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Businessplan Unternehmensnachfolge

Als Unternehmensnachfolge bezeichnet man die Übernahme eines Unternehmens bzw. Betriebsübergabe durch Unternehmensverkauf des Alteigentümers. Die Komplexität einer Unternehmensnachfolge wird oft unterschätzt. Ein Businessplan unterstützt beide Vertragspartner einer Betriebsübernahme in der Verhandlung realistischer Ziele.

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Die Komplexität einer Unternehmensnachfolge wird oft unterschätzt. Die Wertermittlung des Unternehmens muss vorgenommen werden, der richtige Nachfolger nach bestimmten Kriterien ausgesucht werden sowie dürfen juristische und steuerliche Sachverhalte nicht außer Acht gelassen werden. In Familienbetrieben spielen oft auch persönliche Aspekte eine wichtige Rolle. Viele Unternehmen müssen jedes Jahr in Deutschland letztendlich liqidiert werden, da die Unternehmensnachfolge scheitert. Die Erstellung eines Businessplans birgt deshalb nicht nur für den Gründer Vorteile, sondern kann den Prozess einer Nachfolge für beide Parteien solide strukturieren.

Executive Summary

Grundsätzlich bildet das Executive Summary den Einstieg in deinen Businessplan. Er entscheidet über Erfolg oder Niederlage. Ob der Leser weiter in den Businessplan einsteigt oder ihn direkt beiseite legt. Die Herausforderung des Executive Summary liegt darin, die wichtigsten Informationen deines Businessplans kurz und prägnant auf den Punkt zu bringen. Auf maximal ein bis zwei Seiten muss dein gesamtes Gründungsvorhaben zusammengefasst und die detaillierteren Informationen der folgenden Kapitel prägnant umrissen werden.

Du hast 1- maximal 2 Seiten für einen präzisen SumUp zur Verfügung. Folgende Informationen dürfen in der Executive Summary auf keinen Fall fehlen:

  • Geschäftsidee (ca. 1/4 Seite): Beschreibe dein Produkt oder deine Dienstleistung in Folge der Übernahme kurz und prägnant. Was wirst du deinen Kunden bieten? Wer ist Zielgruppe? Was ist das Alleinstellungsmerkmal und wo liegt der Kundennutzen? Gehe hier auch kurz auf die Strategie und Ziele der kommenden drei Jahre ein.
  • Gründerprofil (ca. 1/4 Seite): Stelle dich als Nachfolger in den Mittelpunkt. Wie willst du dich in das bestehende Team einbringen? Welche Fähigkeiten bringst du als Führungskraft mit? Zeige auf, wie du die kaufmännischen Aufgaben im Unternehmen bewältigen willst.
  • Markt und Wettbewerb (ca. 1/2 Seite): Beschreibe deinen Zielmarkt mit seinen wichtigsten Eigenschaften und welches Marktpotenzial die Branche aufweist. Wo liegen die Besonderheiten und wie begegnest du diesen?
  • Marketing und Vertrieb (ca. 1/4 Seite): Beschreibe hier, wie du Kundengewinnung und Vertriebsmaßnahmen organisieren willst. Was sind die wichtigsten Marketingmaßnahmen?
  • Finanzierung (ca. 1/2 Seite): Vor allem für Kapitalgeber sind die folgenden Informationen besonders relevant. Treffe realistische Aussagen zum Kapitalbedarf (in Absprache mit dem Alteigentümer und anhand der aktuellen Unternehmenssituation). Wo steht das Unternehmen finanziell in drei Jahren?

Geschäftsidee

Die Besonderheit im Kapitel "Geschäftsidee" liegt darin, dass du bereits ein etabliertes Geschäftsmodell übernehmen wirst. Hier stellt sich die Frage, ob du dies gänzlich ohne Änderungen vollziehst oder ob du eigene Akzente setzen wirst. Sollte letzteres der Fall sein, beschreibe ganz konkret in welchen Unternehmensbereichen du Veränderungen vornehmen willst und worin diese genau bestehen.

Gründerprofil

Was sind deine Qualitäten als Nachfolger? Beschreibe hier konkret deine Fähigkeiten und Qualifikationen in Bezug auf deine beabsichtigte Übernahme. 

Markt und Wettbewerb

Der Vorteil einer Betriebsübernahme eines wirtschaftlich gesunden Unternehmens liegt auch darin, dass du als Gründer nicht bei Null anfangen musst, sondern in der Regel als etablierter Marktteilnehmer mit solidem Kundenstamm. Beschreibe im Kapitel "Markt und Wettbewerb" mit welchem Kundenkreis du bereits verlässlich kalkulieren kannst. Dies ist im Folgenden auch für deine perspektivischen Umsatzerwartungen und als tragfähige Basis für Kapitalgeber relevant. Beachte auch die Kundenbindung an den Alteigentümer und hier die mögliche Gefahr, dass diese einem neuen Geschäftsführer nicht mehr die gleiche Treue halten. Wie begegnest du diesem Risiko? (Stichwort SWOT-Analyse weiter unten)

Marketing und Vertrieb

Alles rund um deine Außenwahrnehmung ist Gegenstand des Kapitels "Marketing und Vertrieb". Auch hier profitierst du in der Regel von einer etablierten Marke, die du als Nachfolger fortführen kannst. Gleichzeitig hast du natürlich die Möglichkeit neue Wege der Außenkommunikation einzuschlagen. Definiere zunächst (in Absprache mit dem Alteigentümer) deine grundsätzlichen Marketing- und Vertriebsziele entlang der 4 P´s im Marketing Mix und skizziere in diesem Kapitel praktische Maßnahmen, die du zum Erreichen einsetzen willst.

Unternehmensorganisation

Eine Übernahme bzw. ein Eigentümerwechsel kann unmittelbar aber auch schrittweise erfolgen. Im Bereich "Unternehmensorganisation" gilt es festzuhalten, ob du als einzelner Geschäftsleiter agieren wirst, in gemeinsamer Geschäftsleitung mit dem Alteigentümer (Übergangsphase) oder ob dieser als Berater zukünftig eine gleichbleibende Funktion u.U. einnehmen soll. Letzteres kann bei vereinbarter Zahlung eines Honorars eine Absenkung des Kaufpreises begünstigen.  

Zur Unternehmensorganisation zählen außerdem sämtliche Ummeldungen und Aktualisierungen im Geschäftsbetrieb, die eine Übernahme letztlich formal anzeigen. Dies gilt für alle Ummeldungen bei Gewerbe- und Finanzamt, Kammer, Arbeitsagentur, Berufsgenossenschaften etc. Außerdem müssen Mitgliedschaften, Lizenzen, das Website-Impressum sowie bestehende Dauerschuldverhältnisse und Versicherungsverträge u.U. aktualisiert werden.

SWOT Analyse

"Strengths, Weaknesses, Opportunities & Risks" adressiert deine SWOT-Analyse. Dabei geht es um Chancen und Risiken rund um deine Person als Gründer (mangelnde Qualifikationen, Ressourcen etc.). Aber auch das zu übernehmende Unternehmen und dessen mögliche Altlasten gilt es genauer zu beschreiben. Wie willst du gleichsam den möglichen Risiken erfolgreich begegnen? Welche Fertigkeiten nützen dir dabei?

Finanzierung

Anders als bei einer Neugründung, gilt es im Fall einer Übernahme bzw. Nachfolge einige steuerliche und rechtliche Besonderheiten zu beachten. Du solltest vor der Kalkulation deines etwaigen Finanzbedarfs zunächst alle Verträge, Verpflichtungen sowie Schulden, die als Nachfolger auf dich zukommen, im Detail kennen. Nicht nur zur Ermittlung des Kaufpreises, sondern auch für die Beantragung möglicher Investitionsdarlehen gilt es eine genaue Bewertung der Unternehmensausstattung vorzunehmen. Ebenfalls wichtig zu bezeichnen ist die Art und Weise der geplanten Übernahme. Soll ein Verkauf, eine Verpachtung oder eine Schenkung erfolgen? Dies ist wichtig für die steuerliche Erfassung des Vertrags, die zwar abweichend, aber in allen Fällen kostenpflichtig erfolgt. Hier solltest du dich von einem Wirtschaftsprüfer oder Notar beraten lassen.

Um eine klare Übernahme ohne spätere juristische Konsequenzen zu vollziehen, solltest du den Alteigentümer außerdem auf mögliche Testamente bzw. familiäre Erstansprüche hin befragen. Bei Vorhandensein sollten alle rechtsverbindlichen Vereinbarungen sämtlicher Vertragspartner abgeglichen bzw. gegenseitig wirksam ergänzt werden.

Dein Kauf- bzw. Übernahmevertrag als Basis für die Gespräche mit Banken und Finanzierungspartnern muss folgende Angaben enthalten:

  • Präzise Angaben zum Unternehmen, das übernommen werden soll
  • Genaue Beschreibung des Kaufgegenstands (in Abgrenzung zu möglichen Teilübernahmen)
  • Vom Verkäufer zugesagte Eigenschaften
  • Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten
  • Zeitpunkt der Übergabe

Mithilfe des Businessplan Tools von Unternehmenswelt bist du nur einen Schritt von einem vollständigen Businessplan entfernt. Die fertige Vorlage ist für dich gänzlich kostenfrei. Im Tool kannst du jederzeit Anpassungen vornehmen. Am Ende erhältst du ein perfekt formatiertes Word-Dokument zum Download.

Hier kannst du deinen Businessplan kostenfrei erstellen und downloaden.

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