10.05.2019

Das Dresdner Blockchain-Startup evan.network

Datenhoheit mit digitalen Zwillingen auf der Blockchain

Ob digitale Fahrzeugbriefe für Carsharing-Systeme oder fälschungssichere digitale Produktsiegel innerhalb komplexer Lieferketten, es gibt bereits jetzt vielfältige teils in Pilotprojekten realisierte Einsatzmöglichkeiten des evan.network. Der Technologiegründerfonds Sachsen und die Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH, eine Tochter der Thüringer Aufbaubank, sowie weitere private Geber goutierten das Konzept des Dresdner Startups nun mit einem siebenstelligen Förderbetrag. Was sind digitale Zwillinge und wem nützen sie? Ein Blick auf die Matrix von evan.network.

evan.network – Gründung, Profil und Partner

Die evan GmbH wurde 2016 von ihrem CEO Thomas Müller mitgegründet. Müller studierte Informatik und Betriebswirtschaftslehre und arbeitete anschließend in verschiedenen Technologie-Unternehmen in leitender Funktion. An seiner Seite agiert als CFO André Münnich. Dieser verfügt bereits über Gründererfahrung. 2011 hat Münnich das Unternehmen Fayteq mitbegründet, das er 2017 öffentlichkeitswirksam an Facebook verkauft hat. Insgesamt beschäftigt evan.network circa 10 Mitarbeiter und will mit den kürzlich eingeworbenen Fördergeldern nun weiter wachsen.

evan.network konnte bereits im vergangenen Jahr anlässlich des Blockchain Startups Summit 2018 in Frankfurt in einem Pitch unter 10 herausragenden europäischen Startups den 1. Platz erreichen. Das Konzept einer neutralen Business Blockchain zur Digitalisierung und Automatisierung von Business Transaktionen überzeugte. Laut Veranstalter EU-Startups und den Meinungen der Jury handelt es sich bei evan.network um „probably the first open blockchain ecosystem which is compliant to European data privacy standards.“ evan.network wurde darüber hinaus als zukunftsweisend gelobt „for future-orientated business models in which the sovereignty over data and the flexible cooperation between partners are crucial to success.“

Als Gründungsmitglied der International Association For Trusted Blockchain Applications (INATBA) ist evan.network außerdem in einem Verbund mit insgesamt mehr als 100 Mitgliedern aus weiteren Startups, aber auch großen Unternehmen wie Deutsche Telekom, Accenture oder Deutsche Börse in regem Austausch über die Zukunft der Blockchain-Technologie.

evan.network – digitale Zwillinge im B2B Management für mehr Effizienz bei gleichbleibendem Vertrauen

evan.network bietet eine neutrale Business Blockchain für jede Transaktion zwischen Digitalen Zwillingen und angeschlossenen Unternehmen oder Personen. Digitale Zwillinge sind das namentliche Abbild physischer Objekte. Die Digitalen Zwillinge werden in der Business Blockchain dezentral gespeichert und sind die Grundlage für eine Vielzahl von Anwendungsfällen. Dabei gehören die digitalen Zwillinge immer dem Produkteigentümer und sichern diesem die Datenhoheit, die er auf zentralen Plattformen abgibt. evan.network baut auf der Ethereum-Blockchain auf, arbeitet aber nach einem eigenen Proof of Authority Consensus Algorithmus. Dabei betreiben und kontrollieren Authority Nodes das evan.network. Die Entwickler bieten außerdem Software-Frameworks, die via Systemintegratoren-Kompatibilität für spezielle Anwendungen genutzt werden können. Evan.network Token werden an keiner Börse gehandelt, sondern via Festpreis ausgegeben. Damit garantiert das Unternehmen stabile Transaktionskosten.

evan.network – Transparente Lieferketten, Shared Mobility & Baumaschinenvermietung

In komplexen Lieferketten können auf Basis Digitaler Zwillinge Lieferdaten, Produktinformationen und Zertifikate digital und fälschungssicher ausgetauscht werden – auch wenn sich die Akteure gegenseitig nicht kennen. Im Bereich Shared Mobility können sich digitale Zwillinge als Ausgangspunkt für dezentrale Mobilitätskonzepte etablieren. Fahrzeugbesitzer können alle ihre Fahrzeuginformationen fälschungssicher auf der Blockhain verifizieren und besitzen damit die volle Datenhoheit. Fahrzeugnutzer wiederum profitieren von 100% verlässlichen Informationen und Transaktionen in Echtzeit. Weitere Pilotprojekte von evan.entwork im Bereich der Baumaschinenvermietung versuchen hier das Problem von effizientem Datenaustausch unterschiedlicher am Vermietungsprozess beteiligter Unternehmen mithilfe Digitaler Zwillinge zu lösen. Ein gemeinsamer Zugriff auf fälschungssichere Informationen aus der gesamten Maschinen-Historie soll den bisher praktizierten zeitaufwendigen multimedialen Kommunikationsaustausch ersetzen. Der Verlust der Datenhoheit, den die jeweiligen Daten-Bereitsteller dafür bislang auf zentralen Plattformen in Kauf nehmen mussten, gehört damit ebenfalls der Vergangenheit an.

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Über den Autor

Kathleen Händel

Kathleen Händel

Die studierte Kulturwissenschaftlerin arbeitet seit ihrem Master als Redakteur u.a. in den Bereichen Tourismus, für verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen. Die Themen responsible tourism, innovative Entwicklungskonzepte und eine nachhaltige economy 4.0 bildeten ihre bisherigen redaktionellen Schwerpunkte. Im unternehmenswelt.de Team schreibt sie seit 2018 u.a. über die digitale Evolution durch Bitcoin, Blockchain und deren gesellschaftliche Bedeutungen. Seit 2019 verantwortet Kathleen Händel den Content-Bereich auf unternehmenswelt.de.

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