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17.04.2020

Mutmacher Story: Silvia Fritzsch von Familie und ich

„Digitaler werden, wo immer es sinnvoll, möglich und rechtlich zulässig ist.“ Das ist die Empfehlung von Silvia Fritzsch von "Familie und ich". Wie es der Heilpraktikerin für Psychotherapie in der Krise geht, erzählt sie uns im Gespräch.

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Hallo Silvia, welche unmittelbaren Auswirkungen hat die aktuelle Corona-Krise auf dein Unternehmen und Tagesgeschäft?

Silvia Fritzsch von Familie und ich

Aktuell muss ich natürlich alle geplanten Seminartermine absagen, und es kommen keine Klienten in die Praxis.

Dennoch wird mir nicht langweilig – ich halte Vorträge als Livestream, gebe Einzelcoachings via Skype und nutze die Zeit zur Konzeption neuer Seminare für Eltern, beispielsweise zum Thema Bindung oder Stressbewältigung im Familienalltag.

Gibt es dennoch wirtschaftliche Auswirkungen auf dein Unternehmen? Und fühlst du dich von der Bundesregierung ausreichend unterstützt in der Bewältigung der aktuellen Situation?

Natürlich habe auch ich Umsatzeinbußen durch abgesagte Seminare und ausbleibende Klienten. Darüberhinaus ruhen derzeit alle Anfragen von Kindertagesstätten für Inhouse-Fortbildungen. Da ich meine Praxis jedoch nebenberuflich betreibe, beanspruche ich keine Unterstützungsleistungen der Bundesregierung.

Was genau wünschst du dir jetzt vom Gesetzgeber und allen für Unternehmer relevanten nachgestellten Behörden?

Ich wünsche mir schnelles Handeln, pragmatische Lösungen und Unterstützung in erster Linie da, wo sie wirklich gebraucht wird.

Was glaubst du, wie wird es deinem Unternehmen in sechs Monaten wirtschaftlich gehen? Ist deine Prognose eher optimistisch oder pessimistisch und warum?

Ich bin generell optimistisch und gehe momentan davon aus, im Sommer wieder Seminare und auch persönliche Einzeltermine anbieten zu können. Neben dem Gordon-Familientraining mit den Schwerpunkten Bedürfnisorientierung und Konfliktlösungen ohne Verlierer sind ein Kursangebot für werdende Eltern zum Thema „Sichere Eltern-Kind-Bindung von Anfang an“ sowie einen Abendworkshop für Paare zum Thema „Eltern werden – (Liebes)Paar bleiben“ fest geplant.

Erkennst du vielleicht sogar Chancen, neue Wege oder eine neue Herangehensweise, die du aufgrund der Corona-Krise als Unternehmer jetzt verstärkter wahrnimmst?

Meine digitalen Angebote nehmen zu. Das Gordon-Familientraining für Eltern biete ich inzwischen via Skype oder telefonisch an, allerdings habe ich das auch schon vor der Corona-Krise getan, da einige Interessenten in ihrem Umkreis keine autorisierten Gordon-Familientrainer haben.

Gerade durch die Schließung von Kindergärten und Schulen verbringen Familien momentan sehr viel mehr Zeit miteinander und zwar auf sehr viel engerem Raum als vorher. Da sind Konflikte vorprogrammiert. Wie diese so gelöst werden können, dass den Bedürfnissen aller Familienmitglieder Rechnung getragen wird und das Familienklima keinen bleibenden Schaden erleidet, ist momentan ein Themenschwerpunkt in den Beratungen.

Wie kommunizierst du deinen Kunden die besondere Ausnahmesituation?

Sowohl auf meiner Website als auch in den regionalen Zeitungen weise ich darauf hin, dass gegenwärtig keine Angebote in der Praxis stattfinden können, ich aber telefonisch oder per Email gern zur Verfügung stehe. Eine psychotherapeutische Begleitung ist aus rechtlichen Gründen jedoch nur nach vorherigem persönlichen Kontakt möglich, rein online-basiert ist sie unzulässig, Stichwort „Fernbehandlungsverbot“.

Du hast bereits Skype und Livestreams als digitale Tools erwähnt. Bekommt Digitalisierung für dich und dein Geschäftsmodell einen neuen Stellenwert?

Digitalisierung bekommt auf alle Fälle einen neuen Stellenwert. Als digitale Tools nutze ich, wie gesagt, Skype für die Einzeltrainings. Da ich als Referentin bereits seit vielen Jahren sehr eng mit der Volkshochschule SüdOst zusammenarbeite, haben wir kurzfristig alle Vortragsangebote auf Livestreams umgestellt, beispielsweise meinen Vortrag zum Thema „Trotzphase“. Außerdem habe ich zwei neue Vorträge für Eltern mit Bezug zur aktuellen Corona-Situation konzipiert – zum einen „Unsicherheiten und Ängste von Kindern und Jugendlichen gut begleiten“ und zum anderen „Konflikte in Krisensituationen gemeinsam meistern“. Beide Angebote laufen über das Online Meeting Tool „Zoom“ und wurden von den Teilnehmern sehr gut angenommen.

Rückblickend auf deine bisherige Selbstständigkeit und ihr unternehmerisches Risiko - Ist die Corona-Krise dein schwerster Meilenstein oder gab es Ereignisse, die für dich ähnlich gravierende Bedeutung hatten?

Die Corona-Krise ist die bislang größte Herausforderung.

Was ist dein wichtigster Rat, den du anderen Gründern und Unternehmern für ihr Krisenmanagement mit auf den Weg geben möchtest?

Digitaler werden, wo immer es sinnvoll, möglich und rechtlich zulässig ist, Kontakt zu den Klienten halten, sei es über Blogbeiträge oder Newsletter, Unterstützungsmöglichkeiten durch die Bundesregierung ausloten und ggf. beantragen und natürlich: optimistisch bleiben!

Danke für deinen ansteckenden Optimismus und dafür, dass du deine Bewältigungsstrategien hier teilst, Silvia!

Wir haben euch "Familie und ich" im März 2019 bereits ausführlich vorgestellt. Hier kannst du das ursprüngliche Interview mit Silvia Fritzsch nachlesen. 

Willst auch du deine Erfahrungen in der Corona-Krise auf unternehmenswelt.de erzählen?

Die Unternehmerstorys auf unternehmenswelt.de berichten regelmäßig über unternehmerische Erfahrungen. Voraussetzung für einen Bericht über ein Unternehmen ist die Bereitschaft, gemachte Erfahrungen mit anderen Unternehmern zu teilen. Du hast Interesse, dass auch deine Mutmacher Story veröffentlicht wird? Dann sende uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Mutmacher Story" an service@unternehmenswelt.de. Wir melden uns anschließend bei dir!

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Über den Autor

Iris Kirchhoff

Ich bin seit Anfang 2020 im Redaktionsteam der unternehmenswelt.de, wo ich mich vorrangig um die Unternehmerstories kümmere. Ich habe selber 13 Jahre lang einen inhabergeführten Einzelhandel verantwortet und weiß, wie der Alltag eines Unternehmers aussieht. Schreiben kann ich, weil ich nach meinem Studium der Filmwissenschaften, American Cultural Studies und Publizistik als Pressereferentin und Texterin für deutsche und internationale Unternehmen tätig war.