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20.05.2020

Franchise Story: Coffee-Bike

„Die Vorteile der Flexibilität unserer Coffee-Bikes werden uns derzeit mit jedem Tag bewusster“, sagt Mark Rüter, Geschäftsführer der Coffee-Bike GmbH. Und wünscht sich, dass die Coffee-Biker schnellstmöglich wieder vollumfänglich auf die Straße können.

Kostenfreier Finanzierungscheck

Coffee-Bike im Einsatz

Hallo Mark. Trotz der Lockerungen des Lockdown möchten wir dich fragen, welche Auswirkungen die Corona-Pandemie auf euer Tagesgeschäft hatte und noch hat.

Das Kerngeschäft unserer Franchisenehmer ist professionelles Kaffeecatering mit unseren Coffee-Bikes. Als Dienstleister in der Gastronomie und Event Branche sind wir und unsere Franchisenehmer von der Corona-Krise auch jetzt noch besonders stark betroffen. In unserer Osnabrücker Systemzentrale arbeiten tagtäglich rund 11 Abteilungen daran, unsere Franchisepartner bestmöglich zu unterstützen und das nachhaltige Wachstum unsere Franchisesystems zu fördern. Dabei basiert das Erfolgskonzept unserer mobilen und autarken Bikes auf drei Säulen: Events, Cateringaufträge sowie freier Verkauf an In- und Outdoorstandorten. Bereits zu Beginn der Entwicklungen im Zusammenhang mit Corona mussten viele gebuchte Cateringaufträge von den Veranstaltern storniert werden. Auch Großveranstaltungen, private Feiern und saisonale Events wurden schnell von der Regierung untersagt, sodass die Einnahmequellen für unsere Franchisepartner zeitweise auf ein absolutes Minimum zurückgefahren wurden. In Deutschland sind nur noch vereinzelte Standorte genehmigt worden. In England hat aktuell keiner unserer Partner die Erlaubnis, Kaffeespezialitäten zu verkaufen.

Nicht nur unsere Franchisepartner, aber auch die Mitarbeiter unserer Zentrale haben diese Auswirkungen ziemlich schnell zu spüren bekommen. Nachdem der Großteil unserer Abteilungen bereits seit Mitte März aus Vorsichtsmaßnahmen im Homeoffice arbeitet, ist besonders die Unsicherheit durch die Unvorhersehbarkeit der Corona Entwicklungen als unmittelbare Auswirkung im Team spürbar gewesen. Trotzdem kann ich meine Mitarbeiter nur ein großes Lob aussprechen. Bisher haben wir die technischen und logistischen Herausforderungen der letzten Wochen gemeinschaftlich gemeistert und niemals das Ziel aus den Augen verloren, unseren Partnern die bestmögliche Hilfe zur Selbsthilfe zukommen zu lassen. Mittlerweile können viele Coffee-Bikes unter Einhaltung verschiedener Schutz- und Hygienemaßnahmen wieder unterwegs sein. Die Flexibilität unseres Coffee-Bike Konzepts spielt dabei eine entscheidende Rolle. Schließlich profitieren viele Partner aktuell davon, dass unser Bike autark – ohne Wasser- oder Stromanschluss – an nahezu jedem Ort betrieben werden kann. So verkaufen wir aktuell Kaffee, wo andere stationäre Café-Konzepte an ihre Grenzen kommen.

Haben eure Franchisenehmer und auch ihr selbst Unterstützungsangebote der Bundesregierung angenommen?

Die Bundesregierung hat zum Glück schnell erkannt, dass besonders Selbstständige und Kleinstunternehmer Unterstützung in Zeiten von Corona benötigen. Viele unserer Partner haben sich uns gegenüber positiv zur unkomplizierten Beantragung und Inanspruchnahme der finanziellen Hilfen seitens der Regierung geäußert. Auch von den Maßnahmen bezüglich der Zahlungen des Kurzarbeitergeldes profitiert unser System. In dieser Zeit, in der die Gesundheit der Menschen im Vordergrund steht, sind diese finanziellen Unterstützungsmaßnahmen eine Überbrückungsstütze für viele Unternehmer. Rein wirtschaftlich gesehen ist es für uns und alle Coffee-Biker aber essentiell, dass wir schnellstmöglich – unter Berücksichtigung wichtiger Schutz- und Hygienemaßnahmen – wieder mit den Bikes auf die Straßen können.

Die Gastronomie-Branche beklagt, dass die Gesetzgebung ihnen derzeit keine Planbarkeit ermöglicht. Wie wirkt sich das auf euer Geschäft aus?

Mit unseren Coffee-Bikes bieten wir professionelles Kaffeecatering an unseren mobilen und autarken Kaffeebars an. Somit sind wir und unsere Franchisenehmer aktuell besonders von den Entscheidungen bezüglich der Gastronomie Branche betroffen. Deshalb ist es für unser System aktuell sehr wichtig, dass die Verantwortlichen für unsere Coffee-Biker und alle anderen Gastronomen klare Regelungen finden, die den Einsatz unserer Bikes und somit die möglichen Einkünfte unserer Franchisepartner für die nächsten Monate vorhersehbarer gestalten.

Daraus würde ich jetzt schließen, dass eure unternehmerische Prognose nicht so gut ausfällt?

Aktuell können schon viele unserer Coffee-Biker an den verschiedensten Standorten in Deutschland unsere Kaffeespezialitäten verkaufen. Im Vergleich zu den letzten Wochen ist dies schon eine sehr positive Entwicklung für uns und unsere Franchisepartner. Trotzdem sind wir noch sehr vorsichtig, eine Prognose zu wagen. Immerhin steht jetzt schon fest, dass mindestens bis Ende August kaum Caterings und keine Großevents stattfinden werden, die bei unserem Geschäftskonzept einen entscheidenden Teil ausmachen. Alles in allem ist es aktuell das Ziel unserer Systemzentrale, unseren Partnern Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten, damit die Zahl der aktiven Coffee-Bikes in Deutschland aber auch in einer Vielzahl der anderen Länder, in denen wir aktiv sind, kontinuierlich steigt. Um dieses Ziel zu erreichen, bleiben wir im Team stets positiv eingestellt.

Führt diese positive Einstellung dazu, dass ihr in der Krise neue Wege wahrnehmt und Herangehensweisen verändert?

Die Corona-Krise zwingt uns dazu, die Vorteile der Digitalisierung im größten Maße auszunutzen. Und das meine ich im positiven Sinn. Viele Prozesse im alltäglichen Leben können wir in Zukunft weiterhin digital gestalten und so für noch mehr Effizienz sorgen. Besonders in einem internationalen Unternehmen wie Coffee-Bike sind wir ohnehin schon sehr digital aufgestellt. Trotzdem finden wir immer wieder Verbesserungspotential, mit dem wir in der aktuellen Situation vielleicht sogar noch häufiger konfrontiert werden als in der Vergangenheit. So bieten wir jetzt Informations- und Austauschformate für unsere Franchisepartner online an. Diese ersetzen natürlich nicht den persönlichen Austausch, z.B. bei unserem jährlichen Franchisepartner-Tag, aber sie erleichtern beispielsweise den logistischen Aufwand, der für uns mit rund 180 Coffee-Bikes in ganz Deutschland verteilt nicht unerheblich ist.

Auch die Vorteile der Flexibilität, die das Coffee-Bike bietet, werden uns in Zeiten von Corona mit jedem Tag bewusster. Schließlich können wir mit unseren Bikes an nahezu jedem Ort stehen und unser professionelles Kaffeecatering anbieten. Dabei profitieren wir nicht nur von der autarken Betriebsweise unserer mobilen Kaffeebars, sondern auch von den Vorteilen der Coffee-to-go Philosophie, die bei den jetzigen Herausforderungen besonders zum Schutz von Barista und Kunden beitragen.

Magst du uns schildern, auf welche unterschiedliche Weise die derzeitigen Beeinträchtigungen zum einen die Systemzentrale, zum anderen eure Coffee-Biker beeinflussen?

Generell können wir das Tagesgeschäft in unserer Systemzentrale nicht mit dem Alltag unserer Coffee-Biker vergleichen. Trotzdem sind beide Bereiche stark von den aktuellen Entwicklungen betroffen.

Die Mitarbeiter unserer Zentrale arbeiten aktuell zu 90 % im Homeoffice. Nur unser Service und Production Department repariert und wartet aktuell Bikes in Osnabrück. Diese Abteilung hat für unsere Partner auch bereits eine Spuckschutzlösung passend für die Coffee-Bikes entwickelt, die unsere Partner als Schutzmaßnahme für sich und ihre Kunden am Coffee-Bike anbringen können. Auch die Warenannahme sowie die Kommissionierung unserer Produkte kann nicht online durchgeführt werden. Ansonsten werden zurzeit aber alle Meetings per Videotelefonie abgehalten und auch die Beratung unserer Franchisepartner und Kunden von zuhause aus bewerkstelligt.

Neben dem eigens für das Coffee-Bike entwickeltem Spuckschutzsystem zählen für unsere Franchisepartner in Zeiten von Corona auch Desinfektionsmittel sowie Hand-, Nasen- und Mundschutz zum Arbeitsalltag. Darüber hinaus mussten an den Coffee-Bikes auch Hinweise zur Einhaltung des Mindestabstands angebracht werden. Leider sind viele tägliche Verkaufsstandorte für unsere Coffee-Bikes aktuell nicht freigegeben, sodass viele unserer Partner täglich mit der Akquise von neuen Standorten beschäftigt sind. Immer öfter bekommen wir aber das Feedback, dass besonders der Zuspruch der Kunden und die entgegengebrachte Solidarität diese zusätzlichen Maßnahmen aber für viele Coffee-Biker erträglicher machen. Die Gesundheit unserer Kunden und der Baristas steht dabei schließlich immer im Vordergrund.

Wie reagieren eure Kunden auf die derzeitigen Einschränkungen und Verhaltensregeln?

Wie bereits erwähnt, werden an jedem Coffee-Bike deutliche Hinweise auf die momentanen Schutz- und Hygienemaßnahmen aufgehängt. Dies ist auch nahezu bundesweit verpflichtend. Aber egal, ob im Telefongespräch mit Kunden, die eine Buchung stornieren wollen oder im persönlichen Gespräch mit Kunden am Coffee-Bike – wir erfahren von allen Seiten großes Verständnis für die aktuelle Situation und die Maßnahmen, die wir ergreifen.

Du hast vorhin erwähnt, dass digitale Informations- und Austauschformate für euch wichtiger geworden sind.  Nehmen digitale Tools also nun einen größeren Stellenwert ein und wenn ja, welche?

Unser Coffee-Bike überzeugt vor allem live und in Farbe. Diese Erfahrung haben wir in den letzten 10 Jahren im Umgang mit potenziellen neuen Franchisepartnern gemacht. Deshalb bieten wir deutschlandweit und in unseren Kernmärkten regelmäßig Informationsveranstaltungen an, bei denen wir das Coffee-Bike im Einsatz vorführen. Auch in Zeiten von Corona möchten wir Interessenten nicht die Möglichkeit vorenthalten, unser Franchisekonzept und das Bike kennenzulernen. Durch die Digitalisierung können wir deshalb jetzt Live Online Webinare anbieten, bei denen unser Expansionsteam vorstellt, warum unser Coffee-Bike Franchisemodell während und auch nach Corona eine gute Wahl ist. Allerdings sind wir davon überzeugt, dass wir unser Vertriebsmodell auch in Zukunft nicht zu 100 % digital anzubieten. Immerhin möchten wir potentiellen Neustartern in jedem Fall auch die Möglichkeit bieten, unsere leckeren Kaffeespezialitäten zu probieren, bevor sie als Coffee-Biker durchstarten.

Auch unseren Franchisepartnern bieten wir in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit, online an einem Austausch im Netzwerk teilzunehmen. Rund 50 Franchisepartner finden sich dabei in einem Video Webinar zusammen, um Erfahrungsberichte auszutauschen, Anregungen zu liefern und News aus der Systemzentrale zu erfahren. Dieses Angebot wird momentan sehr gut angenommen, sodass wir uns gut vorstellen können, dieses Format auch nach Corona zu verschiedenen betriebswirtschaftlichen oder systemrelevanten Themen anzubieten.

Vor dem Hintergrund deiner Erfahrungen als Unternehmer und der aktuellen Krise gibst du anderen Unternehmern welchen Rat mit auf den Weg?

Anderen Unternehmern möchte ich mit auf den Weg geben: Nutzt die Chancen, die sich aus einer Krise ergeben ergeben, prüft die aktuellen Strukturen im Unternehmen, eruiert neue Möglichkeiten und erkennt Potentiale. Nur so könnt ihr immer neue Wege gehen und als Team und Unternehmen noch stärker aus beinahe jeder Krise hervorgehen.

Danke für das Gespräch, Mark!

Wir haben euch das Coffee-Bike Franchise-Konzept letztes Jahr ausführlich vorgestellt. Hier kannst du unseren Franchise-Check nachlesen. 

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Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.