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Businessplan Cluberöffnung

Im Jahr 2018 erwirtschafteten mehr als 4500 Bars, Diskotheken, Tanz- und Vergnügungslokale in Deutschland rund 90 Milliarden EUR netto. Ob in Techno-Clubs, Jazzkellern oder Salsa-Bars, spätestens am Freitag sind die Nächte in Deutschland lang und die Tanzflächen füllen sich. Damit Sie als Clubbesitzer ebenso unbeschwert wie Ihre Gäste bleiben, bedarf es bereits vor der Eröffnung einer gründlichen Planung. Wir geben Ihnen einen Überblick der wichtigsten Inhalte für Ihren Businessplan - vom behördengerechten Standort über die erteilte Schanklizenz bis zu einer erfolgreichen Mischkalkulation für Ihre Gründung im Veranstaltungsgeschäft.

Businessplan kostenfrei erstellen

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Ihr Businessplan ist sowohl für Sie selbst als auch nach außen der wichtigste Leitfaden zur Realisierung Ihrer Geschäftsidee. Im Zuge notwendiger Genehmigungsverfahren oder als Verhandlungsgrundlage in Finanzierungsgesprächen wird die Tragfähigkeit Ihres Konzepts anhand der Zahlen und Fakten Ihres Businessplans gemessen werden.

Mit unserem kostenlosen Businessplan Tool können Sie einen individuellen Businessplan für die Eröffnung Ihres Clubs erstellen. Im Tool können Sie flexibel alle Anpassungen vornehmen, die Sie sich wünschen und den Businessplan anschließend perfekt formatiert als pdf downloaden.

Die Zusammenfassung Ihres Businessplans gibt Ihnen Gelegenheit Ihre Geschäftsidee kurz und knapp in den wichtigsten Schlüsselbegriffen und Kennzahlen einem außenstehenden Publikum zu beschreiben. Haben Sie immer im Kopf, wer Ihr spezifisches Gegenüber ist und motivieren Sie diesen zielsicher zum Lesen aller Inhalte. 

Erläutern Sie hier das grundlegende Konzept für Ihren Club. Gehen Sie ein auf die musikalische Ausrichtung, Zielgruppe und/oder Ihr besonderes Angebot. 

Prinzipiell fordert der Gesetzgeber keine spezifische berufliche Qualifikation, um einen Club zu eröffnen. Lediglich die Teilnahme an einer Gaststättenunterrichtung bei der IHK wird verlangt. Sollten Sie über eine nicht allzu fern zurückliegende gastronomische Ausbildung verfügen, kann auf diese Forderung ebenfalls verzichtet werden. Unabdingbar für Ihren Clubbetrieb ist jedoch die Gaststättenkonzession, deren Erteilung auch an Ihre persönliche und fachliche Eignung gekoppelt ist. Die Konzession erhalten Sie gegen Vorlage folgender Dokumente bzw. Vorhandensein entsprechender Nachweise über 

  • Ihre persönliche Zuverlässigkeit (dokumentiert durch Auszüge aus Bundeszentralregister und Gewerbezentralregister,  Unbedenklichkeitsbescheinigung des zuständigen Finanzamtes und der Gewerbesteuerbehörde)
  • Ihre fachliche Eignung (Ausbildungsberuf oder Teilnahme an der Gaststättenunterrichtung der IHK; Nachweis der Erstbelehrung nach dem Infektionsschutzgesetz, die nicht älter als drei Monate ist)
  • die Erfüllung objektbezogener Voraussetzungen für den Clubbetrieb (Lärm- und Brandschutz, die sanitären Anlagen, Anzahl der Parkplätze; Miet-, Pacht-, oder Kaufvertragsunterlagen über die Räumlichkeiten sind in diesem Zusammenhang ebenfalls vorzubringen)

Der Gesetzgeber summiert seine Forderungen in § 4 Absatz 1 GastG. Die Konzession wird als Neukonzession, als Konzession nach Umbauten oder als Erlaubnis für das Führen einer Gaststätte durch eine Stellvertretung vergeben. Zuständige Behörde für die Erteilung ist, je nach Standort, die Gemeinde- bzw. Stadtverwaltung oder das Landratsamt.

Beachten Sie, dass Sie im Falle von Personengesellschaften (GbR, KG, OHG, PartG, GmbH & Co. KG) für jeden der geschäftsführenden Gesellschafter eine eigene Erlaubnis beantragen müssen und Sie folglich alle erforderlichen Nachweise der Unbedenklichkeit von allen Gesellschaftern erbringen müssen.

Bei juristischen Personen (GmbH, Unternehmensgesellschaften, AG, eingetragene Genossenschaften) muss das Antragsformular nur für die juristische Person selbst ausgefüllt werden. 

Laut § 18 Absatz 1 GastG dürfen die Landesregierungen für Schank- und Speisewirtschaften sowie für öffentliche Vergnügungsstätten eine Sperrzeit festsetzen. Erkundigen Sie sich, welche Rechtslage an Ihrem Standort gilt und inwiefern diese Ihr operatives Geschäft beeinträchtigt. In welchem Einzugsgebiet befindet sich Ihr geplanter Standort, ist mit Anwohnerbeschwerden zu rechnen? Wie fügen Sie sich als Club in die bestehende Szene ein, gibt es sinnvolle Ergänzungen oder bereits ein Überangebot?

Ein solides Marketingkonzept im Vorfeld Ihrer geplanten Eröffnung ist ebenfalls Bestandteil Ihres Businessplans. Machen Sie deutlich, welche Kanäle (online und offline) Sie nutzen wollen, um Ihre Bar oder Lounge bekannt zu machen. Nutzen Sie Social Media-Präsenzen (Facebook, Twitter, Instagram, LinkedIn), Google My Business, aber auch Radio, Printmedien und hier besonders Stadt- und einschlägige Szenemagazine.

Die häufigsten Rechtsformen, die für Clubgründungen gewählt werden, sind die des Einzelunternehmens, die Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), die GmbH oder die Unternehmergesellschaft (UG). Beachten Sie, dass Sie als Einzelunternehmer im Kleingewerbe persönlich haften. Um dies zu vermeiden, können Sie alternativ eine GmbH (als sogenannte 1-Mann-GmbH) oder eine Unternehmergesellschaft (UG) gründen.

Was im Gastgewerbe ohnehin gilt, betrifft Clubbetreiber gleichermaßen - der Erfolg steht und fällt nicht nur mit dem Konzept, sondern auch mit Ihrem Team. Vom Management über das Booking und die Künstlerbetreuung bis hin zum Tresen- und Türpersonal müssen unterschiedliche Posten verantwortungsvoll besetzt werden und auch in Ihrer Finanzkalkulation entsprechend berücksichtigt werden.

Das geflügelte Wort "Arbeiten, wo andere Feiern" ist ein nur bedingt positives. Bedenken Sie die persönlichen Risiken, die eine Tätigkeit in der Gastronomie- und Veranstaltungsbranche mit sich bringen und zeigen Sie, wie Sie sich darauf vorbereiten. Haben Sie genügend persönliche Distanz, um in einem "berauschten" Umfeld Ihr Tagesgeschäft zu leisten? Ist Ihr Privatleben stabil, um Nachtarbeit und Arbeit am Wochenende auszuhalten? Adressieren Sie alle Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Ihrer avisierten Selbständigkeit. 

Im unternehmerischen Kontext können Sperrzeiten, die unsichere Immobilienlage für kommunale Kunst- und Kulturbetriebe (das Phänomen des "Clubsterbens") und eigene Fehlentscheidungen Ihr Club-Projekt unter Umständen gefährden. Letzterer Punkt gründet sich insbesondere in der Tatsache, dass viele Gastronomen und Clubbetreiber zu schnell langjährige Lieferantenverträge schließen, die sie an ein Produkt binden, das sich in der Praxis vielleicht als unbeliebt erweist und infolgedessen nicht lukrativ.

Notwendige Baumaßnahmen und eine ansprechende sowie behördengerechte Ausstattung sind die größten Investitionsposten mit denen Sie sich zu Beginn Ihrer Finanzplanung auseinandersetzen müssen. Wie viel Eigenkapital ist verfügbar und welche Summe müssen Sie extern zuführen?

Je nach persönlichen Vorbedingungen können Sie sich um staatliche Förderprogramme und Zuschüsse wie den ERP-Gründerkredit StartGeld, den Mikromezzaninfonds oder den Gründungszuschuss bewerben.

Kalkulieren Sie alle Kosten vor der Gründung (Kosten für Dokumente und Genehmigungen laut § 4 Gaststättengesetz) und für die ersten drei Geschäftsjahre (Miete, Personal, Wareneinsatz, Versicherungen vs. Umsatz). Womit werden Sie maßgeblich Ihren Umsatz erwirtschaften? Getränkeverzehr oder Ticketpreise? Die Erfahrung vieler Clubs zeigt, dass eine solide Mischkalkulation die besten Umsatzergebnisse erzielt. Wie viel Umsatz muss im Durchschnitt erwirtschaftet werden, damit Ihre laufenden Kosten für Miete, Strom, Personal, Wareneinsatz, Gagen, GEMA etc. gedeckt sind? Rechnen Sie einige Modelle und Auslastungsszenarien durch.

Über unser Businessplan Tool können Sie sich kostenlos Ihre individuelle Businessplan Vorlage erstellen.

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