Titelbild
28.09.2010

Unternehmensnachfolge: Senior-Unternehmer nicht genug vorbereitet

Für jeden Unternehmer stellt sich früher oder später die Frage nach dem passenden Nachfolger. Im Mittelstand verzeichnete die IHK bereits 2009 13% mehr Unternehmensnachfolgen als im Jahr davor - Tendenz steigend. Den richtigen Nachfolger zu finden, ist für viele Unternehmen jedoch immer noch sehr schwer. Im „Report zur Unternehmensnachfolge 2010“ zeigt der DIHK die Gründe dafür auf.

Für jeden Unternehmer stellt sich früher oder später die Frage nach der Unternehmensnachfolge - vor allem im Mittelstand. Hier verzeichnete die IHK bereits 2009 13% mehr Unternehmensnachfolgen als im Jahr davor - Tendenz steigend. Den passenden Nachfolger zu finden, ist für viele Unternehmen jedoch immer noch sehr schwer. Im „Report zur Unternehmensnachfolge 2010“ zeigt der DIHK, was die größten Hemmnisse im Mittelstand sind.

Dass es vielen Unternehmen schwerfällt, den passenden Nachfolger zu finden, hat verschiedene Gründe. Wie die Studie des DIHK zeigt, mangelt es vielen Senior-Unternehmen an der optimalen Vorbereitung für die Unternehmensübergabe. 46% der Unternehmer zeigen sich nicht rechtzeitig vorbereitet. Dafür ist nicht zuletzt die Wirtschaftskrise verantwortlich. 48% der Senior-Unternehmen haben aufgrund der instabilen wirtschaftlichen Lage die Vorbereitung im letzten Jahr zurückgedrängt und die Übergabe bewusst verzögert. Ein weiteres Hemmnis in Sachen Unternehmensnachfolge sind die überzogenen Preisvorstellungen der Senior-Unternehmer. Laut IHK gehen 36% mit einem zu hohen Unternehmenswert in die Nachfolgeverhandlungen.

Für Existenzgründer bietet die Unternehmensnachfolge zwar eine gute Möglichkeit der Selbstständigkeit, doch trotzdem kommt sie aufgrund der Risiken für viele nicht in Frage. 59% der potenziellen Nachfolger beklagen Schwierigkeiten mit der Finanzierung und 40% unterschätzen einfach die Anforderungen. Die Angst scheint in einigen Fällen auch berechtigt: nach der Übergabe sehen sich Nachfolger zum Teil mit scheinbar unlösbaren Problemen konfrontiert. Wie die IHK feststellt, haben 34% der Nachfolger den Investitionsbedarf schlichtweg unterschätzt und 27% den Restrukturierungsbedarf nicht bedacht. 25% verlieren Stammkunden und 19% haben Konflikte mit dem Senior-Unternehmer. 19% entwickeln das Unternehmen einfach nicht weiter. Auch über Schwierigkeiten mit den bereits bestehenden Mitarbeitern wird von den Nachfolgern geklagt (12%).

Über den Autor

Kristin Lux