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15.06.2020

Mutmacher Story: Franchise Mary Poppins

Mary Poppins, die erfolgreiche Personalvermittlung für Privathaushalte, bietet Franchise-Partnern auch in Corona-Zeiten eine sichere Selbstständigkeit. „Eine Partnerschaft mit uns ist nicht nur krisenfest, sondern bedeutet auch Freiheit.“ Welche Freiheiten er meint, erzählt uns Oliver Ehrcke, Franchisegeber und Geschäftsführer, im Gespräch.

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Mary Poppins-Team bei der Partnertagung November 2019

Hallo Oliver. Seit über 20 Jahren vermittelt ihr mit eurer Agentur Mary Poppins Personal an Privathaushalte. Welche Herausforderungen stellen sich Mary Poppins in der Corona-Pandemie?

Hallo Iris. Nun, natürlich fühlten wir Mitte März eine innere Unsicherheit, wie wohl fast alle. Mit Erleichterung konnten wir aber schnell feststellen, dass unsere Branche weiterhin nachgefragt wurde. Leichte Einbrüche gab es bis Ende April, danach zeigten sich alle Franchiseunternehmen stabil. Manche konnten ihre Nachfrage sogar erhöhen. Insgesamt zeigt sich: Unsere Branche Personalvermittlung für Privathaushalte war und ist weiter nachgefragt. Letztlich ist ein bewegter Arbeitsmarkt für uns als Personalvermittelnde ja auch von Vorteil.         

Wie reagiert ihr auf die derzeitigen Beeinträchtigungen? Wie hat sich euer Tagesgeschäft als Franchise-Geber verändert?

Unser Tagesgeschäft hat keine Beeinträchtigungen. Fast alle Franchise-Partner arbeiten in ihren eigenen Einzelbüros. Bei Vorstellungsgesprächen mit Personal oder bei Gesprächen mit Arbeitgebenden achten wir selbstverständlich auf Mindestabstände und auf die allgemein gültigen Hygieneregeln. Das empfinden wir jedoch nicht als Beeinträchtigungen.     

Wie geht es euren Franchise-Nehmern? Macht ihr ihnen besondere Unterstützungsangebote? In welchem Umfang konnte das vermittelte Personal seiner Tätigkeit überhaupt nachgehen?

Oliver Ehrcke mit Heike Lengenfelder, Franchisepartnerin in Erlangen/Nürnberg

Wir haben ab Mitte März die bilaterale und multilaterale Kommunikation und Beratung mit unseren Franchise-Partnern sehr verstärkt. In Telefonaten sowie in gemeinsamen Video-Konferenzen. Wir alle mussten notwendige Einschränkungen in unseren Sozialkontakten hinnehmen. Umso mehr haben die Videokonferenzen in dieser Zeit allen Partnern gutgetan und den Teamgeist, die Gemeinschaft und die Solidarität noch mehr gestärkt.

Zudem haben wir antizyklisch verstärkt Werbung geschaltet. Zum einen um die Marke Agentur Mary Poppins weiter zu stärken, zum anderen um die deutlich gesunkenen Werbepreise zu nutzen.

Das vermittelte Personal konnte seiner Arbeit weiter nachgehen. In seltenen Fällen wurde das Personal von den Arbeitgebern unter Lohnfortzahlung freigestellt. Aber so oder so: Wir sind Personalvermittler und bekommen Provisionen für gute und erfolgreiche Vermittlungen. Wir beschäftigen also selbst nicht das Personal, welches bei den Kunden angestellt ist. Ein großer Wettbewerbsvorteil in solchen Zeiten. 

Ist es derzeit schwierig, neue Partner zu gewinnen? Macht ihr potenziellen Partnern besondere Angebote? 

Wir haben seit Mitte März die Werbung für die die Neupartner-Akquise temporär ausgesetzt. Die stabilen Umsätze und Gewinne in den aktuellen BWAs unserer Franchise-Partner zeigen jedoch, dass sich die Agentur Mary Poppins in diesen stürmischen Zeiten geradezu als ein Fels in der Brandung beweist. Du kannst dir vorstellen, dass wir darüber sehr froh sind. Somit werden wir in Kürze weitere Neupartner-Akquisen anstoßen.

Unser Franchise-Angebot ist aus meiner Sicht jetzt sogar noch attraktiver geworden: Eine Partnerschaft mit der Agentur Mary Poppins ist nicht nur krisenfest, sondern bedeutet auch Freiheit: Die Freiheit eines eigenen Einzelbüros, indem du entsprechend keine Maske tragen musst. Die Freiheit selbst zu bestimmen, wann du arbeitest. Und halt kein Vorgesetzter, der Schicht – oder Wechseldienst für dich anordnet. Die Freiheit selbst zu bestimmen, ob du in dein eigenes Büro fährst oder dich selbstbestimmt für Home-Office entscheidest. 

Im letzten Jahr habt ihr euer Modell internationalisiert, ihr habt eine Agentur in der Schweiz eröffnet. Welche Unterschiede siehst du auf den beiden Märkten Deutschland und Schweiz?

Ich sehe keine signifikanten Unterschiede. Aber die Betreuung unserer Schweizer Franchise-Partnerinnen übernimmt unsere Master-Franchisepartnerin Martina Schwab. Die Frage könnte sie viel besser beantworten. 

Nehmt ihr als Lizenzgeber staatliche Hilfen in Anspruch? 

Fast alle Agenturen erfüllen – zum Glück – überhaupt nicht die Voraussetzungen für staatliche Hilfen, da die Umsätze und Gewinne nicht oder wenn, nur leicht und temporär, gesunken sind. 

Welche Rolle spielen digitale Tools für euch? Hat sich in Punkto Digitalisierung aufgrund der Corona-Pandemie etwas verändert? 

Wir waren digital schon vorher gut aufgestellt. Unsere Mary Poppins-Datenbank ist bereits seit 10 Jahren internetbasiert und so können unsere Franchise-Partner von überall darauf zugreifen. Und passenderweise haben wir schon 2019 das Mail-Programm für unsere Franchise-Partner auf Outlook365 umgestellt. Wer Home-Office machen wollte, konnte das mit diesen beiden vorhandenen Tools sofort tun.

Was wir aber Ende März neu eingeführt haben, sind die gemeinsamen Video-Konferenzen mit allen Partnern. Diese werden wir auch auf Dauer beibehalten.

Wenn du einen Blick in die Zukunft wirfst: Was glaubst du, wie es euch und euren Franchise-Partnern in sechs Monaten wirtschaftlich gehen wird?

Oliver Ehrcke, Franchisegeber und Geschäftsführer Mary Poppins

Ich bin zuversichtlich, dass sich unsere bisherige Entwicklung bestätigen wird und die Umsätze und Gewinne unserer Franchise-Partner auf dem Vorjahresniveau liegen werden oder diese übertreffen. Ein sich bewegender Arbeitsmarkt ist aus unserer beruflichen Sicht als Personalvermittler spannend. 

Auch ist in aktuellen Umfragen erkennbar, dass zurzeit mehr Berufstätige als sonst mit einer Veränderung liebäugeln. Hier bietet die Agentur Mary Poppins mit der Franchise-Partnerschaft ein jetzt umso mehr erfolgserprobtes Geschäftskonzept. Schon im August startet eine neue Franchise-Partnerin am neuen Standort Braunschweig.

In unserem letzten Interview fragten wir nach deinem bisher schönsten unternehmerischen Erlebnis. Heute fragen wir nach der bisher schwierigsten unternehmerischen Herausforderung.

In den nunmehr 22 Jahren als Unternehmer gab es schon so manche Herausforderungen, die ich anzunehmen und zu meistern hatte. Da weiß ich jetzt gar nicht, ob Corona die größte war. (lacht) Aber im Ernst, wir alle haben mitverfolgt, wie durch die Pandemie und die darauf erfolgten politischen Maßnahmen plötzlich unser gesamtes gesellschaftliches Leben auf den Kopf gestellt wurde. Wir erlebten und erleben immer noch eine kollektive Form von Angst. Es war auch für mich ganz persönlich eine Herausforderung, damit umzugehen, einen kühlen Kopf zu bewahren und darüber hinaus die Krise als Chance zu sehen. Wie es übrigens auch das chinesische Schriftzeichen für „Krise/Gefahr“ nahelegt, denn es bedeutet zugleich auch „Chance“!

Welchen Rat gibst du anderen Unternehmern für ihr Krisenmanagement mit auf den Weg?

Auch in solchen herausfordernden Zeiten, wie wir sie aktuell durch die Corona- Pandemie erleben, hat es mir und letztlich auch den Franchisepartnern geholfen, nach der ersten „Schockstarre“ sprichwörtlich die Ärmel hochzukrempeln und proaktiv mit der Situation umzugehen. Es ist ungemein wichtig - gerade in Krisenzeiten -, an sich und sein Unternehmen zu glauben und dafür zu kämpfen. Als Franchiseunternehmen mit insgesamt 16 Standorten in Deutschland konnten wir zudem unsere (Wo-)menpower zusammenführen und uns gegenseitig in dieser Krise stärken, Mut zusprechen, wo Zusprache erforderlich war und Ideen austauschen.

Herzlichen Dank für das positive und ermutigende Gespräch, Oliver!

Das sagen die selbstständigen Franchisepartner*innen der Agentur Mary Poppins

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Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.