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14.03.2020

Bitcoin Kurs: Was kommt nach dem Crash?

Mit einem Jahrestief von rund 3700 USD spiegelte der Bitcoin in dieser Woche die Talfahrt an den weltweiten Finanzmärkten deutlich wider. Der Fear and Greed Index zeigt zum Wochenende trotz Kurserholung ebenfalls weiterhin "Extreme Verunsicherung" an. Warum dennoch einige in diesem Absturz "zu viel Panik und zu wenig Sinn" erkennen, liest du hier.

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Bitcoin Kurs: Was kommt nach dem Crash?

Die weltweite Krisenstimmung an den Finanzmärkten im Zuge der Corona-Pandemie hat in dieser Woche auch vor den Cryptobörsenplätzen nicht Halt gemacht. Mit einem historischen Jahrestief von rund 3700 USD war der Bottom der Baisse wie einige hoffen denn nun auch erreicht. Tone Vays, erfahrener Analyst bei u.a. Bear Sterns und nach der Finanzkrise als VP bei JP Morgan Chase tätig, sieht insbesondere die schnelle Abfolge von Einbruch und Aufschwung als einen hierfür positiven Indikator sowie ein starkes Supportlevel, bei dem sich noch viele Käufer am Markt aufhalten. Vays, der einen Master-Abschluss in Financial Engineering von der Florida State University hält, organisiert mittlerweile diverse Crypto Summits und unterhält einen eigenen Crypto-YouTube Channel, auf dem er sein Wissen mit der Community teilt.

Es glich tatsächlich einer beachtlichen Berg- und Talfahrt in beeindruckendem Tempo, als der Bitcoin innerhalb von nur drei Stunden von rund 5.800 USD auf etwas über 3.700 USD abstürzte. Anschließend erholte er sich allerdings ebenso schnell und erreichte bereits innerhalb einer Stunde ein Preislevel über 5000 USD.

Am heutigen Samstag steht BTC bei knapp unter 5.500 USD und der erste Schreck hat sich gelegt. Denn die Gründe für die Abverkäufe liegen teils auf der Hand. Während klassische Börsenplätze in dieser Woche ihren Betrieb teilweise einstellen konnten, ging der Handel an den Cryptobörsen ungeachtet des weltweiten Covid-19 induzierten Ausnahmezustands weiter. So wird vermutet, dass viele Anleger kurzfristige Liquiditätsengpässe durch Abverkäufe aus ihrem Crypto-Portfolio auszugleichen suchten.

 "In dem Absturz steckt zu viel Panik und zu wenig Sinn“

Außerdem teilen längst nicht alle interessierten Anleger die "extreme fear", welche der Fear & Greed Index als Stimmungsbarometer der Trader Branche auch zum Wochenende immer noch abbildet. Als prominente Stimme aus dem russischen Exil äußerte sich zuletzt Edward Snowden am 13. März via Tweed optimistisch und handelsinteressiert: „Zum ersten Mal seit langer Zeit will ich wieder Bitcoin kaufen. In dem Absturz steckt zu viel Panik und zu wenig Sinn.“ Auch Vays sieht Panik erst angebracht, sollte Bitcoin unter 1000 USD fallen.

"Wenn ich das Diagramm ohne Vorurteile interpretiere, würde ich unter 1.000 USD sagen." 

Dass dies passieren könnte, hält ein anderer erfahrener Trader für durchaus möglich. Peter Brandt ist CEO von Factor Trading Co., Inc. und Trader mit fast 45 Jahren Handelserfahrung. Unter seinen institutionellen Handelskunden befand sich u.a. die Commodities Corporation aus Princeton, New Jersey, zu ihrer Zeit eines der größten Handelshäuser der Welt. Am 12. März wurde Brandt von einem Twitter-Follower nach dem zu erwartenden Ende der Bitcoin-Talfahrt auch unter dem Einfluss der aktuellen Corona-Krise befragt. Dieser entgegnete: "Wenn ich das Diagramm ohne Vorurteile interpretiere, würde ich unter 1.000 USD sagen." Brandt ist bekannt für eine hohe Trefferquote seiner Analysen. Er hatte zuletzt während des Krypto-Winters Ende 2018/Anfang 2019 ebenfalls korrekt einen baldigen Aufschwung vorhergesagt, der sich bis Mitte Juli 2019 durch eine Verdoppelung des Bitcoin-Kurses bewahrheitete. 

Es bleibt also spannend, was das noch junge Jahr 2020 für die Crypto-Gemeinschaft bereithält und ob Bitcoin in Zukunft eher als Wertspeicher oder Alltagswährung gehandhabt wird. Die Community ist mit dem steten Kampf der Bullen und Bären ohnehin vertraut. Widersprüchliche Prognosen schrecken HODLer nicht mehr.

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Über den Autor
Kathleen Händel

Kathleen Händel

Kathleen schreibt seit 2018 im Magazin von Unternehmenswelt. Neue Ideen und Konzepte, disruptive Technologien und nachhaltiges Unternehmertum bilden ihre Interessenschwerpunkte. Zuvor war Kathleen als Content Creator für die Social StartUp-Szene, verschiedene Stiftungen und Kommunikationsagenturen tätig. Seit 2019 recherchiert die studierte Kulturwissenschaftlerin für dich alle Fakten und Zusammenhänge, die du in deinem Tagesgeschäft brauchst.