10.12.2018

Coinbase – die „New York Stock Exchange of Crypto“

Ursprung, Aufbau und Angebot der größten US Crypto-Börse

Als Entwickler Brian Armstrong und Devisenhändler Fred Ehrsam 2012 die Coinbase - Börse in San Francisco ins Leben riefen, hatten sie bereits zum damaligen Zeitpunkt eine große Vision. Als, wie sie es nannten „Gmail for cryptocurrency“, sollte Coinbase die Möglichkeit bieten, Crypto-Währungen leichter und sicherer zu verwalten und zu handeln.

Gemäß der Einschätzung eines ihrer frühesten Kapitalgeber Fred Wilson verkörpert Coinbase mittlerweile das „JP Morgan or Goldman Sachs for blockchain“. 8 Milliarden USD aktueller Marktwert scheinen dies zu bestätigen.

Ironie der Geschichte, dass gerade Wilson und weitere Tech-Influencer in der Vergangenheit von Hacks ihrer Coinbase Accounts betroffen waren, die trotz umfassender Sicherheitsvorkehrungen des Unternehmens nicht ausgeschlossen werden können. - Trotzdem expandiert Coinbase auch 2018. Steigende Nutzerzahlen, neue Coin-Listings, der Aufbau von FIAT Crypto – Börsen weltweit und sogar das Beantragen einer Banklizenz dokumentieren dies eindrücklich. - Wir betrachten Coinbase hinsichtlich Aufbau und Angebot, Registrierungsmodalitäten, sowie Fragen von Sicherheit und Pro´s & Con´s.

Geschichte der Coinbase Börse

Coinbase wurde 2012 von Brian Armstrong und Fred Ehrsam in San Francisco gegründet. Mittlerweile hat das Unternehmen Zweigstellen in New York und seit Januar 2018 auch in Japan. Coinbase erzielte in mehreren VC - Fundings ein ansehnliches Startkapital. Bereits früh 2013 interessierte sich VC Investor Fred Wilson als einer der ersten für die Crypto – Börse und investierte 5 Millionen USD. Satte 75 Millionen USD erzielte das Unternehmen im Januar 2015 unter einem Investorenkonsortium, dass u.a. Tim Draper´s DFJ, die New Yorker Börse und verschiedene Banken umschloss. Weitere 300 Millionen USD sammelte man im Oktober 2018 ein und katapultierte damit den Marktwert des Unternehmens auf mittlerweile 8 Milliarden USD. Geplant sind aktuell im Zuge der Bestrebungen einer weiteren Expansion die Gründung von internationalen FIAT – Crypto -Börsen, wie es auch der Konkurrent Binance plant.

Im Juni 2018 übernahm Coinbase außerdem die Investmentfirma Keystone Capital und die Finanzunternehmen Digital Wealth, sowie Venovate Marketplace. Damit markierte Coinbase seine Ambitionen mehr institutionelle Kunden zu gewinnen und als vollständig regulierter Broker-Dealer vor der United States Securities and Exchange Commission (SEC) und der Financial Industry Regulatory Authority (FINRA) zu gelten. Diese Firmen besitzen bereits einige wichtige auf diesem Weg notwendige Lizenzen, z.B. als registrierte Anlageberater (RIA) oder Wertpapierhändler.

Aufbau von Coinbase

Ein unauffälliges User Interface informiert den Nutzer über Angebot und aktuelle Charts, sowie leitet an die entsprechenden Schnittstellen zu Registrierung  oder weiteren Informationslinks bezüglich der angebotenen Crypto – Währungen.

Angebot und Handelsspektrum

Das Angebot von Coinbase an Privat – und Institutionelle Kunden umfasst ein 'klassisches´ Crypto – Portfolio, dass sich wie folgt aufteilt:

Coinbase akzeptiert als Bezahlmethoden die klassische Banküberweisung oder Kreditkarte und seit kurzem auch PayPal. Für Online – Händler ist ein PlugIn für WooCommerce via GitHub erhältlich. Damit können Onlineanbieter Crypto-Währungen als Zahlungsmethode akzeptieren.

Sicherheit

Coinbase unterliegt verglichen mit anderen Anbietern in Ländern lascherer Gesetzgebungen strikten Regularien:

  • Coinbase ist ein registriertes Dienstleistungsunternehmen für Transaktionen bei Financial Crimes Enforcement Network ( FinCen https://www.fincen.gov/
  • Coinbase befolgt den “Bank Secrecy Act” aus dem Jahr 1970
  • Coinbase befolgt den „USA Patriot Act“
  • Coinbase ist an die Gesetzgebung der USA hinsichtlich der Übertragungsstandards bei Transaktionen gebunden

Die Geldmittel der Kunden und die des Unternehmens werden außerdem getrennt voneinander aufbewahrt. Coinbase legt sein Kapital auf überwachten Bankkonten ab, das Eigenkapital der Handelsplattform wird indessen von einem separaten Bankkonto aus verwaltet. Dadurch haften Kunden nicht bei Insolvenz des Unternehmens.

Jeder Nutzer muss sich außerdem prinzipiell via 2-Faktor – Authentifizierung ausweisen. Maschine Learning Systeme, die auf der Plattform integriert sind, tracken auffällige Transaktionen und Bewegungen und können im Zweifelsfall entsprechende Accounts schließen. Dies hat allerdings auch zu Unmut geführt unter den u.U. in guter Absicht aber doch fälschlich zum Opfer einer kurzfristigen Schließung gefallenen Coinbase – Kunden.

Trotz hoher Sicherheitsvorkehrungen waren in der Vergangenheit aber gerade Investoren aus dem Coinbase – Umfeld von Hacks ihrer Accounts betroffen. Dabei gingen die Täter durch Online Recherche den Mail - Adressen oder Telefonnummern der Betroffenen auf den Grund, die sie dann als Verifizierungsbackup für Gmail Accounts und Coinbase Accounts verwendeten, um dort das Passwort zu resetten und den Account unter die eigene Kontrolle zu bringen.

Besonderheiten

Praktisch und den gleichen Sicherheitsvorkehrungen unterlegen ist die Coinbase-App. Die App steht sowohl für iOS als auch für Android zur Verfügung. 

Vor- und Nachteile

Schnelle und einfach Nutzbarkeit, mehrere Bezahlmechanismen, eine vergleichsweise strenge Regulierung und niedrige Gebühren zeichnen Coinbase aus. Die Überwachung der Transaktionen und Kontobewegungen seiner Kunden hat Coinbase allerdings in der Vergangenheit schon vermehrt Vorwürfen dieser ausgesetzt.

Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.

unternehmenswelt