15.04.2021

Mit diesen 10 Soft Skills bewältigen Mitarbeiter die digitale Transformation

Mitarbeiter brauchen Soft Skills, um mit der beschleunigten Digitalisierung in der Corona-Krise Schritt zu halten. So machst du dein Team digital fit. Aktuelle Studienergebnisse bescheinigen dem Digitalisierungsgrad kleiner Unternehmen ein gutes Zeugnis. Während Chefs voran preschen, geht Mitarbeitern die Luft aus. Nutze diese Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten.

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Digitale Fertigkeiten schärfen

Digitalisierungsturbo zündet, aber nicht überall gleich schnell

Die Digitalisierung in Unternehmen hat im Zuge der Corona-Krise deutlich an Fahrt gewonnen. Das zeigen vergleichende Studienergebnisse des Capgemini Research Institute im Zeitfenster 2018 - 2020. Befragt wurden weltweit 1.000 Führungskräfte unterschiedlicher Branchen bezüglich ihrer Selbsteinschätzung zu ihren digitalen Fähigkeiten sowie gelungenen Prozessoptimierungen.

Die Studie orientiert sich an insgesamt vier Kategorien:

  • Talent und Organisation,
  • Unternehmensführung (Operations),
  • Innovation von Geschäftsmodellen sowie
  • Kundenerfahrung (Customer Experience) 

In allen vier Kategorien schnitten die befragten Unternehmen besser ab als noch in der Vergleichsstudie aus dem Jahr 2018. 

Einzelhandel, Telekommunikation und Automotive bestimmen digitale Aufholjagd

Als besonders herausragende Branchen in der digitalen Transformation treten der Einzelhandel (73 Prozent), die Telekommunikationsbranche (71 Prozent) und die Automobilindustrie (69 Prozent) hervor. 

Führungskräfte sehen sich branchenübergreifend den Herausforderungen einer vernetzten Welt gut gewappnet. Dies gilt für 68 Prozent der Manager von großen Konzernen und 55 Prozent in Unternehmen des Mittelstands.

Großen Nachholbedarf erkennen die Analysten allerdings nach wie vor in der Ausbildung digitaler und für die Digitalisierung wesentlicher Fertigkeiten der Mitarbeiter in den jeweiligen Unternehmen. Weniger als die Hälfte der befragten Betriebe boten ihren Beschäftigten demnach entsprechende Qualifizierungsmöglichkeiten an. 

Digitalisierungsturbo zündet branchenübergreifend / Quelle: Capgemini Research

Digitalisierungsturbo zündet branchenübergreifend

Digitalisierung mit emotionaler Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Team Work

Größter Mangel sei besonders das Fehlen einer entsprechenden Unternehmenskultur, die Innovationsmanagement nicht nur als Nice-to-have, sondern als zentrales Element ihrer Wettbewerbsfähigkeit definiert. 

Das Entwickeln neuer Ideen und Konzepte müsse noch stärker als eine Kultur des gemeinsamen Experimentierens im Geschäftsalltag integriert werden. Dazu bedarf es der Ausbildung wesentlicher Fähigkeiten wie emotionale Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und Zusammenarbeit.

Sieben Schlüsselattribute für eine erfolgreiche digitale Kultur

Die Analysten von Capgemini Research definieren eine erfolgreiche digitale Kultur anhand von sieben Schlüsselattributen:

  1. Beweglichkeit und Flexibilität,
  2. Zusammenarbeit,
  3. Kundenorientierung,
  4. Datengesteuerte Entscheidungsfindung
  5. Digital-First-Mindset,
  6. Innovation sowie
  7. eine offene Unternehmenskultur.

Zwar seien Beschäftigte inzwischen deutlich häufiger in digitale Projekte und Initiativen eingebunden (2018: 36 Prozent der Unternehmen vs. 2020: 63 Prozent der Unternehmen), die notwendigen Fähigkeiten für eine organische Handhabung und Ausübung digitaler Tools würden allerdings immer noch vernachlässigt.

Damit setzten Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit aufs Spiel. Es nützt das innovativste Digitalisierungsprogramm wenig, wenn Chefs es versäumen, ihre Mitarbeiter aktiv einzubinden bzw. nicht darauf achten, dass diese Gelegenheit erhalten die für den digitalen Wandel im Unternehmen notwendigen Fertigkeiten  zu schärfen.

Diese 10 Soft Skills braucht dein Team, damit die Digitalisierung gelingt

Springer Professional listet zehn Soft Skills, die Mitarbeitenden die Bewältigung aller mit der digitalen Transformation verbundenen Herausforderungen erleichtern sollen:

  1. Empathie und emotionale Intelligenz: Stellt Vertrauen her und ergänzt die Mensch-Maschine-Kooperation um unverzichtbare menschliche Stärken 
  2. Kommunikations- und Kollaborationsfähigkeit: Überbrückt Distanzen bei zunehmender virtueller Zusammenarbeit
  3. Neugierde und Interesse: Hilft, die rasante Entwicklung komplexer Technologien zu bewältigen
  4. Kreativität und Innovationskraft: Hilft bei der Lösung komplexer Probleme und dabei, übergreifend zu denken und zusammenzuarbeiten
  5. Mut zu Neuem und Unbekanntem: Hilft mit Unsicherheiten und Unvollständigkeiten umzugehen und schnelle Entscheidungen treffen zu können
  6. Lösungsorientiertes Denken in Optionen: Hilft, in der nicht-linearen Welt Lösungsmöglichkeiten zu erkennen, sie zu bewerten und zur Entscheidung zu gelangen
  7. Mobilität, Agilität und Flexibilität: Hilft bei der flexiblen Anpassung an schnelle Veränderungen und dabei die Veränderungen zu antizipieren
  8. Eigenverantwortung, Selbstdisziplin und Vertrauen: Ermöglicht Engagement und Teamwork in zunehmend virtuellen Arbeitssituationen
  9. Mut zu Fehlern und Misserfolgen: Verhilft zu einem professionellen Pragmatismus. Braucht die Bereitschaft zur Fehleranalyse und zum Lernen aus Fehlern.
  10. Lebenslanges Lernen und persönliche Arbeitsmarktfähigkeit: Hilft, die eigenen Möglichkeiten in den Gesamtkontext der neuen Arbeit einzuordnen und kritisch bewerten zu können.

Kenne deine Mitarbeiter und nutze z.B. praxiserprobte Change-Management-Modelle als Möglichkeit, um emotionale Barrieren abzubauen und einen offenen Ideenaustausch zu fördern. 

Zu wenige Unternehmen investieren in digitale Skills ihrer Mitarbeiter / Quelle: Capgemini Research

Zu wenige Unternehmen investieren in die digitalen Skills ihrer Mitarbeiter

Fördermöglichkeiten für die Ausbildung digitaler Fertigkeiten

Insbesondere während der Corona-Krise hast du vielfältige Optionen, um je nach Vorsituation dein Team fit zu machen für die digitale Zukunft. Mitarbeiter in Kurzarbeit fördert die Bundesagentur für Arbeit ab 2021 auf der Grundlage des neu verabschiedeten Beschäftigungssicherungsgesetzes. Demnach werden in Betrieben mit weniger als 10 Beschäftigten die Kosten für Weiterbildungen zu 100 Prozent erstattet. Für Betriebe mit 10 bis 249 Beschäftigen sind es noch 50 Prozent der Lehrgangskosten.

DIGITAL JETZT ist ein neues Förderprogramm für die Digitalisierung in kleinen Unternehmen und hat ausdrücklich die Qualifizierung deiner Mitarbeiter im Blick (Fördermodul 2). Die maximale Fördersumme beträgt 50.000 Euro pro Unternehmen. Bei Investitionen von Wertschöpfungsketten und/oder -netzwerken kann sie bis zu 100.000 Euro pro Unternehmen betragen. Registriere dich online über https://www.digitaljetzt-portal.de/ und nimm an den monatlichen Losverfahren teil. Die nächste Ziehung findet am 15. Mai 2021 statt. Der Teilnahmezeitraum hierfür ist der 16. April 2021 Start: 08:00 Uhr bis zum 14. Mai 2021 Ende: 16:00 Uhr. Anschließend finden weitere dem Verfahren analoge monatliche Auslosungen statt.

Fördermittel für die betriebliche Weiterbildung nutzen

Corona-Krise: Betriebliche Weiterbildung enorm wichtig

Nur 40% aller Beschäftigten nahmen zuletzt eine betriebliche Weiterbildung wahr. Investiere jetzt in zukunftsfestes Know-how deiner Mitarbeiter. Ein wesentlicher Grund für fehlende Weiterbildung sind die dadurch anfallenden Kosten. Nutze verbesserte Finanzierungsbedingungen für betriebliche Weiterbildungen mit Förderquoten bis zu 100 Prozent.

Corona als Digitalisierungsbeschleuniger: Fördermittel und Trends

Krisen machen erfinderisch: Drohnen als Lagerhelfer, Multichannel-Shopping und Plattformökonomie. Sichere dir Fördermittel für dein digitales Projekt. Profitiere von günstigen Konditionen im ERP-Digitalisierungskredit und erhalte bis zu 100.000 EUR anteilige Zuschüsse im Losverfahren von "Digital Jetzt".

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Mit "Digital Jetzt" sicherst du dir finanzielle Zuschüsse bis zu 100.000 Euro für die Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen. Ob für Investitionen in Hard- und Software, Datenschutz oder die Qualifizierung deiner Mitarbeiter, "Digital Jetzt" stellt dir die notwendigen Ressourcen bereit. Wir erklären Förderrichtlinien und Bewerbungsverfahren.

Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Redakteur für die Social Startup-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig.

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