17.09.2010

Pensionsverpflichtungen belasten Mittelstand

Was Pensionsverpflichtungen und Betriebsrenten angeht, so sind nicht nur große Unternehmen gefragt, sondern auch der Mittelstand steht vor einem dringenden Handlungsbedarf. Eine Studie zeigt nämlich jetzt, dass die Ausfinanzierung von Rentenansprüchen gerade von kleinen Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt wird. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz soll die Unternehmen zum Umdenken bewegen.

Was Pensionsverpflichtungen und Betriebsrenten angeht, so sind nicht nur große Unternehmen gefragt, sondern auch der Mittelstand steht vor einem dringenden Handlungsbedarf. Eine Studie zeigt nämlich jetzt, dass die Ausfinanzierung von Rentenansprüchen gerade von kleinen Unternehmen eher stiefmütterlich behandelt wird. Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz soll die Unternehmen zum Umdenken bewegen.

Eine von Allianz Global Investors und dem Versorgungswerk MetallRente durchgeführte Unternehmensbefragung zeigt, dass vor allem die KMU im Gegensatz zu DAX-Unternehmen zu wenig über die Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen nachdenken. Nur etwa ein Drittel der befragten Unternehmen verfügt über separat angelegtes Deckungsvermögen für die Rentenansprüche der Mitarbeiter. Im Vergleich: bei DAX-Unternehmen liegt dies bei 66%. Die Unternehmen, die ihre Verpflichtungen ausfinanziert haben, entscheiden sich laut Studie meist für sperrige Rückdeckungsversicherungen. Finanzwirtschaftliche Motive spielen leider nur eine untergeordnete Rolle bei der Gestaltung von Versorgungssystemen.

Die im Moment nicht bedachte Vorsorge kann für die Unternehmen jedoch später zum Nachteil werden. Wenn zu einem Zeitpunkt viele Mitarbeiter in Rente gehen und es dem Unternehmen eventuell wirtschaftlich nicht gut geht, dann muss Geld für die Pensionsverpflichtungen vom Cash Flow genommen werden. Eine Änderung verspricht die Einführung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes (BilMoG). Dies soll auch mittelständischen Unternehmen den bilanziellen Nutzen von Ausfinanzierungsmöglichkeiten deutlich machen. Eine Lösung wäre dann eine Saldierung von Pensionsverpflichtungen im Rahmen einer Treuhandlösung, was zu einer Verbesserung des Bilanzbildes führen könnte.

Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmer aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.