03.07.2014

Das Crowdfunding von ProtonMail und eine Kontosperrung durch Paypal

ProtonMail sammelt über Indiegogo Geld für einen verschlüsselten E-Mail-Dienst. Paypal sperrte nun vorübergehend den Account zur Zahlungsabwicklung.

Zur Erweiterung der Kapazität eines verschlüsselten E-Mail-Denstes betreibt das Schweizer Unternehmen ProtonMail ein Crowdfunding-Projekt auf Indiegogo. Am Montag den 30.06.2014 kam es nun zu einem Zwischenfall bei der Zahlungsabwicklung über Paypal. Der Zahldienst sperrte zeitweise das Konto über das Protonmail die Zahlung für das Crowdfunding zum Teil abwickelt.

Das schweizerische Unternehmen ProtonMail betreibt seit dem 17.06.2014 ein Crowdfunding-Projekt für einen verschlüsselten E-Mail-Dienst auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo. Der Dienst soll so funktionieren, dass die Nutzer ihn im Browser öffnen können wie andere gängige Email-Dienste. Die Daten sollen jedoch direkt auf den Rechnern von Sender und Empfänger verschlüsselt werden, so dass, wer die Mails unbemerkt mitlesen will, bei einem Zugriff auf den Server nur verschlüsselte Daten erhält. Anlass zu der Entwicklung, an der Wissenschaftler des europäischen Kernforschungszentrum Cern in Genf mitarbeiten, war die NSA-Affäre. Da der Dienst aus Sicherheitsgründen nur über die eigenen Server in der Schweiz betrieben wird, ist die Kapazität von Protonmail bisher sehr beschränkt. Um diese zu erweitern, hatte man nun eine Crowdfundingkampagne angesetzt, bei der die Unterstützer in die Zukunft des Untermehmens investieren können.

Als Fundingschwelle waren zunächt 100.000 Dollar angesetzt, um sie in den Kauf und Bau von Servern zu investieren. Sollte mehr Geld zusammen kommen, soll dieses für die Einrichtung von Mailkontos verwendet werden, die gegen Bezahlung den Erwerb von mehr Speicherplatz ermöglichen. Stufenweise wurden für die Umsetzung weiterer Optionen mehrere Stretchgoals gesetzt, wobei man mit 300.000 Dollar mittlerweile das zweite erreicht hat. Durch das erreichte erste Stretchgoal von 200.000 Dollar soll das Limit für monatlich versendbare Mails für jeden Nutzer verdoppelt werden, mit dem zweiten soll es ermöglicht werden, ProtonMail in die eigene Website zu integrieren. Das letzte Stretchgoal liegt bei einer Million US-Dollar. Wird dieses auch erreicht, soll die Verschlüsselung und das Teilen von Dateien möglich werden. Auch die Investitionsbeträge sind gestaffelt und jeweils mit einer bestimmten Belohnung für die Unterstützer verbunden. Vom T-Shirt über das Aufrücken in der Warteliste bis hin zum privelegierten Zugang zu den zukünftigen Angeboten, gibt es verschiedene Möglichkeiten bei diesem reward-based Crowdfunding.

Mittlerweile hat man bei der Hälfte der Laufzeit ca. 350.000 Dollar eingespielt und es zeichnet sich ein erfolgreicher Verlauf des Crowdfundings ab, allerdings kam es am Montag den 30.06.2014 zu einem Zwischenfall. Paypal hatte das Konto von ProtonMail gesperrt über das die Investoren ihre Zahlungen für das Crowdfunding abwickelten. Laut Angaben des Schweizer Technologie-Startups habe ein Mitarbeiter von Paypal die Legalität des Angebots verschlüsselter Emails in Frage gestellt haben. Seit einigen Monaten hat Paypal seine Geschäftbedingungen an Crowdfundingprojekte angepasst, die ihren Zahlungsverkehr über den Bezahldienst abwickeln. So muss zum Beispiel deutlich werden, dass das Crowdfunding auch scheitern kann. Offiziell gab Paypal ein technisches Problem als Grund für die Sperrung an. Mittlerweile ist die Zahlungsabwicklung für das Crowdfunding von Protonmail nun wieder verfügbar. Auch vor der Anpassung der Paypal-Regeln an Crowdfunding-Projekte war es schon zu Schwierigkeiten gekommen. So wurde 2013 dem Spielestudio Nyu Media ebenfalls das Konto gesperrt. Da bei Paypal der Käuferschutz hohen Stellenwert genießt, steht die Absicherung gegenüber den Forderungen möglicher unzufriedener Kunden bei dem Bezahldienst im Vordergrund.

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Stephan Leistner

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