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29.05.2020

Franchise Story: wineBANK

„Die Krise war für unser relativ konservatives Deutschland ein unheimlicher Digitalisierungsbeschleuniger.“ Steven Buttlar, wineBANK-Gesellschafter und Director of Sales & Marketing, blickt als Franchisegeber des vinophilen Business Clubs positiv in die digitale sowie die analoge Zukunft: „Wir haben in der zweiten Jahreshälfte viel vor.“

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Weingenuss mit Geschäftspartnern und Freunden

Hallo Steven, weltweit müssen Unternehmer derzeit ihre Geschäfte den Folgen der Corona-Pandemie anpassen. Inwiefern betrifft das euch und eure Franchisenehmer? Gerade eure Partner aus Gastronomie und Hotelgewerbe waren und sind sicher stark betroffen.

Wir hätten in den letzten acht Wochen zwei Grand Openings gefeiert. Eine in Baden und die andere in Washintgon D.C.. Durch den Lockdown sind wir im Zeitplan natürlich etwas zurückgefallen, was wir auch im Vertrieb gespürt haben. Unsere wineBANKs mit angeschlossener Gastronomie in Hamburg und Frankfurt haben selbstverständlich besonders stark unter der Situation gelitten. Abgesehen davon sind wir mit unserem Geschäftsmodell bisher noch mit einem blauen Auge davongekommen. Die Mehrzahl unserer Mitglieder hat uns die Stange gehalten. Dafür bedanke ich mich auch im Namen unserer Franchisepartner ganz herzlich!

Letztes Jahr hast du in einem Gespräch mit uns als Ziel eine Expansion rund um den Globus formuliert. Ist es derzeit schwierig, neue Partner zu gewinnen? Schafft ihr vielleicht besondere Anreize?

Das Ziel haben wir nach wie vor fest im Auge. Aber wie du dir vorstellen kannst, ist es schwierig, internationale Partner bei einem globalen Lockdown zu treffen und zu gewinnen. Wir mussten zahlreiche Reisen absagen, unter anderem in die USA, nach Asien und Russland. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wir sehen positiv in die Zukunft und haben während der Corona-Zeit unsere Hausaufgaben gemacht. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gestärkt aus der Krise kommen!

Wie unterstützt ihr eure vorhandenen Partner derzeit? So ihr konkrete Hilfsangebote macht, müssen diese ja an zig verschiedene Länder angepasst werden.

wineBANK - Weinlager und vinophile Business Clubs

Wir haben viel auf Kommunikation gesetzt und uns regelmäßig online bei einem Glas Wein getroffen, um Erfahrungen miteinander auszutauschen. Das waren sehr produktive Gespräche. Wir haben zudem ein Online-Format für Weinproben entwickelt, mit denen wir Kontakt zu unseren Mitgliedern halten konnten, was sehr gut angekommen ist.

Fühlt ihr euch als Franchisegeber in Deutschland von der Bundesregierung ausreichend unterstützt in der Bewältigung möglicher wirtschaftlicher Auswirkungen auf euer Unternehmen? Wie schneidet die Bundesregierung im internationalen Vergleich ab?

Ich hätte in dieser Krise sehr ungerne in den Schuhen unserer Politiker stecken wollen. Sicherlich war im Nachhinein betrachtet nicht jede Entscheidung glücklich, aber die Strategie der Bundesregierung, „behutsam auf Sicht zu steuern“, fand ich persönlich überzeugend. Im Großen und Ganzen bin ich froh, während dieser Zeit in Deutschland leben zu dürfen.

Hat die Krise eure unternehmerische Wahrnehmung verändert? Seht ihr neue Wege, oder praktiziert ihr bereits veränderte Herangehensweisen? 

Homeoffice, Online-Shopping, bargeldlose Bezahlung – die Krise war für unser relativ konservatives Deutschland ein unheimlicher Digitalisierungsbeschleuniger. Auch wenn es Zoom, Microsoft Teams, Jitsi und Co. vorher bereits gab, haben die Tools in den letzten Wochen im privaten und geschäftlichen Umfeld einen völlig anderen Stellenwert bekommen. Sie haben das Unternehmensgeschehen in den meisten Brachen aufrechterhalten. 

Ich denke, wir werden auf Basis dieser Erfahrungen unsere Geschäftsreisetätigkeiten verändern. Für ein Zweistundenmeeting mal eben nach Hamburg fliegen – so etwas wird es in Zukunft nur noch in Ausnahmefällen geben. Wir werden unsere gemeinsamen Online-Abende mit unseren Franchisepartnern weiterführen und sicherlich auch die ein oder andere Club-übergreifende Weinprobe für unsere Mitglieder veranstalten.  

Welche digitalen Tools setzt ihr ein?

Das Herzstück unser Franchise-Dienstleistung ist seit jeher stark digitalisiert. Wir bieten unseren Franchisepartnern ein speziell für uns programmiertes wineBANK Management System an, mit dem sie ihre Standorte sehr intuitiv und einfach managen können. Wie bereits skizziert werden wir allerdings die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation in Zukunft verstärkt einsetzen. 

Nichtsdestotrotz bleibt die wineBANK-Idee im Herzen ein wunderbar analoges, altmodisches Konzept der realen, vinophilen Community. Wir wollen weinbegeisterte Menschen auf der ganzen Welt in wunderschönen Standorten zusammenbringen. Nicht mehr und nicht weniger!

Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst: Was glaubst du, wie wird es eurem Unternehmen in sechs Monaten wirtschaftlich gehen?

Wir werden unsere am Anfang des Jahres gesteckten, ambitionierten Ziele nicht erreichen. Daher haben wir unsere Annahmen bereits nach unten korrigiert. Dennoch haben wir in der zweiten Jahreshälfte viel vor und sehen grundsätzlich positiv in die Zukunft. 

Rückblickend auf eure bisherige Existenz als Unternehmen und damit verbundene Risiken -  Ist die Corona-Krise das Ereignis mit der gravierendsten unternehmerischen Bedeutung?

Nein, bisher nicht, denn die wirtschaftlichen Auswirkungen von Corona lassen sich heute noch gar nicht absehen.  

Bist du ein Unternehmertyp?

Was ist dein wichtigster Rat, den du Gründern und Unternehmern für ihr Krisenmanagement mit auf den Weg geben möchtest?

Die beiden Kernfragen, die sich Unternehmen in Krisenzeiten stellen sollten, sind aus meiner Sicht erstens: Wie kann ich mein bisheriges Geschäftsmodell so flexibel wie möglich an die Situation anpassen, um zu überleben? Und zweitens: Welchen gesellschaftlichen Zweck kann ich mit meinen Produkten und Dienstleistungen in einer solchen Zeit erfüllen? 

In der Praxis finden sich aktuell sehr viele schöne Beispiele, wie Unternehmen mit der Krise umgegangen sind: Unzählige Restaurants haben ein erfolgreiches „Außer-Haus-Verkauf“ Konzept implementiert. Eventagenturen haben kreative Online-Formate entwickelt. Veranstaltungstechniker haben ihre Lagerhallen in Studios für Unternehmensfilme und Online-Formate umfunktioniert. Spirituosenhersteller haben Alkohol als Basis für Desinfektionsmittel produziert. Textilunternehmen haben Gesichtsmasken genäht.  Weingüter haben verstärkt auf ihre Webshops gesetzt und damit den Online-Vertrieb gestärkt. Es gibt unzählige Beispiele, die zeigen, wieviel Kreativität und unternehmerische Kraft eine solche Krise freisetzen kann und muss.

Danke, dass du mit uns und unseren Unternehmern deine positive Energie teilst, Steven!

Wir haben euch wineBANK im Sommer 2019 bereits ausführlich vorgestellt. Hier kannst du das Interview mit Steven Buttlar nachlesen. 

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Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.