07.08.2014

Das Crowdfunding-Musiklabel Musicstarter

Seit dem 06.08.2014 ist die Crowdfunding-Plattform für Nachwuchsmusiker Musicstarter aktiv.

Für junge Bands und Musiker scheint Crowdfunding ein recht naheliegendes Mittel, um die Produktion eines Albums oder einer Tour zu finanzieren. So gab es in der Vergangenheit auch schon einige erfolgreiche Kampagen. Das Label Musicstarter geht nun mit einer eigenen Crowdfunding-Plattform für Nachwuchsmusiker an den Start. Dabei kann das Label auf den Vertrieb von Universal zurückgreifen.

Crowdfunding-Kampagnen zur Finanzierung einzelner Alben von Musikern hat es schon häufiger gegeben. Den recht naheliegenden Schritt zur Gründung eines Musiklabels, das gleichzeitig als Crowdfunding-Plattform fungiert, unternimmt nun Musicstarter, an dem auch der Burda-Verlag beteiligt ist. Am 06.08.2014 hat das Musicstarter-Portal den Betrieb aufgenommen.

Musicstarter existiert als reines Musiklabel schon seit 2013 und konnte mit Chartplatzierungen bereits Erfoge verbuchen. Nun hat man eine Crowdfunding Plattform gestartet, mit dem Ziel, neue Künstler bei gleichzeitig hohem Qualitätsstandard zu präsentieren. Man wirbt für das Konzept eines Crowdfunding-Musiklabels als eines alternativen direkten Weges um Künstler und Konsumenten zusammenzubringen. Fans sollen, indem sie in die Band ihrer Wahl investieren, zu Förderern werden und selbst bestimmen, welches Album und welche Band produziert wird.

Die Bands und Musiker präsentieren sich auf der Plattform mit einem Song und einem Clip, um Fans zu gewinnen und Unterstützung generieren. Wird eine Fundingschwelle von 30.000 Euro erreicht, wird ein Album produziert, das über die Vertriebskanäle von Universal-Music vertrieben wird. Marketing und Promotion werden dann vom Musicstarter-Team übernommen. Wer sich auf dem Portal präsentieren darf, entscheidet inn einem Vorauswahlverfahren das Plattenlabel. Junge Musiker und Bands können über die Bewerbungsmaske oder per E-Mail Songs einsenden und werden dann, wenn sie nach Ansicht der Labelmacher genügend Vermarktungspotential besitzen, kontaktiert.

Nutzern, die sich als Investoren an der Finanzierung einer Albumproduktion beteiligen, winken, gestaffelt nach der Höhe der individuellen Investition, verschiedene Belohnungen. Von signierten Versionen des Produktes bis hin zu kostenlosem Eintritt bei einem Dankeschönkonzert gibt es verschiedene Anreize in Form eines reward-based Crowdfunding.

Die Gründer von Musicstarter sind ehemalige Universal-Mitarbeiter und Produzenten der Berliner Valicon Studios, hinter denen der Burda Verlag steht. Bisher sind die Valicon Studios durch die Produktion etablierter Deutschrockgrößen wie Dirk Michaelis oder Silly bekannt. So sind die Nachwuchskünstler, die sich auf dem Musicstarter-Portal präsentieren auch größtenteils deutschsprachige Rockbands und Sänger. Die Musik ist dabei durchweg konventionell. Inwieweit hier tatsächlich die Präsentation innovativer junger Musiker erwartet werden kann, sei also dahingestellt.

Die Präsentation der Künstler auf einer Crowdfunding-Plattform dient hier wohl vor allem dazu, sich als von der Musikindustrie unabhängiges Label zu vermarkten, das sich wie ein Indielabel direkt über die Unterstützung seiner Fans finanziert. Dabei hat man den großen Universal-Vertrieb im Rücken und nimmt eine klare Vorauswahl der Künstler vor. Über den Marketingeffekt hinaus wird durch die Einbindung der Fans in die Finanzierung der Produktionskosten das unternehmerische Risiko eines floppenden Produkts gemindert. Gerade für die krisengeschüttelte Musikindustrie vielleicht tatsächlich ein innovatives Geschäftsmodell.

Über den Autor

Stephan Leistner

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