Digitalisierung: Online Angebote und Vertriebswege im Fokus

Kleine und mittlere Unternehmen sehen künftig eine dauerhafte Nachfrage nach digitalen Angeboten sowie Möglichkeiten Waren und Dienstleistungen online zu kaufen. Deshalb haben sie laut dem aktuellen KfW Digitalisierungsbericht trotz aller Schwierigkeiten der Krise die Aktivitäten ihrer Digitalisierung erhöht. International liegen sie jedoch nur im Mittelfeld.

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Digitale Angebote und Vertriebswege im Fokus

Transformation zu einer sozial ökologisch digitalen Wirtschaft

Während die aktuelle Bundesregierung einen Wandel zu einer sozialen und ökonomischen Wirtschaft anstrebt, weisst die Kreditanstalt für Wiederaufbau in ihrem Digitalisierungsbericht Mittelstand 2021 auf eine notwendige Digitalisierung hin.

Demnach muss Deutschland als rohstoffarmes Land auf seine Kreativität und technologische Leistungsfähigkeit bauen können. Nur so könne die Wettbewerbsfähigkeit und der Wohlstand Deutschlands erhalten werden.

Dabei sieht die KfW digitale Technologien als Basis für Neuerungen in breiten Teilen der Wirtschaft. "General Purpose Technologien“ gelten daher als zentraler Treiber für eine konkurrenzfähige Wertschöpfung und Wirtschaftswachstum.

Ausserdem sieht die KfW in der Digitalisierung einen Hoffnungs­träger für das Wieder­ansteigen der seit Jahren in vielen Industrieländern rückläufigen Produktivität. 

Digitalisierung der Vertriebswege im Fokus

Laut der KfW-Studie rechnet ein grosser Teil der offline agierenden KMU damit, dass sich ihre Kunden merklich von ihnen abwenden, um stattdessen digitale Angebote zu nutzen. So halten 30 Prozent der mittelständischen Unternehmen es für wahrscheinlich, dass ihre Zielgruppe zu digitalen Angeboten oder digitalen Vertriebs­wegen wechseln. Zusätzlich rechnen weitere 33 Prozent der Unternehmen zumindest in Teilen damit.

Unternehmen, welche solch eine Abwanderung befürchten, intensivieren ihre Digitalisierungs­anstrengungen. Demnach ist es nicht verwunderlich, das Digitalisierungsprojekte des Kontakts zu Kunden und Zulieferern mit 58 Prozent die häufigsten sind. Damit geht auch die Steigerung des Online-Umsatz von 59 Milliarden Euro in 2019 auf 302 Milliarden Euro in 2021 einher. Dies sind kräftige 24 Prozent Anstieg.

Komplexe Digitalisierungsprojekte finden laut KfW weiterhin zu selten statt. Die Verknüpfung der innerbetrieblichen IT, die Digitalisierung von Arbeitsabläufen oder Angeboten, haben nur zwischen 31 und 22 Prozent der Unternehmen mit Digitalisierungsprojekten durchgeführt.

Ein Viertel der deutschen Unternehmen zeigte auch während der Corona-Krise keine Digitalisierungsaktivitäten auf. Selbst grundlegende Umsatzchancen, wie die Digitalisierung des Zugangs zu Kunden, sind nicht angegangen worden.

Deutschland in Europa nur auf Rang 18

Unter Digitalisierung wird die Durchführung von Massnahmen zum erstmaligen oder verbesserten Einsatz digitaler Technologien verstanden. Diese sollen in den Unternhemensprozessen, Produkten, Dienstleistungen und im Kontakt zu Kunden und Zulieferern wirken. Auch der Aufbau entsprechender Kompetenzen im Unternehmen sowie die Schaffung digitaler Marketing- und Vertriebskonzepte zählen dazu.

Bei diesen Digitalisierungsinhalten liegt Deutschland  innerhalb der 27 EU-Länder laut dem „The Digital Economy and Society Index“ der Europäischen Union auf Rang 11. Bei der Integration digitaler Technologien in der Wirtschaft belegt Deutschland sogar nur den 18 Rang. Diese Platzierung im hinteren Drittel der EU-Länder sieht man als direkte Folge der vergleichsweise niedrigen Investitionen in Informationstechnologien, also der niedrigen Digitalisierungsausgaben in Deutschland.

Besonders prekär ist, dass Deutschland über keine besonderen digitalisierungsspezifischen Stärken verfüge. Dementsprechend sind deutsche Informationstechnologien auch keine ausgeprägten Exportgüter.

Grössere Unternehmen digitalisieren mehr

Teils grosse Unterschiede zeigen sich bezüglich der Digitalisierung zwischen großen und kleinen Mittelständlern. Bis September 2021 erhöhten 62 Prozent der Mittelständler mit 50 und mehr Beschäftigten ihre Digitalisierungsaktivitäten. Bei den kleineren Unternehmen, waren dies nur 32 Prozent.

Auch bei den Unternehmen, welche keine Digitalisierungsaktivitäten aufweisen, gibt es gravierende Unterschiede zwischen den Grössen. So sind dies bei den grossen Mittelständlern mit 50+ Beschäftigten lediglich 5 Prozent, während es bei den kleineren Unternehmen 28 Prozent sind.

Vorreiter bei der Digitalisierung blieben auch während der Krise die grossen Mittelständler sowie Unternehmen, welche Forschung und Entwicklung betreiben.

Bei fehlender Liquidität können KMU aller Grösse die extra aufgelegten Förderprogramme der staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau wie den KfW Digitalisierungs- und Innovationskredit für ihre Digitalisierungsmassnahmen anzapfen.

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Über den Autor
René Wendler

René Wendler

René hat die letzten 20 Jahre erfolgreich Geschäftsmodelle zur Betreuung von Gründern und Unternehmern aufgebaut. Damals wie heute adressiert er gemeinsam mit seinem Team Solo-Selbstständige und Unternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern, welche weder die mediale noch politische Aufmerksamkeit haben, obwohl sie 95% aller Unternehmen in Deutschland stellen und 60% aller Arbeitsplätze absichern. Daraus entstanden ist auch unternehmenswelt.de, die mittlerweile größte Anlaufstelle für Gründer und Unternehmer in der D/A/CH Region mit über 500.000 Mitgliedern.

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