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03.02.2014

unternehmenswelt Gründer-Story "Roland Schmidt"

In der Gründer-Story von unternehmenswelt.de stellt sich heute Roland Schmidt vor. "Die Situation war fatal, kein Eigenkapital, negative Schufa nach einer Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung und Verbindlichkeiten" Und doch hat Roland Schmidt den Weg in die Selbstständigkeit gewagt. "Die Anlaufzeit für die schwarze „Null“ dauert 3 Jahre." Wie Roland Schmidt es geschafft hat, berichtet er exklusiv in seiner Gründer-Story auf unternehmenswelt.de

unternehmenswelt Gründer-Story "Roland Schmidt"

1) Wie kam es zu Ihrer Geschäftsidee?

Roland Schmidt: Die eigentliche Idee war der Situation zuzurechnen, dass ich berufsunfähig wurde. Keine Stimme mehr, Sehvermögen beschädigt, keine Aussicht auf Weiterbeschäftigung, ich hatte noch 6 Monate ALG I Anspruch und keine Perspektive denn ich war gerade 51 Jahre.

Aber ich war bereits Rei-Ki Meister und hatte gerade die Einweihung zum Shamballa Meister erhalten. Also mein vierter Beruf. Diese Ausbildung dauerte 6 Jahre und war eigentlich zur persönlichen Entwicklung bestimmt und zur Hilfe für andere Menschen von Zeit zu Zeit.

Also blieb nur eines übrig, Rücksprache halten mit meinen geschätzten Lehrern aus dem Haus Lichtpunkt Urak und Bateka und Verhandlungen mit dem Arbeitsamt aufnehmen. Die Situation war fatal, kein Eigenkapital, negative Schufa nach einer Privatinsolvenz mit Restschuldbefreiung und Verbindlichkeiten aus dem Schuldenbereinigungsverfahren, Gerichtskosten e.t.c..

Überall Kopfschütteln, Ablehnung. Kein Jobangebot (LMS-Schlosser, E-Monteur, Handelsfachwirt (IHK) sind meine Berufe). Die Eingliederungsmitarbeiterin des Arbeitsamtes hatte Mitleid und sagte:"Machen Sie sich selbstständig" Ich habe gedacht: Auch das noch, dass ging schon mal schief. Aber was tun die Zeit lief und ich musste eine Entscheidung fällen. Übergangsgeld beantragen, den Businessplan schreiben und Ausnahmegenehmigung bei dem Gesundheitsamt einholen.

Die Dame dort war sehr nett und staunte über meine Ausbildung, sie hatte noch nie solche Urkunden gesehen und erteilte die Ausnahmegenehmigung. Daraufhin fasste ich Mut und begann am 01.05.2010.

Mittlerweile unterrichte ich als Rei-Ki Lehrer selber Menschen und begleite Sie auf ihrem Lebensweg. Insgesamt hat die Ausbildung 12.000 € gekostet, dank der Hilfe meiner Frau und vieler Menschen die bereit waren meine Leistung finanziell zu begleiten, dafür bin ich zutiefst dankbar.

2) Wie sind Sie an die Erstellung vom Businessplan herangegangen?

Roland Schmidt: Dank der tollen KFW – Beraterin Frau Nadine Rudat habe ich riesige Unterstützung erhalten.

Ich habe einfach Grundausgaben aufgeschrieben und den monatlichen Bedarf ermittelt. Da sich ein Fehlbetrag ergab, startete ich trotzdem. Ich hatte keine andere Wahl als anzufangen.

Übergangsgeld des Arbeitsamtes war eine Unterstützung, genügte aber nicht die Kosten zu decken.

3) Was haben Sie bei der Gründung möglicherweise unterschätzt?

Roland Schmidt: Ohne Eigenkapital ist die Unternehmensgründung sehr schwer. Die Zahlungsmodalitäten sind sehr schwer einzuhalten und die Liquidität reicht nie.

Banken sind keine Dienstleister sondern Unternehmensbremser ohne Risikobereitschaft.

Die Anlaufzeit für die schwarze „Null“ dauert 3 Jahre. Das Marketing für das eigene Unternehmen ist eine extra Aufgabe und muss genauso beachtet werden, wie die Zahlen. Die Korrektur kostet später viel Geld, habe ich gerade gelernt. Den Businessplan anpassen und Zahlen nachrechnen, kostet auch im nachher Geld lerne ich gerade.

4) Gibt es eine bestimmte Philosophie, nach der Sie als Unternehmer handeln?

Roland Schmidt: Meine Philosophie ist einfach „Die Gunst der Heilung“

5) Welche Möglichkeiten der Finanzierung haben Sie, welche Quellen stehen Ihnen zur Verfügung?

Roland Schmidt: Für mich sehe ich derzeit keine Bank die mein Vorhaben unterstützen würde. Ich will es auch nicht, weil neue Abhängigkeiten entstehen. Meine Kunden sind meine Bank. Wahrscheinlich wäre ein privates Beteiligungsmodell denkbar, darüber werde ich später entscheiden.

6) Welche Beratungen haben Sie bei der Gründung genutzt?

Roland Schmidt: Beratung erhielt ich durch die KfW-Beraterin Nadin Rudat, die IHK Rostock, meine Frau, meine Lehrer, Kunden und natürlich durch unternehmenswelt.de.

7) Wie machen Sie auf sich aufmerksam?

Roland Schmidt: Ich arbeite zurzeit an meiner Website rei-ki-mobil.com und setze auf Mund zu Mund Propaganda. Mein zweites Standbein in Teltow in der Praxis MEMANDO entwickelt sich gut. Mit Facebook und ähnlichen Netzwerken sammele ich gerade Erfahrungen.

8) Welche weiteren Marketingmaßnahmen planen Sie?

Roland Schmidt: Künftig plane ich regelmäßige Veranstaltungen zur Information und Ausbildung auch mit der Bildungsdatenbank MV(Bildungsgutschein). Außerdem wird es auch Onlinerepräsentationen über meine Arbeit geben.

9) Wie haben Sie sich die Kenntnisse der Buchführung angeeignet?

Roland Schmidt: Ein heikles Thema das während meiner Ausbildung zu wenig Berücksichtigung fand. Hier bin ich tatsächlich auf die Zuarbeit meiner Steuerberaterin angewiesen.

Wir bedanken uns bei Roland Schmidt und wünschen weiterhin viel Erfolg!

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Sven Philipp