28.09.2018

Vitalik Buterin – von World of Warcraft zur Ethereum-Blockchain

Ein 24-jähriges Rechentalent als Verfechter der Dezentralisierung - in unserem Crypto-Portrait der Woche

Bereits als Kind wurden die besonderen Begabungen des Kanadiers russischer Abstammung sichtbar. Als Arithmetisches Ausnahmetalent wurde er gefördert und entdeckte selbst in denTiefen von Online Gaming und des Internets seine intellektuelle Heimat. Dass er einst die nach Bitcoin prominenteste Kryptowährung und Blockchain – Technologie Ethereum ins Leben rufen würde, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Und doch steckt hinter dem millionenfachen Cryptogiganten ein einstiger World Of Warcraft Spieler! -Vitalik Buterin im Crypto – Portrait

Blogger, Entwickler, Investor und Förderer - Die wichtigsten Stationen im Leben Buterins

In Zeiten, als ein Bitcoin noch einige Cent wert war, beschäftigte sich Buterin bereits als Online-Redakteur mit den Kernfragen der Distributed Ledger Technologie, damals noch für die bescheidene Vergütung von 5 Bitcoin pro Text. Angesichts aktueller Margen ein absoluter Glücksfall möchte man meinen. Durch seine journalistische Arbeit und Berichterstattung kam er als schließlich Chefredakteur des Bitcoin Magazine weltweit mit Bitcoin- und Altcoin- Entwicklern in einen regen Austausch. Hier entwickelte Buterin abweichend zum herrschenden Status Quo die Idee einer multifunktionalen Blockchain auf Basis von Turing-Vollständigkeit.

Das Ethereum Whitepaper

Mit Präsentation des Ethereum Whitepapers 2014 und nach abschließendem Crowdsale, in dem 31.000 BTC (damalige FIAT-Entsprechung ca. 18 Mio USD) beim Verkauf ETH gegen BTC eingeworben werden konnten, begann sich Buterin unter dem Dach der Ethereum Foundation im Schweizer Crypto Valley Zug schließlich der aktiven Entwicklung dieser Idee zu widmen.

Seitdem sind die Begriffe DAO (Dezentrale Autonome Organisation), Smart Contracts, der ERC-20 Token – Standard oder Initial Coin Offering untrennbar mit der Ethereum-Blockchain verbunden und positionieren Ethereum als millionenschweres DLT-Chamäleon am Markt.

2017 holte sich Buterin mit Gründung der Enterprise Ethereum Alliance verschiedene Blockchain-Startups, Fortune 500-Unternehmen und Technologieanbieter ins Boot, um Entwicklungen kooperativ und an den Bedürfnissen des Marktes zu designen. Unter den derzeit über 150 Mitgliedern finden sich u.a. Unternehmen wie MasterCard, Cisco Systems, Samsung SDS, Microsoft, Intel etc..

Kooperation in Russland

Ist er nicht mittlerweile an seinem aktuellen Wohnsitz Singapur am Coden, bereist er die Welt wie zuletzt Russland im Sommer 2017, wo er neben der Vorbereitung des einen oder anderen Ethereum Deals auch einen sehr Blockchain-affinen Präsidenten Vladimir Putin traf.

Jüngste Kooperationen von Ethereum mit Russlands größter Bank Sberbank bezüglich smarter Wertkontrakte oder die Etablierung der Einheit - Ethereum Russia – in Zusammenarbeit mit der staatlich russischen Entwicklungsbank – Vneshtorgbank – finden Putins vollste Unterstützung.

Diesem ist die Entwicklung des DLT Sektors sehr wichtig und manifestiert sich in der aktuellen Ausrichtung des neuen Zentrums für Blockchain-Forschung an der National University of Science and Technology (MISIS), das sich DLT besonders in verwaltenden Regierungsdiensten zunutze machen will.

Chief Scientist of Etherium im Einhorn – T-Shirt – Zukunftsvisionen with a little magic

Der Chief Scientist of Ethereum begibt sich unterdessen wieder in den Kampf gegen die dunkle Seite der Macht. Die Facebook-Datenkrake mit ihren Tentakeln Whatsapp und Instagram gilt es zu zerschlagen. Google? – Eliminieren. Silicon Valley? – Ausräuchern.

„Ethereum dient dabei als dezentralisierte Datenbank, Whisper als dezentralisierte Messaging-Lösung, Swarm für dezentralisiertes Content-Hosting.“ – gibt Buterin als Einblick in seinen digitalen Schlachtplan. Wenn er damit fertig ist, sind Crypto-Börsen wie Coinbase oder Kraken in Buterins Visier: "Ich hoffe, dass zentralisierte Börsen so fest wie möglich in der Hölle schmoren werden", ließ er im Juli anlässlich der "Techcrunch Session: Blockchain 2018" im Schweizer Zug das Auditorium wissen und bezog sich damit wohl auf die zu Recht zu kritisierende sich etablierende Spekulationshoheit diverser Anbieter, die sich ihre „Dienste“ sehr gern sehr teuer bezahlen lassen, um am Ende doch bereits strukturell dem Hackerfail ausgesetzt zu sein.

Bleibt uns einstweilen nur dem genialen Einhorn weiterhin strategisches Geschick an der digitalen Frontline 4.0 zu wünschen!

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