat die Corona-Krise auch an unserem Ziel, neben dem Onlinehandel in Zukunft ein lokales Geschäft zu eröffnen, um unsere Kunden noch intensiver beraten zu können und näher am Geschehen zu sein, bisher nichts geändert.

Wie reagiert ihr im Tagesgeschäft auf die derzeitigen Beeinträchtigungen regulärer Wirtschaftskreisläufe? Hat die Krise grundsätzlich Einfluss auf eure angebotenen Dienstleistungen?

Unsererseits musste nur ein angebotener Service ausgesetzt werden: die Tasting Events bei uns im Hause oder beim Kunden vor Ort. Unser Liefer-Service und unsere Erreichbarkeit über die Kanäle Telefon, E-Mail und Chat ist unverändert.

Auch auf Lieferanten-Seite bei Großhändlern und Winzern erleben wir keinerlei Einschränkungen.

Das einzige Manko sind teilweise Einschränkung seitens der Versanddienstleister, was jetzt häufiger zu Verzögerungen bei der Paketzustellung führen kann.

Wie kommuniziet ihr den Kunden die besondere Ausnahmesituation? 

Grundsätzlich haben wir unsere Kunden in unserem Newsletter darüber informiert, wie wir arbeiten, wie das Thema Hygiene gehandhabt wird und auch dass wir unsererseits keinerlei Einschränkungen in unserem Service haben. Überwiegend erleben wir aber keine besondere Besorgnis oder Verunsicherung. In besonderen individuellen Situationen kommunizieren wir persönlich mit unseren Kunden, meist telefonisch. Derzeit bieten wir auch für unsere Region im Umkreis von rund 50 km einen Lieferservice an, auf Wunsch auch völlig kontaktlos. Dieser Service wird gerne von Kunden angenommen.

Erkennt ihr zudem Chancen, neue Wege oder eine neue Herangehensweise, die ihr aufgrund der Corona-Krise als Unternehmer jetzt verstärkter wahrnehmt? 

Glanzberg - Passion Wein: Persönlicher Lieferservice

Ja, für uns ist die derzeitige positive Geschäftsentwicklung eine große Chance, noch bekannter zu werden und im Ranking zu steigen. Es ist schwer zu sagen, ob viele der neuen Kunden den Weg zu uns gefunden haben aufgrund von Corona, mehr Zeit zu Hause und mehr Lust auf Wein. Oder ob einfach nur trotz Corona die Entwicklung positiv verläuft. In der Realität wird es vermutlich eine Mischung aus Beidem sein. Wir hoffen sehr, dass dieser Trend anhält. 

Positiv wirkt sich auch unser derzeitiger persönlicher Lieferservice aus. Dieser bietet immer auch eine Möglichkeit, bei der Lieferung mit dem Kunden in einen persönlichen Dialog zu treten und Beziehungen zu knüpfen für eine bessere Kundenbindung. Vermutlich werden wir diesen Service auch nach der Corona-Krise beibehalten.

Nehmen digitale Tools aktuell einen noch größeren Stellenwert ein und wenn ja, welche? Bekommt Digitalisierung für euch einen neuen Stellenwert?

Ja, definitiv. Für unser Business über einen Online Shop ist alles auf E-Commerce und digitale Tools ausgerichtet, um Kunden einen optimalen Service bieten zu können vom Besuch der Webseite, Beratung auch via Chat-Funktion und so weiter. Und auch Prozesse im Backend in der Logistik und Buchhaltung leben von der Unterstützung mittels Digitalisierung.

Auch auf Lieferanten-Seite und bei Winzern findet steigt der Grad der Digitalisierung zunehmend. Gerade derzeit, da auch sämtliche Weinmessen und Ausstellungen ausgefallen sind und eine Ausgangssperre verhängt wurde, hatten wir im Frühjahr keine Möglichkeit, die neuen Jahrgänge zu verkosten. Dieses machen wir jetzt über verschiedenste Online-Tools in Live-Streams und Videochats mit den Winzern. Und das macht unheimlich Spaß, man lernt super viel und kann in einigen Fällen auch gleich Kontakte zu neuen Kunden schließen.

Für euch ist die Corona-Krise also im negativen Sinne in keiner Weise bedeutsam. Gab es andere gravierende Ereignisse im Laufe eurer Selbständigkeit?

Mein persönlicher größter Meilenstein ist bereits Jahre her, als ich noch in München als Floristin ein Blumengeschäft hatte und die Wirtschaftskrise, meine Scheidung und die fast zweijährige Sperrung der Straße vor meinem Geschäft mich dann irgendwann in die Knie gezwungen haben. Seit neun Jahren lebt jetzt der Weinhandel und der Onlineshop. Für uns ist es bis jetzt der größte Sprung vorwärts.

Was ist euer wichtigster Rat, den ihr anderen Gründern und Unternehmern für ihr Krisenmanagement mit auf den Weg geben möchtet?

Immer weiter gehen. Glanzberg - Passion Wein

Wichtig in solchen Situationen ist eine adäquate Planung aller Aktivitäten und, so gut es geht, ein vernünftiges Cash Flow Management. Man sollte klare Vorstellungen haben, wie sich eine Krise entwickeln könnte und entsprechend Maßnahmen treffen, um dieser zu begegnen. Und hierin können selbstverständlich auch Chancen liegen. Meine Devise ist immer Geduld, viel Geduld. Nichts unversucht lassen, aber auch realistisch bleiben. Kleine Risiken auch mal eingehen, und wenn man hinfällt, immer wieder aufstehen und weiter gehen.

Möge euer Weg weiterhin ein erfolgreicher sein! Vielen Dank für das Gespräch, Monika.

Wir haben euch Glanzberg - Passion Wein im April 2019 bereits ausführlich vorgestellt. Hier kannst du das ursprüngliche Interview mit Monika Glanzberg nachlesen. 

So kannst du Monika und Glanzberg - Passion Wein erreichen

Hier geht´s zum Online Shop:
www.glanzberg.de

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Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.